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Idyllisch eingebettet zwischen der imposanten Bischofsmütze und dem mächtigen Dachstein im Herzen der Salzburger Berge liegt die Ski- und Wintersportregion Filzmoos.

Idyllisch eingebettet zwischen der imposanten Bischofsmütze und dem mächtigen Dachstein im Herzen der Salzburger Berge liegt die Ski- und Wintersportregion Filzmoos.
© Christian Fischbacher / Filzmoos Tourismus

Wo man in Salzburg abseits der Skipiste einkehren kann

Winter
Salzburg
Reise

Salzburg hat alle Rohstoffe eines Winterparadieses: Berge, Schnee, Thermen, Kultur. Man kann sie nach eigenen Wünschen zu einem Genusspaket schnüren.

Er blieb einer der unbekannten Helden des Skisports: Wie Karl Schranz wurde Walter Fötschl Anfang der 1960er-Jahre Weltmeister. Allerdings nicht in der Abfahrt oder im Riesentorlauf, sondern im Rückwärtsskifahren. Der Ruhm blieb überschaubar. Fötschl schrieb dennoch Geschichte: als Erfinder der legendären »Gamsmilch«, eines Getränks, dessen Originalversion es nur in einer Bar neben der Bergstation der Zehnerkarbahn in Obertauern gibt. Fötschl war Betriebsleiter des damals neu gebauten Lifts. Beim Ausstieg in der Bergstation auf 2200 Meter begrüßte er die Passagiere mit Kuhglockenläuten und einem selbstkre­ierten Cocktail. Bis heute kennt man nur die Zutaten (Milch aus Untertauern, Kakao, Zucker und eine spezielle Rum-Mischung), nicht aber das genaue Mischverhältnis des warm servierten alkoholischen Milchgetränks. Staats­geheimnis!

In Anlehnung an den Gipfel vor der Bergstation der Zehnerkarbahn, das Gamsspitzl, war ein Name für die eigenwillige Innovation schnell gefunden. Die Gamsmilch wurde zum kultigen Verkaufsschlager – nicht zuletzt, weil Fötschl noch eine spezielle Trinkanweisung ausgab: Mit den zwei mitgelieferten Strohhalmen muss von »unten gerudert, nicht gerührt« werden. »Nach einem Glas verlieren sämtliche Steilhänge ihren Schrecken«, wirbt man in der Hütte für die angstlösende Wirkung des Getränks. Im Fall von Obertauern kann das unter Umständen auf der ikonografischen »Gamsleiten II«-Piste von Nutzen sein. Dort oben wartet immer noch »one hell of a ride«. Obwohl sie mittlerweile präpariert wird, wachsen im Laufe eines Skitags beulenartige Schneehaufen aus dem Boden und machen den Steilhang zu einer veritablen Buckelpiste. Die bis zu 100 Prozent Gefälle erfordern die Anwesenheit solider Kurzschwungtechnik und die Abwesenheit von Sturzangst.

Hilfe für »Help«-Helden

Dieses Terrain wäre für die bis heute prominentesten Gäste des Ortes nichts gewesen. Die Beatles galten alle vier als bescheidene Skifahrer. Also eigentlich keine Skifahrer. Dennoch drehten die Fab Four 1965, also rund um die »Erfindung« der Gamsmilch, ihren Film »Help« in Obertauern. In den Pistenszenen wurden sie von lokalen Skilehrern wie Herbert Lürzer und Gerhard Krings gedoubelt. Die beiden Familienclans prägen bis heute den Ort als Hoteliers und Gastronomen. Die »Lürzeralm« und das angeschlossene Hotel sowie das »Seekarhaus«, das 1992 von der Familie Krings übernommen wurde, gehören zu den prominentesten Adressen im auf einer Passhöhe gelegenen Straßendorf. Die mikroklimatischen Vorteile durch die Kessellage auf 1700 Metern Seehöhe liefern Schneesicherheit, wodurch die Skisaison hier oft früher startet und länger dauert als anderswo. Rund hundert Pistenkilometer legen sich ringförmig um den Ort. Somit kann man dem Lauf der Sonne folgend den ganzen Tag im Sonnenlicht skifahren. Man muss einfach der beschilderten Tauernrunde im oder gegen den Uhrzeigersinn folgen. 

