Kulinarische Avantgarde: Genuss in Kopenhagen
Die dänische Hauptstadt gilt weltweit als Hotspot innovativer Kochkunst. Doch sie setzt nicht nur im Fine Dining Maßstäbe: Im Windschatten der Michelin-Stars hat sich eine lebendige Gastro-Szene entwickelt – getragen von jungen Kreativen mit Wurzeln in aller Welt.
Noch vor 20 Jahren wäre wohl niemand des Essens wegen nach Kopenhagen gereist. Doch dann kam René Redzepi, eröffnete sein »Noma« und legte den Grundstein für das, was bald als »New Nordic Cuisine« weltweite Berühmtheit erlangen sollte. Heute rühmen sich Dutzende Restaurants damit, dass ihre Küchenchefs einst im »Noma« gekocht haben – auch wenn es nur für wenige Wochen oder gar Tage war.
Kopenhagen ist Pilgerstätte für Foodies und Gourmets
Doch selbst diese flüchtige Nähe zum Epizentrum der nordischen Revolution genügt, um das Renommee eines Lokals in ungeahnte Höhen zu treiben. Das »Noma« selbst wurde mehrfach zum besten Restaurant der Welt gekürt. Und Kopenhagen? Die Stadt ist längst mehr als nur der Geburtsort dieser Bewegung – sie ist zur Pilgerstätte geworden; für Foodies, Gourmets, Gastro-Touristen und junge Kochtalente aus aller Welt, die hoffen, in den Fußstapfen Redzepis ein neues Kapitel kulinarischer Geschichte zu schreiben.
Kopenhagen zählt heute zu den wenigen europäischen Städten mit gleich drei Drei-Sterne-Restaurants – und das, obwohl es nicht gerade zu den großen Metropolen des Kontinents gehört. Neben dem »Noma« stehen auch das »Geranium«, das mit avantgardistischer Eleganz in einem Stadionkomplex thront, und das etwas außerhalb gelegene »Jordnær«, das sich raffinierter Fisch- und Meeresfrüchteküche verschrieben hat, an der Spitze des kulinarischen Weltgeschehens.
Hip: Exotische Küche mit lokalen Zutaten
Besonders angesagt sind zurzeit die exotischen Restaurants, die mit lokalen, nordischen Zutaten und beispielsweise fernöstlichen oder mexikanischen Techniken und Rezepten erstaunliche Resultate vorweisen – wie etwa das »Juju« des aus Korea stammenden Kristian Baumann oder die »Hija de Sanchez«-Taco-Bars der Hispano-Amerikanerin Rosio Sanchez.
Haute Cuisine trifft Klangkunst und Smørrebrød
Der neueste Gastro-Hotspot der Stadt ist aber das »Epicurus«: Hier treffen kulinarischer Hochgenuss und Klangkunst aufeinander. Das Konzept stammt von einer Gruppe dänischer Gastronomen und dem international renommierten Jazzmusiker Niels Lan Doky. Gemeinsam bringen sie Fine Dining und Livemusik auf spektakuläre Weise zusammen.
Ein weiterer Grund, als Foodie nach Kopenhagen zu reisen, hat so gar nichts mit dem Hype um die New Nordic Cuisine zu tun: Smørrebrød, das in Dänemark schon seit dem 19. Jahrhundert zur Mittagszeit gereicht wird. In Traditionslokalen wie dem »Schønnemann« oder dem »Slotskælderen hos Gitte Kik« wird die alte Kunst des Brotebelegens bis heute gepflegt.
Must-Eats und Must-Dos
• Smørrebrød und Märkte: Knuspriges Rugbrød mit Hering, Krabben und Dill in den Torvehallerne genießen – außerhalb der Stoßzeiten kommen und mehrere Stände durchprobieren.
• New Nordic Cuisine: Naturwein-Pairing wählen (in Kopenhagen fast Pflicht) und lokale Käse als Schlussgang probieren.
• Hafen und Hygge: Von Nyhavn nach Christianshavn spazieren, Fisch des Tages essen, Fensterplatz reservieren; danach Zimtschnecke und Kaffee im Kvarter.
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