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Frankreich fordert weniger Fleischkonsum – und stößt auf Widerstand

Fleisch
Frankreich
Umweltschutz

In Frankreich, dem Land der Haute Cuisine und saftigen Steaks, soll künftig der Fleischkonsum gesenkt werden. Was nach simpler Ernährungsstrategie klingt, ist in Wahrheit ein kulturpolitischer Kraftakt.

Frankreich ist berühmt für seine Küche: saftige Côte de Boeuf, herzhafte Terrinen und traditionelle Wurstwaren. Trotzdem schlägt die Regierung nun einen neuen Ton an. In der frisch veröffentlichten nationalen Strategie für Ernährung und Klimaschutz ruft Paris dazu auf, Fleisch und Wurst zu begrenzen. Stattdessen sollen Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse und Vollkornprodukte mehr Platz auf den Tellern einnehmen.

Der Grund hinter dem Appell ist der hohe Fleischkonsum des Landes: 2024 lag der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch in Frankreich bei 85 Kilogramm – fast doppelt so hoch wie in Deutschland (53,2 Kilogramm). Die Konsequenz, so die Regierung, betrifft nicht nur die Gesundheit der Bevölkerung, sondern auch das Klima. Die landwirtschaftliche Produktion ist für rund 20 Prozent des CO₂-Fußabdrucks Frankreichs verantwortlich, Fleisch allein trägt 61 Prozent dazu bei.

Reduzierung oder Begrenzung?

Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt seit 2024 maximal 300 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche. Dass solch eine Empfehlung in Frankreich auf Widerstand stößt, überrascht kaum. Hinter den Kulissen lieferten sich deshalb zuvor Agrar- und Umweltministerium ein Tauziehen um die Formulierung. Das führte dazu, dass die Veröffentlichung der nationalen Strategie mehrfach verschoben wurde, wie der Sender France Info berichtete. Statt von »Reduzierung« oder »Begrenzung« zu sprechen, spricht die Regierung letztendlich von einem »ausgewogenen Fleischkonsum« – ein Kompromiss, der allerdings den Zorn der Umweltaktivisten weckt.

Doch unabhängig von der Formulierung stößt der Appell in Frankreich auf ein Parcours voller Stolpersteine: Wer sich in Frankreich vegan oder vegetarisch ernähren möchte, hat es nicht leicht. In Kantinen ist das »plat du jour« noch immer häufig ein Fleischgericht, und um fleischfreie Menüs entfachen sich ohnehin immer wieder Diskussionen. In vielen Restaurants steht Gemüse als Beilage selbstverständlich bereit, als Hauptdarsteller hingegen selten.


Redaktion
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