Schon beim ersten Lift am Morgen strahlt die Sonne über den weißen Kuppen, und bis zur letzten Abfahrt am Spätnachmittag bleibt sie treue Begleiterin bei jedem Schwung. Abfahrten gibt es in allen Himmelsrichtungen, und jede führt früher oder später wieder zurück ins Dorf, das wie ein schneebedecktes Amphitheater von Bergen umgeben ist. Auto braucht man hier für die gesamte Dauer des Aufenthalts keines. In Obertauern gehört Ski-in/Ski-out faktisch zur Grundausstattung – aus dem Hotel direkt auf die Piste, und nach dem Skitag schwingt man ebenso bequem wieder vor dem Skikeller der Unterkunft ab. Auch im »Valamar«, im »Places« und in der »Kesselspitze«, den drei Standorten der kroatischen Hotelgruppe Valamar in Obertauern. Hier treffen alpiner Charme und urbane Coolness aufeinander: Stylishe Lounges mit DJ-Sounds und eigenem Musikprogramm bringen City-Vibes in die Bergwelt, ohne die alpine Gemütlichkeit zu schmälern. 

Eine Ikone: Der »Gamsleiten II«-Sessellift liegt wie eine Naht in der Bergflanke. Die Abfahrt erfordert Können.
Foto beigestellt
Eine Ikone: Der »Gamsleiten II«-Sessellift liegt wie eine Naht in der Bergflanke. Die Abfahrt erfordert Können.

250 Kilometer Piste

Politisch gehört die Enklave in den Radstädter Tauern, die erst 1962 ihren Ortsnamen bekommen hatte, zu gleich zwei Gemeinden (Tweng und Untertauern) und liegt damit teils im Lungau, teils im Pongau. Im Lungau ist Obertauern mit seinen rund 100 Pistenkilometern das größte Skigebiet, im Pongau gehört dieser Titel mit 120 Kilometer dem »Snow Space« mit Flachau, Wagrain und St. Johann-Alpendorf. Zusammen mit Zauchensee/Flachauwinkl, Radstadt-Altenmarkt, Eben und Filzmoos schafft man unter dem Dach der »Salzburger Sportwelt« sogar über 250 Kilometer. Die Spannweite ist, was die Größe der inkludierten Skigebiete angeht, groß. Mit zu den Kleineren gehört Filzmoos. Es ist kein Ort für Kilometerzähler. Etwas versteckt und »ab vom Schuss« gelegen ist es ein Platz für jene, die Skifahren als unaufgeregte, fast meditative Bewegung in der Landschaft verstehen. Hier kann man Ruhe suchen. Oben am Rossbrand, dem Hausberg von Filzmoos, wird man sie finden. Auf 1600 Metern gelegen, funktioniert er als weißer Aussichtsbalkon ins Tennengebirge, auf die Bischofsmütze, den Dachstein und eine Langlaufloipe, die sich kilometerlang durch den verschneiten Wald windet.

Wem das nicht reicht, der kann in Filzmoos auch die Perspektive wechseln: Von Dezember bis Ende Februar ist der Ort wegen seiner inneralpinen Lage ideal für Heißluftballonfahrten geeignet. Bei passendem Wetter steigen dort bunte Ballons in den winterlichen Himmel – ein nahezu geräuschloses Dahingleiten über das verschneite Gebirge, nur ab und zu unterbrochen vom Fauchen des Brenners, der die himmlische Ruhe kurz mit einer Gasflamme erhellt. Wenn am Nachmittag die Sonne versinkt, wird der Schnee rosa, die Schatten lang und die Ruhe noch raumgreifender.

