Jason Momoa auf Bar-Tour: Was der Star bei seinem »Meili«-Wodka anders macht
Zu seiner klaren Spirituose »Meili« findet Hollywood-Star Jason Momoa ebensolche Worte: »Wir wollen den Wodka-Markt aufrütteln, der bisher »Shit« war«. Zum Deutschland-Start spricht der »Aquaman«-Darsteller über sein persönliches »Wässerchen«.
Er ist nicht mit der Darstellung von Duckmäusern und Bürohengsten bekannt geworden. Jason Momoa ist vielmehr das, was man in seiner US-Heimat »a man in full« nennt: Als Bademeister (»Baywatch«), reitender Barbar Khal Drogo (»Game of Thrones«) und König von Atlantis (»Aquaman«, »Justice League«) hat man den 45-Jährigen in kollektiver Erinnerung. Und auch vor dem Pub »The Toucan« in Soho steht er mit Zigarre (eine Partagas D 4) und einem frisch gezapften Guinness unbeirrt inmitten der samstäglichen Stammgäste, die immer mehr werden.
Momoa liebt das irische Bier, das hat er uns schon beim Mittagessen verraten. Im angesagten »Hōra« von Dimitris Lytras stand der Amerikaner selbst an der Bar und begrüßte neue Geschäftsfreunde. Denn der Launch seines eigenen Wodkas für das europäische Publikum startete mit einer Cocktail-Session, die »Meili« den Importeuren näherbringen sollte. Dass es dazu einen »Espresso Martini« mit Guinness-Sirup gibt, freut den volksnahen Star mindestens so wie die weiße Rogen-Creme im »Tarama«-Stil. »Man, that's so good«!
Jahrelanges Tüfteln am »Liebreizenden«
Gemeinsam mit Blaine Halvorson, wie Momoa ein Tattoo-Freund und Hut-Träger, hat er in Montana »Meili« gegründet. Der Name »Meili« stammt übrigens aus der nordischen Mythologie und bezeichnet dort einen Sohn Odins, den Gott der Reise. »Anderswo steht das Wort für ›liebreizend‹ oder ›schön‹ – uns hat beides gefallen«, so Momoa. Warum er überhaupt zum Wodka kam, erklärt der Hollywood-Star ohne Umschweife: »Wir wollten den Wodka-Markt aufrütteln, weil er so Sch…ße war«. Als Celebrity-Destillat, wie es viele – vor allem im Tequila-Bereich – gibt, sieht er »Meili« nicht.
Man ist zwar erst seit zwei Jahren in den USA am Markt, doch die Vorarbeiten dauerten weit länger, wie Momoa FALSTAFF erzählt: »Wir haben neun Jahre daran geplant und uns zum Beispiel viele verschiedene Wasser-Arten angeschaut, selbst Eis aus der Arktis war da dabei. Denn es sollte ein perfektes Wasser sein, das ja 60 Prozent jedes »Meili« ausmacht. Am Ende fanden wir es dann in der Quelle, die Blaines Vater gehört. Von der hatte er schon vorher erzählt, aber wir wollten gar nicht hinfahren und sie uns ansehen. Allerdings kamen wir dann schnell drauf, dass es ein ideales Wasser darstellt«.
Wie »Aquaman« am Ende eine Quelle fand
Vor allem aber ist dieses von den Rocky Moutains geschliffene Quellwasser auch sehr weich, ergänzt Halvorson, »beim Natriumgehalt etwa sind wir nahe bei Null«. Der Markenentwickler kennt diese technischen Details, doch ein lebenspralleres Testimonial als seinen Freund »J«, wie die Entourage den Schauspieler nennt, kann man sich schwer vorstellen. »So musst Du das trinken«, erklärt er etwa Londoner Adabeis das Herrengedeck aus Stout und Wodka vor dem »The Toucan«. Geschmacklich überrascht der Wodka nämlich durchaus mit Kanten. »Er wird bewusst nur einmal destilliert«, grenzen sich Halvorson/Momoa von fünf-fach Diamant-gefilterten Produkten ab. »Wir wollen den Getreidegeschmack erhalten«, ist die Vorgabe, die man auch durch ungewöhnliche Ausgangsprodukte erreicht. Neben Mais (80 Prozent) hat man auch Weizen (20 Prozent) eingemaischt.
Der rote Winterweizen ist eine Spezialität, für die Montanas Bauern auch von Bäckereien geschätzt werden. Mit dieser »mash bill« wie beim US-Whiskey hat man ein ideales Rezept gefunden, ist man überzeugt. Markant ist zudem auch die Flasche, die etwa den Hamburger Importeur Sprithöker bei seiner Entscheidung beeinflusst hat, den US-Wodka als erster deutschsprachiger Händler zu listen: »Meili ist ein echter Sipping-Wodka; wir waren von der ›smoothness‹ wirklich überwältigt. Darüber hinaus ist das Flaschendesign absolut einzigartig und zu 100 Prozent aus recycelten Glas«.
Investition in Lagertanks für den Wodka
Dass das Gesamtpaket der Marke passt, unterstreichen nicht nur Jens-Michael Meier und Sven Köcher. Auch die Verkostung mit Jason Momoa zeigte, dass sich einige Wodka-Klassiker mit dem Neuling aus Montana mixen lassen. Die pfeffrigen Noten etwa seien perfekt für einen »Bloody Caesar«, so der »Aquaman«-Darsteller – der Drink mit dem Muschelsaft-Tomaten-Mix »Clamato« ist einer seiner Lieblinge. Doch auch für einen »Dirty Martini«, wie ihn die Rooftop-Bar des Hotels »Sanctum Soho« im Rahmen der Momoa-Tour reicht, hat »Meili« genug Kante.
An ihr wollen die Wodka-Macher aber noch feilen. »Daheim trinken wir drei Jahre gelagerten ›Meili‹«, erzählt Momoa. Entdeckt habe man den positiven Effekt, nachdem eine erste Charge nach fünf Monaten in einer warmen Garage wiederaufgetaucht sei. »Und die war richtig gut!«
Dieser Erkenntnis folgt nun auch die Expansion. Denn am liebsten würden Momoa und Halvorson nur drei Jahre gelagerten Wodka verkaufen. Das geht zwar wirtschaftlich nicht, aber die Erweiterung der Lagertanks läuft gerade: »Wir wollen heuer Edelstahl-Tanks für eine Million Gallonen (ca. 3,78 Mio. Liter, Anm. d. Red.) installieren«.
In den USA ist das Duo bereits in allen 50 Bundesstaaten vertreten. Neben Großbritannien, Ungarn und Rumänien gehört nun Deutschland zu den ersten Märkten in Übersee. Vielleicht ist es ja ein gutes Omen, das der Weltstar neben hawaiianischen auch deutsche Wurzeln hat. »Da kann ich dann gleich die Verwandtschaft besuchen«, scherzte Jason Momoa zum Abschied.