Analog zu den meisten südamerikanischen oder lateinamerikanischen Ländern wurde der Weinbau in Bolivien bereits im 15. Und 16. Jahrhundert von spanischen Mönchen eingeführt. In Schatten der großen Wein produzierenden Ländern Argentinien und Chile spielt der Weinbau hier bis heute keine gewichtige Rolle auf der Weltweinkarte. Dafür hat der Wein eine Besonderheit, die ihn von allen anderen Ländern des Kontinents unterscheidet, die Höhenlage. Denn hier stehen die Reben des früher als „Hochperu“ bezeichneten Landes auf durchschnittlich 2.700 Meter Seehöhe. Es sind damit die höchsten Weinberge der Welt, nur zum Vergleich, der höchste Weinberg Europas liegt auf 1.300 Meter Seehöhe im Aostatal. Die Weinberge Boliviens verteilen sich auf 5 Weinbaugebiete, deren größtes das Zentraltal von Tarja bildet. Hier stehen allein 80% der ca. 4.000 Hektar Boliviens, die über 90% der Weinproduktion liefern. Insgesamt werden allerdings überhaupt nur 2.000 Hektar Weinberge für die Erzeugung von Wein genutzt. Durch die Höhenlage mit seinem warmen trockenen Klima ist Bolivien speziell für Rotweinsorten wie Grenache oder Carignan bestens geeignet, die in Europa z.B. im warmen Süden ihre besten Ergebnisse bringen. Da sich gegen die UV-Strahlung die Beeren durch eine Verdickung der Traubenhaut schützen, sind diese Weine extrem tieffarben und bilden ein weiches Geschmacksbild aus. Nur an kühleren Ecken wird auch Merlot und Cabernet Sauvignon angebaut, die aber häufig durch ihren „gebackenen“ Charakter auffallen. Wegen der geringen Niederschläge im Landesinneren von Südamerika müssen die Weinberge bewässert werden. Bolivien legt mittlerweile auf seinen Weinbau einen gesteigerten Wert, auch und gerade um von dem Image des Kokain-Produzenten und -Lieferanten Abstand zu gewinnen.