Viel Raum und Platz nimmt auch die »12 Peaks Trophy« in Beschlag: Die 46 Pistenkilometer lange Skirunde führt mit 30 Liftfahrten durch fünf Täler und zu zwölf Gipfeln von Flachau über Flachauwinkl-Kleinarl bis nach Zauchensee. Auch konditionsstarke Fahrer sind da gefordert. Wer es gemütlicher will, bleibt auf den Carving-»Autobahnen« von Flachau. Hangneigungen, -breiten und -präparierungen bieten hier perfekte Bedingungen für lange, zügige Schwünge. Mit der Panorama-Link-Gondel lassen sich später die Skigebiete Wagrain mit Kleinarl und Flachauwinkl beziehungsweise mit der G-Link-Gondel die Skiberge Grießenkareck und Grafenberg fast schwerelos schwebend miteinander verbinden. Abseits der Pisten erleben Romantiker in Wagrain-Kleinarl ihren »It-Moment« bei einer Pferdeschlittenfahrt: Warm in Decken gehüllt gleitet und ruckelt man durch verschneite Lichtungen des Kleinarltals dem still daliegenden Jägersee entgegen. Während der Kutscher mit ruhigen Worten von den Geschichten seines Heimatortes erzählt, untermalen die durch den Schnee gedämpften Geräusche der Hufe und ab und zu ein leises Schnauben der Pferde die Szene. Ein fast meditativer Abschaltmoment, aus dem einen erst der Kutscher durch sein Zuprosten mit einem hausgebrannten Schnaps holt.

Winterwanderwunderwelt

Ein Winterurlaub im Salzburger Land besteht eben nicht nur aus rasanten Abfahrten und quirligem Hüttentrubel. Abseits der Pisten entfaltet auch die Region rund um Eben im Pongau einen beinahe magischen Zauber der Ruhe. Tief verschneite Wälder dimmen jedes Geräusch. Unterwegs auf einsamen Wegen kann man so sogar das leise Rieseln hören, wenn eine Schneeflocke vom Ast fällt. Winterwandern auf geräumten Pfaden eröffnet aber auch optisch eindrucksvolle Eindrücke: Etwa bei den wöchentlichen Fackelwanderungen entlang des Moorweges in Eben, wo der Schnee im flackernden Schein der tanzenden Flammen golden aufleuchtet. Die Restdunkelheit macht die Welt klein. Hinter den gerade noch schemenhaft sichtbaren Bäumen nur wenige Meter abseits des Weges scheint Schluss zu sein. 

Ein paar Täler weiter kann man sich im Großarler Tal im Eisstockschießen versuchen – vier Bahnen stehen bereit, um sich mit den einheimischen »Profis« zu messen. Als Skigebiet hat Großarl eine Scharnierfunktion: Vom Gipfel des Kreuzkogels kann man entweder nach Dorfgastein hinabfahren oder zurück ins Großarltal, die beiden Orte sind über eine Skischaukel verbunden. Dazwischen laden Dutzende urige Skihütten zur Einkehr ein. Mittwochs lockt ein besonderes Angebot Frühaufsteher auf die Piste: Beim »Skikeriki« treffen sich zwanzig ausgewählte Gäste bereits um kurz nach sieben Uhr an der Talstation, um im ersten Morgenlicht und vor allen anderen ihre Schwünge auf die frisch präparierten Pisten zu zeichnen, Frühstück inbegriffen. Dieses exklusive Erlebnis ist schnell ausgebucht, daher empfiehlt sich eine möglichst frühe Anmeldung.

