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Schwarztee im Öko-Test: Glyphosat in mehr als der Hälfte der Proben gefunden

Öko-Test hat 24 Schwarztees untersucht: zwei wurden mit »sehr gut« bewertet – in über der Hälfte fanden sich Glyphosat-Spuren.

Schwarztee ist eine bevorzugte Wahl für viele Menschen, die eine Alternative zu Kaffee suchen. Im Rahmen einer Untersuchung von 24 verschiedenen Teesorten hat das Verbrauchermagazin Öko-Test nun besorgniserregende Ergebnisse zutage gefördert. Während zwei Produkte als »sehr gut« bewertet wurden, zeigten sich in über der Hälfte der untersuchten Teesorten Spuren des umstrittenen Pestizids Glyphosat.

Öko-Test analysierte die Tees auf das Vorhandensein von verschiedenen Pestiziden, darunter Anthrachinon, Nikotin und Glyphosat. Anthrachinon wird vom Magazin als »möglicherweise krebserregend« eingestuft, und es gibt Hinweise darauf, dass Rückstände aus der Kohleverbrennung beim Trocknen des Tees in den Blättern verbleiben. Nikotin könnte mit dem Tabakanbau in den Teeregionen in Verbindung stehen, so die Vermutungen. Glyphosat, ein umstrittenes Herbizid zur Unkrautvernichtung, steht bereits seit Jahren in der Kritik und wird von der Weltgesundheitsorganisation als »wahrscheinlich krebserregend« eingestuft.

Vergleichsweise geringe Mengen

Die Tests konzentrierten sich auf das Vorhandensein von Pestizidrückständen in den Teeblättern. Obwohl Spuren nachgewiesen wurden, bewertet Öko-Test sie als »nicht akut giftig«. Während des Aufbrühens der Tees gelangen diese Spuren in Kontakt mit Wasser und werden verdünnt, was bedeutet, dass Teetrinker voraussichtlich nur vergleichsweise geringe Mengen aufnehmen. Dennoch sind die Wechselwirkungen verschiedener Pestizidsorten noch wenig erforscht, so die Warnung.

Zwei der getesteten Bio-Tees erhielten die Bestbewertung . Sowohl der »Lebensbaum Assam Schwarztee Broken« als auch der »TeeGschwendner Darjeeling FTGFOP1 Pussimbing First Flush« wurden mit »sehr gut« bewertet. In beiden Teesorten konnte das Labor keine Pestizide oder andere bedenkliche Inhaltsstoffe nachweisen. Beide Hersteller legten ihre Lieferketten offen und erzielten daher die besten Ergebnisse.

Insgesamt erhielten vier Bio-Tees die Bewertung »gut«, während die konventionellen Tees bestenfalls ein »befriedigend« erreichten, wobei fünf von ihnen sogar mit »ungenügend« bewertet wurden.

Zwölf verschiedene Pestizide

In jedem der konventionellen Tees fand das Labor Glyphosatrückstände. In fünf von 14 Produkten enthielt der Tee ausschließlich Glyphosat, während in den anderen neun Sorten mindestens ein weiteres Pestizid, oft sogar mehrere, gefunden wurde. Der »Cornwall Ceylon-Assam Schwarzer Tee« von Norma wies die höchste Anzahl an verschiedenen Pestiziden auf, insgesamt sieben.

Das Labor konnte insgesamt zwölf verschiedene Pestizide in den Tees nachweisen, von denen fast alle vom Pestizid-Aktions-Netzwerk (PAN) als »hochgefährlich« eingestuft werden. Einige dieser Spritzmittel sind bereits in der EU verboten, gelangen jedoch dennoch in die Teetassen, da sie in den Anbaugebieten weiterhin erlaubt sind. Dies hat schwerwiegende Folgen für die Gesundheit der Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Plantagen, da viele von ihnen ohne ausreichende Schutzkleidung Pestizide versprühen und so in direkten Kontakt mit den giftigen Substanzen kommen. Laut Öko-Test sterben jährlich weltweit 11.000 Menschen an den Folgen von Pestizidvergiftungen.


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Anna Wender
Anna Wender
Redakteurin
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