Seit in diesem Sommer das »Speiselokal Sebald« seine Türen geöffnet hat, ist der Weinmarkt zum neuen Treffpunkt in der Nürnberger Altstadt avanciert. Dahinter stecken Gastgeber und Sommelier Abel Gebredingl, der seine gastronomische Laufbahn schräg gegenüber im Sterne-Restaurant »Essigbrätlein« begonnen hat. Auch Küchenchef Henri Diagne hat bereits Sterne-Luft geschnuppert: Er arbeitete unter Fabian Feldmann in dessen »L’Impertinent« in Biarritz. Im vergangenen Winter initiierten sie zur Einstimmung mehrere kulinarische Pop-ups in Nürnberg. Mit dem »Sebald« schaffen Gebredingl und Diagne einen entspannten Ort für alle, die gutes Essen schätzen – mit Sharing-Gerichten, ausgezeichneten Weinen und viel Kunst an den Wänden. Die Küche ist international mit einem Schwerpunkt auf französischer Cuisine. Die Karte ist bewusst klein gehalten. Rund zwölf Gerichte, unterteilt in kalte und warme Speisen sowie Nachspeisen, laden zum gemeinsamen Genießen ein. Köstlich ist »Der kalte Fisch«, eine leicht scharfe Ceviche aus Adlerfisch mit einer Creme aus Süßkartoffeln und Avocado – fein säuerlich und erfrischend. »Die Pasta«, gefüllte Nudeln mit Sellerie und Nussmus, wird mit einer zart-cremigen Beurre blanc serviert. Die Dessert-Auswahl beweist, dass Nachtisch nicht immer süß sein muss: »Die grüne Tomate« spielt mit Säure und dezenter Süße und wird so zu einem delikaten Abschluss. Auf die Crème brulée Sebald möchte schon jetzt kaum ein Gast verzichten. Bei der Weinauswahl berät Abel Gebredingl charmant. Die Karte ist vielfältig und bietet viele ausgezeichnete Weine aus Franken, Italien und Argentinien – darunter auch einige erschwingliche Tropfen.