Mit dem benachbarten Skigebiet in Gastein verbindet Großarl aber nicht nur ein relativ neuer Lift, sondern auch eine Jahrtausende alte Geschichte. Schon um 700 nach Christus hatten sich die ersten Siedler in Gastein niedergelassen. Die bajuvarischen Grafen Aribonen waren damals Besitzer Gasteins und Großarls. In dieser Zeit sollen der Sage nach von zwei Mönchen auch die Thermen entdeckt worden sein. Die beiden badeten die Wunde eines verletzen Hirsches im Thermalwasser, und die Genesung des Tieres ließ sie fortan an die kurierende Kraft des Wassers glauben. Dieses Heilsversprechen zog im Laufe der Zeit auch immer mehr Menschen an. Bereits um die Jahrtausendwende dürften die ersten Badegäste nach Gastein angereist sein. In weiterer Folge stieg die Zahl – und der Promi-Faktor. Als erster berühmter Kurgast gilt Kaiser Friedrich III., der 1436 das damalige »Wildbad« besuchte. 1845 kam erstmals Kaiser Franz Joseph I., seine Gemahlin Kaiserin Elisabeth besuchte das Bad gleich mehrmals, auch der deutsche Kaiser Wilhelm I. steht auf der historischen Gästeliste. 

Doch nicht nur Kaiser, auch Künstler und Staatsmänner kamen nach Bad Gastein, darunter der Zar von Russland, der deutsche Reichskanzler Bismarck, der ­sowjetrussische Staatschef Chrustschow, der Schah von Persien, der Komponist Franz Schubert und die Schriftsteller Thomas Mann und Franz Grillparzer. Die von den drei Goldmedaillen von Toni Sailer überstrahlte Ski-Weltmeisterschaft 1958 bedeutet den Durchbruch Gas­teins als Wintersportort. Heute bieten die vier Skigebiete im Gasteinertal insgesamt über 200 Kilometer Pisten. Bad Hofgastein und Bad Gastein sind dabei durch die Schlossalm- und Angertal-Bahnen verbunden und bieten abwechslungsreiche Abfahrten vor imposanter Hochgebirgskulisse. Dazu kommen Skitouren-Möglichkeiten im Areal rund um Schlosstal, Angertal und Stubnerkogel sowie Freeride-Routen, etwa am Kreuzkogel in Sportgastein, der bis auf 2700 Meter hinaufreicht und Powderfans bei passenden Schneebedingungen herrliche Tiefschnee-Abfahrten ermöglicht. 

Erste Reihe fußfrei: Die Aussicht auf die perfekten Carvingpisten lässt schon bei der Bergfahrt die Laune steigen.
© Christian Lorenz / Flachau Tourismus
Erste Reihe fußfrei: Die Aussicht auf die perfekten Carvingpisten lässt schon bei der Bergfahrt die Laune steigen.

70 Prozent Gefälle

Das Gasteinertal vereint damit rasante Sportaction und stille Naturschönheit, bodenständige Gemütlichkeit und entspannende Wellnessangebote. Morgens auf der Piste, nachmittags eine Schneeschuhwanderung durch stille Wälder und am Abend wahlweise Genuss im Thermenbad oder beim Gourmetdinner im »Weitmoser Schlössl« in Bad Hofgastein: Diese Kombination aus Aktivität und Entspannung macht den Reiz dieser Region aus. 

Ähnliches gilt für Zell am See. Frühmorgens den Pulverschnee hoch oben im Gletschergebiet des Kitzsteinhorns durchpflügen, mittags eine duftende Suppe auf einer Hütte, am Nachmittag ein Spaziergang an der Seepromenade und am Abend wohliges Ausspannen im Tauern-Spa Kaprun. Angesichts dieser harmonischen Koexistenz von Sport, Natur, Genuss, Entspannung und Kultur wundert es nicht, dass Salzburg gemäß Übernachtungszahlen zu den beliebtesten Wintersportregionen der Alpen zählt. Mit Schuld: die Schmittenhöhe. Der »Hausberg« Zell am Sees dient als eine Art natürliche Aussichtsterrasse. In der klaren Luft erscheinen ringsum die sanften Grasberge und die schroffen, schneebedeckten Dreitausender der Hohen Tauern zum Greifen nah. Fünf lange Talabfahrten ziehen sich vom Gipfel ins Tal, darunter die legendäre »Trass« – mit bis zu 70 Prozent Gefälle die steilste Piste weit und breit. Wer sie meistert, spürt das Adrenalin in den Adern, und wer lieber gemächlich carvt, findet daneben ausreichend breite, einladende Hänge. Unten im Tal glitzert der See in der Wintersonne; mit etwas Glück dampft frühmorgens leichter Nebel über der Wasserfläche.

