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Berlin out, Wien in? Deutsche Hauptstadt nicht mehr unter den Top-Reisezielen

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Vor einem Jahrzehnt war Berlin ein Must-See für Reisende – doch jetzt scheint der Hype vorbei. Aktuelle Reiseführer-Verkaufszahlen zeigen: Die Hauptstadt rutscht aus den Toplisten. Ist Berlin nicht mehr angesagt?

Lange galt Berlin als Magnet für Städtereisende – jung, wild, kreativ. Doch aktuelle Zahlen deuten darauf hin, dass die Faszination nachlässt. Während der Berlin-Reiseführer von »Marco Polo« 2014 noch zu den meistverkauften Titeln in Deutschland gehörte, schaffte es die Hauptstadt im vergangenen Jahr nicht einmal mehr in die Top Ten. Wien hingegen erlebte einen Aufstieg: Innerhalb eines Jahrzehnts kletterte die österreichische Hauptstadt von Platz neun auf Rang zwei der beliebtesten Reiseführerziele.

Die Reisetrends haben sich jedoch generell verändert. Wo früher Berlin, Barcelona und Amsterdam die Liste anführten, sind es heute Kreta, Sardinien oder Lissabon, die auf den vorderen Plätzen stehen. Konstant beliebt bleiben jedoch Klassiker wie London, Paris und Mallorca, die sich seit Jahren in den Top Five halten.

Berlin verpasst Post-Corona-Boom

Die Pandemie hat den globalen Tourismus massiv verändert – doch während viele Metropolen ihre Besucherzahlen längst wieder auf Vor-Corona-Niveau gebracht haben, bleibt Berlin zurück. Im Jahr 2019 zählte die Stadt noch rund 14 Millionen Touristen, 2023 waren es nur 12,7 Millionen. Zwar verzeichnete die Hauptstadt erstmals wieder mehr als 30 Millionen Übernachtungen, doch verglichen mit anderen europäischen Großstädten ist das Wachstum verhalten.

Wien klettert auf Platz 2
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Wien klettert auf Platz 2

Vor allem internationale Gäste bleiben aus. Rund 40 Prozent der Berlin-Touristen kommen aus dem Ausland, vor allem aus Großbritannien, den USA, den Niederlanden, Italien und Spanien. Doch im direkten Vergleich zu Städten wie Paris, London oder Rom ist Berlin global weniger präsent.

Problem-Flughafen BER?

Ein wesentlicher Faktor für den stagnierenden Tourismus könnte die mangelnde internationale Anbindung sein. Während Flughäfen wie Frankfurt und München als globale Drehkreuze fungieren, bleibt Berlin mit dem BER hinter den Erwartungen zurück. Viele Langstreckenverbindungen fehlen, sodass Reisende aus Nordamerika und Asien oft umständliche Umsteigeverbindungen in Kauf nehmen müssen.

Neben infrastrukturellen Herausforderungen gibt es auch ein Imageproblem. Laut einer YouGov-Umfrage wird Berlin im deutschsprachigen Raum oft weniger sympathisch wahrgenommen als andere Millionenstädte. Während Hamburg, München und Wien in Sachen Beliebtheit vorn liegen, polarisiert Berlin – zwischen rauem Charme und anstrengendem Großstadtflair. Ob dies nur ein vorübergehender Trend ist oder die Hauptstadt langfristig ihre Strahlkraft einbüßt, bleibt abzuwarten.


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