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Mülltrennung am Strand

Mülltrennung am Strand
© Shutterstock

Warum das grüne Gewissen bei Reisen oft zu Hause bleibt

Umweltschutz
Urlaub

Daheim wird brav Müll getrennt, Wasser gespart und nachhaltig eingekauft. Im Urlaub scheinen für die Deutschen andere Regeln zu gelten: Das grüne Gewissen bleibt oftmals zu Hause. Das hat das Portal »Holiday Check« in einer Umfrage herausgefunden.

Wer zu Hause Wert auf Nachhaltigkeit legt, handelt im Urlaub nicht automatisch genauso konsequent. Eine aktuelle Untersuchung von »HolidayCheck« macht deutlich, wie stark sich das Umweltverhalten vieler Deutscher zwischen Alltag und Ferien unterscheidet.

Für die Studie wurden im Frühjahr 2026 mehr als 1.000 Reisende in Deutschland befragt. Die aktuelle Erhebung macht das sogenannte »Say-Do-Gap« sichtbar: Während sich 69 Prozent der Deutschen im Alltag als nachhaltig bezeichnen, sinkt dieser Wert im Urlaub auf 56 Prozent. Fast ein Drittel räumt sogar offen ein, auf Reisen weniger umweltbewusst zu handeln als zu Hause.

Urlaub als Ausrede

Die Gründe für dieses Verhalten sind vielfältig. Am häufigsten nennen die Befragten fehlende Infrastruktur am Urlaubsort. Wo Recyclingmöglichkeiten fehlen oder nachhaltige Alternativen nicht sichtbar sind, fällt umweltbewusstes Handeln schwerer.

Fast ebenso bedeutsam sind jedoch emotionale Faktoren. Viele Reisende möchten sich im Urlaub bewusst etwas gönnen und den Alltag hinter sich lassen. Nachhaltigkeit wird dabei nicht selten als zusätzliche Aufgabe wahrgenommen, mit der man sich während der freien Tage möglichst wenig beschäftigen möchte. Praktische und unkomplizierte Lösungen erhalten Vorrang.

Schlechtes Gewissen reist mit

Bemerkenswert ist dabei, dass das Bewusstsein für die eigene Widersprüchlichkeit durchaus vorhanden ist. Mehr als die Hälfte jener Befragten, die ihr Verhalten im Urlaub als weniger nachhaltig beschreiben, gibt an, deshalb gelegentlich ein schlechtes Gewissen zu haben.

Besonders ausgeprägt zeigt sich der Verhaltensunterschied bei jüngeren Reisenden. In der Generation Z geben 39 Prozent an, im Urlaub weniger nachhaltig zu handeln als im Alltag – deutlich mehr als im Gesamtdurchschnitt.

Nachhaltigkeit muss einfach sein

Die Studie zeigt zugleich, dass viele Reisende durchaus bereit wären, nachhaltiger zu handeln, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Fast jeder Zweite würde sich stärker engagieren, wenn Hotels entsprechende Anreize schaffen würden – etwa durch Rabatte oder Vorteile für Gäste, die auf den täglichen Handtuchwechsel verzichten.

Auch praktische Informationen spielen eine wichtige Rolle. Viele wünschen sich konkrete Hinweise, wie nachhaltiges Verhalten vor Ort unkompliziert umgesetzt werden kann. Ebenso werden günstigere nachhaltige Angebote als wirksamer Anreiz genannt.

Die Verantwortung sehen die Befragten dabei nicht allein bei sich selbst. Hotels, Reiseveranstalter und Buchungsplattformen werden ebenfalls in der Pflicht gesehen, nachhaltige Entscheidungen einfacher und attraktiver zu machen.


Travel-Redaktion
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