Eigentlich ist nicht viel los in Eptingen, gleich unter der Autobahn von Basel nach Luzern. Mit Ausnahme des hiesigen Gasthofs «Bad Eptingen», der viele Jahre lang ein Treffpunkt der besseren baselländischen Gesellschaft war. Man konnte hier wunderbar unter sich sein, Eptinger Mineralwasser und Bordeaux trinken, Gänseleberterrine und Cordon bleu verzehren. Doch nun gilt es, sich zumindest ein bisschen umzustellen. Neuerdings ist nämlich Daniele Tortomasi als Küchenchef verantwortlich, während sein Bruder Gabriele als Sommelier amtiert. Was sich hier geändert hat respektive noch ändern soll, bekamen wir nur nach und nach heraus. Die Weinkarte etwa wurde soeben neugestaltet und mit Champagner kleiner Winzer (Suenen, Stéphane Regnault), grossartigen Burgundern und Piemontesern aufgewertet; Schweizer Weine bleiben aber ebenfalls im Fokus. Noch besser scheint, dass die Getränkekalkulation überaus fair ist. Gestrafft wurde die Speisekarte, doch klassisch wird es auch weiterhin zugehen. Wir probierten Balfegó-Thunfisch mit Pfefferkruste, perfekt inszeniert, und einen Fischteller, auf dem sich Seezunge, Steinbutt und allerlei mehr in tadelloser Qualität und Würzung präsentierten. Danach Orangenfilets mit Datteln und Grand Marnier: Es gibt nicht mehr viele Restaurants, in denen man so etwas findet. Dass der Service was kann, braucht man kaum zu betonen. Erwähnen muss man aber, dass Daniele Tortomasi, zuletzt im «Mandarin Oriental» Zürich, bald in einem separaten Raum hinter dem Gasthof noch ein Gourmet-Outlet betreuen wird. Ob die bessere hiesige Gesellschaft das Zusatzangebot annehmen möchte oder ob das «Bad Eptingen» eine ganz neue Klientel anlocken kann, wird sich zeigen.