Nicht weitersagen: Dieses Sternerestaurant befindet sich hinter einer Geheimtür
Von außen wirkt alles wie eine elegante Galerie für zeitgenössische Kunst. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt eine verborgene Tür – und dahinter eines der verstecktesten Sternerestaurants New Yorks.
Wer durch die West 8th Street im New Yorker Stadtteil Greenwich Village spaziert und ein Restaurant sucht, würde an diesem Ort vermutlich vorbeigehen. Hinter den großen Schaufenstern hängen nämlich lediglich zeitgenössische Kunstwerke, die von Besucher:innen betrachtet werden. Erst auf den zweiten Blick offenbart sich das eigentliche Geheimnis: Eines der Kunstwerke verbirgt den Eingang zum Sternerestaurant »Frevo«.
Was wie eine raffinierte Inszenierung wirkt, entstand ursprünglich aus einer pragmatischen Idee. Als die Gründer – Chef Franco Sampogna und Bernardo Silva – kurz vor der Eröffnung ihre ursprünglichen Räumlichkeiten verloren, fanden sie zwar ein neues Zuhause in Greenwich Village, doch die Fläche war deutlich größer als geplant. Also verwandelten sie den vorderen Bereich kurzerhand in eine Kunstgalerie und versteckten das Restaurant dahinter. Aus einer Notlösung wurde das Markenzeichen des Hauses.
Hidden Gem
Wer die versteckte Tür passiert, landet nicht in einem weitläufigen Speisesaal, sondern in einem bewusst intimen Ambiente. Lediglich 16 Plätze an der Chef’s Counter sowie zwei kleine Tische sorgen dafür, dass sich der Abend beinahe wie eine private Einladung anfühlt. Die offene Küche rückt das Geschehen in den Mittelpunkt und lässt die Gäste jeden Handgriff verfolgen.
Stillstand gibt es hier nicht. Etwa alle vier Monate verändert sich das Restaurant komplett: Zeitgleich wechseln die Kunstausstellungen im Eingangsbereich, das Degustationsmenü und die Weinbegleitung. Selbst Stammgäste erleben deshalb bei jedem Besuch eine neue Inszenierung. Kulinarisch verbindet Franco Sampogna klassische französische Kochtechnik mit südamerikanischen und asiatischen Einflüssen.
Verantwortlich für die Weinbegleitung ist Sommelier Quentin Vauléon, der bereits mehrfach bei renommierten französischen Sommelier-Wettbewerben ausgezeichnet wurde. Seine Auswahl setzt überwiegend auf europäische Weine, rund 95 Prozent stammen aus biologischem oder biodynamischem Anbau. Bekannte Klassiker stehen dabei ebenso auf der Karte wie kleine Entdeckungen abseits der großen Namen.
Nicht wo, sondern wann
Spontane Besuche sind im »Frevo« eher die Ausnahme. Das Restaurant öffnet seine Reservierungen jeweils am ersten Tag eines Monats für den Folgemonat – und die begehrten Plätze sind häufig schnell vergeben. Mit einem Preis von 255 US-Dollar für das Degustationsmenü zählt ein Abend im versteckten Sternerestaurant zwar nicht zu den günstigen Restaurantbesuchen New Yorks, die Inszenierung und der geheimnisvolle Charakter sprechen aber für sich.