Auf den Spuren der WM

Kein Glück hatten die jahrelangen Pläne für die Liftverbindung von Zell am See nach Saalbach. Der »Xpress« hätte das Skigebiet Schmittenhöhe mit dem Skicircus Saalbach-Hinterglemm, Leogang und Fieberbrunn verbinden sollen. Daraus wird jetzt nichts. Die Kosten hatten sich zuletzt auf bis zu 60 Millionen Euro verdoppelt. Was bleibt, ist die Liftverbindung vom Salersbachköpfl in Zell am See nach Viehofen und von dort mit dem Skibus weiter nach Saalbach-Hinterglemm. Das Skigebiet war im letzten Winter Gastgeber der Alpinen Ski-Weltmeisterschaften, die das beschauliche Pinzgauer Tal für zwei Wochen ins Zentrum der Skiwelt verwandelten.

Doch auch abseits des Renntrubels zählt der Skicircus Saalbach-Hinterglemm-Leogang-Fieberbrunn zu den attraktivsten Skigebieten der Alpen. 270 Kilometer Abfahrten verschiedenster Schwierigkeitsgrade bieten für jeden etwas. Breite Genusspisten wechseln sich mit selektiven Weltcup-Strecken ab. Durch den Zusammenschluss mit Fieberbrunn in Tirol ist auch das Freeride-Angebot massiv gewachsen. Wer die Herausforderung sucht, kann die Skirunde »Ski your Limit« in Angriff nehmen: Rund 65 Kilometer und 12.000 Höhenmeter quer durch den gesamten Skicircus, für konditionsstarke Sportler an einem Tag machbar.

Alle anderen lassen es lieber gemütlicher angehen und genießen zwischendurch eine der über 60 Hütten, dies es im Skicircus gibt. Auf den Sonnenterrassen stehen ausreichend Liegestühle bereit, in denen man sich zurücklehnt, das Gesicht der Wintersonne entgegenstreckt und mit einem zufriedenen Lächeln feststellt: Eine kurze Rast im Laufe eines langen Skitages hat noch nie geschadet. Beispielsweise auf der urigen »Hintermaisalm«, einem 130 Jahre alten, liebevoll wiederaufgebauten Almhaus über Hinterglemm, das eine Kombination aus traditionellem Charme und modernem Komfort direkt an der Skipiste bietet.

Wie ein Meer aus Watte liegt der Nebel im Tal und über dem Zeller See. Oben am Berg: ein sonniges Kontrastprogramm.
© Zell am See-Kaprun Tourismus
Wie ein Meer aus Watte liegt der Nebel im Tal und über dem Zeller See. Oben am Berg: ein sonniges Kontrastprogramm.

Im Reich des Königs

Weniger traditionelle, eher moderne Architektur bieten Skihütten wie die »Deantnerin« in Dienten oder »Tom« in Maria Alm, beide im Skigebiet Hochkönig gelegen. Der imposanten Gebirgsstock liegt zwischen Saalach und Salzach im südlichsten Teil der Berchtesgadener Alpen, die hier bis hinter die Grenze Österreich mit ein paar hohen Bergen versorgen. Mit knapp 3000 Metern überstrahlt der Hochkönig sein »Reich« tatsächlich wie ein aristokratischer Herrscher. Die gleichnamige Region rund um Maria Alm, Dienten und Mühlbach trägt den Beinamen »Reich des Schneekönigs« also durchaus zu Recht.

