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Tasting: Die Renaissance des Müller-Thurgau

Falstaff Wein-Chefredakteur Ulrich Sautter geht den vielen Facetten des Weißweins auf den Grund.

Seit dem Jahr 1995 hat sich hierzu­­lande die Rebfläche des Müller-Thurgau nahezu halbiert: von 24.000 Hektar auf 12.700 Hektar. Doch nun deutet sich leise eine Renaissance der von vielen geschmähten Sorte an. Denn das Verschwinden des Müller-Thurgau als Massenträgers gibt den Blick darauf frei, dass die bedeutendste Neuzüchtung des 19. Jahrhunderts, dem Thurgauer Önologen Hermann Müller
1882 in Geisenheim gelungen, durchaus noble Weine hervorbrin­­gen kann, wenn
man ihr weinbaulich eben­soviel Sorgfalt schenkt wie anderen, höher angesehenen
Sorten.

Das Aromenspiel des Müller-Thurgau, seine ganz eigene Blumigkeit mit Aromen von Muskat bis Minze weist ihn als eine dezente Art von Bukettsorte aus – ohne
das Grelle des Sauvignon Blanc und ohne den Überschwang von Gewürztraminer
und Muskateller. In der Gaumenstruktur wiederum kann der Müller-Thurgau, vor allem wenn er aus kühleren Regionen stammt, mit feinem Nerv und schlanker
Bündelung nachweisen, dass Riesling-Erbgut in ihm steckt. Falstaff möchte dieser faszinierenden Sorte eine Bühne bieten – und ihren vielen verschiedenen Facetten nach­spüren.

Müller-Thurgau
Dienstag, 15. März 2016, 14.15 bis 15 Uhr

Gastgeber Dr. Ulrich Sautter

Falstaff-Lounge Halle 13 / C124

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