Das Skigebiet kann nicht nur mit 120 abwechslungsreichen Pistenkilometern aufwarten, sondern auch mit einer besonderen Herausforderung: der Königstour. Diese Skirunde verbindet alle wichtigen Gipfel und Orte der Region und führt über 35 Kilometer und insgesamt 7500 Höhenmetern von der »Abergalm« über den Hundstein bis hinüber nach Mühlbach. Ambitionierte Ski-Enthusiasten schaffen die Tour an einem Tag und sammeln dabei Eindrücke wie in einem ganzen Skiurlaub: ständige Wechsel der Panoramaausblicke vom Steinernen Meer bis zum Großglockner und immer wieder neue Genüsse in den Hütten entlang der Strecke. Denn auch kulinarisch hat die Hochkönig-Region viel zu bieten: Zahlreiche Almen und Bergrestaurants servieren Pinzgauer und Pongauer Spezialitäten von Kaspressknödeln bis zum Wildragout aus heimischer Jagd, oft mit modernem Twist, stets aber herzlich und bodenständig. Unten im Tal versprechen Unterkünfte wie »die Hochkönigin« in Maria Alm oder das Vier-Sterne-Resort-»Aldiana Club Hochkönig« in Mühlbach mit spektakulärer Panorama­lage ­Erholung.

Entspannen, abschalten, auftanken abseits von Pisten – darauf hat sich Bad Vigaun spezialisiert. Nur eine Viertelstunde vor Salzburg entfernt und idyllisch eingebettet im Tennengau, hat der Ort eine relativ junge Geschichte als Gesundheits- und Wellnessdestination. Erst 1970 führten die häufig im Salzachtal vorkommenden Mineralquellen zu dem Plan, Vigaun zu einem Kurort zu erheben. Zwei Jahre später gründete man eine Kurgesellschaft und beauftragte die »Österreichische Mineralölverwaltung« (ÖMV) damit, im Gemeindegebiet Untersuchungsbohrungen durchzuführen. Die im Herbst 1976 begonnene Bohrung stieß am Barbaratag desselben Jahres in rund 1360 Metern Tiefe tatsächlich auf hochmineralisiertes Wasser, das in großer Schüttung und mit einer Bodentemperatur von bis zu 36 Grad Celsius aus dem Boden sprudelte. Zwei Jahre später bescheinigte eine Analyse der St.-Barbara-­Quelle den Charakter einer Heilquelle. Seinen Vornamen »Bad« bekam Vigaun aber erst 2002.

Neben dem warmen Wasser verwöhnt Bad Vigaun auch mit Kulinarik, unter anderem im »Restaurant Kellerbauer« mit klassisch österreichischer Küche in behaglichen Stuben. Nur wenige Schritte entfernt empfängt die »Langwies Genussherberge« mit einem Angebot, das Traditionsbewusstsein und Zeitgeist in perfekter Balance vereint: würziger Tennengauer Almkäse, frisches Wildbret aus den umliegenden Wäldern, Kräuter vom eigenen Garten.

Skitouren-Paradies

Das »Triumvirat« vervollständigt das »Wirtshaus Neuwirt« ­direkt am historischen Dorfplatz. Außen ein liebevoll restauriertes Gasthaus mit hölzernen Fensterläden, innen herzliche Atmosphäre unter einem imposanten Gewölbe und ehrliche regionale Küche – der »Neuwirt« ist die gute Stube von Bad Vigaun. Wem danach nach Bewegung ist: der Schlenken, Hausberg Bad Vigauns, bespaßt Skitourengeher und Schneeschuhwanderer mit idyllischer Natur. Erfahrenen Alpinisten steht für Touren zudem die Postalm, das Gebiet rund um Gaissau-Hintersee oder das Tennengebirge den ganzen Winter zu Verfügung. Wem die Abfahrt im glitzernden Pulverschnee zu »normal« ist, der kann es ja mit Rückwärtsskifahren versuchen.


Erschienen in
Falstaff Magazin Österreich Nr. 9/2025

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Klaus Höfler
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