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Argentinische Bar mit Gaucho-Grill eröffnet in Bern

Neueröffnung
Weinbar
Fleisch
Argentinien
Bern

Die französische Hafenbar «Ô Capitaine» im Berner Breitenrain wird zur argentinischen Weinbar.

Wo früher Steuerrad und allerhand Schiffs- und Meeresbilder hingen, hat es Platz gegeben. Platz für argentinische Weine, die Anibal Ramon Acosta schön ausstellt. Hinter dem Tresen stehen seine Tochter und eine Mitarbeiterin. Alle reden durcheinander, in Spanisch.

Gerade kommt die Köchin mit Empanadas in die «Ô Bar de Vinos». Sie stellt die frisch zubereiteten Empanadas hin und verschwindet gleich wieder. Heute gibts prall gefüllte, vegetarische und solche mit Fleischfüllung, dazu eine Knoblauchnote. Bald steht ein Experiment auf der Bar: ein mit Linsen gefülltes, veganes Empanada. Alle kritischen Esser, die reinbeissen, werden still. Que rico!

Mit am Tresen steht Eugenio «JJ» Leto, der das Lokal noch als Hafenbeiz vom Vorgänger übernommen hat. Seit einigen Monaten hat er mit Anibal Ramon Acosta über dem neuen Konzept gebrütet. Geboren ist nun eine argentinische Bar. Im hinteren Bereich, wo vorher ein Separée war, steht nun eine Vinothek mit argentinischen Tropfen. 90 Prozent der hier verkauften Weine stammen aus Argentinien. Diese wurde von Acosta und seinem Geschäftspartner Martin Rauh unter dem Label «Casa Vinos Argentinos» gegründet und hat nun mit der Bar hier an der Herzogstrasse fusioniert.

Grillieren wie die Gauchos

Doch auch die kulinarischen Spezialitäten von Argentinien sind präsent, als abgepackte Kassenschlager in der Vinothek oder auch die supersüssen Alfajores mit Dulce de Leche (flüssiges Karamell). Frisch gekocht wird auch: Mittags gibts Menüs oder einmal im Monat einen Gaucho-Grill. «Wir werfen alles auf die Glut, Onglet, Zwerchfell oder Lomito. Ich sage manchmal erst später, was die Leute gegessen haben», sagt Acosta. Er hält es wie seine Landsmänner: Filet sei viel zu rar und teuer. Und die Bernerinnen und Berner scheinen es zu mögen, denn die Plätze sind bis im Mai ausgebucht.

Im kulinarischen Zentrum stehen die besagten Empanadas. Die südamerikanischen Teigtaschen werden in allen Ländern etwas anders gefüllt: «In Peru hats viel Gemüse drin, in Chile praktisch nur Zwiebel, in Argentinien ist es feinstes Rindfleisch», sagt der nicht ganz neutrale Acosta.

Grillgut über die Gasse

Auf dem Menü steht auch Choripan, ein bestechend einfaches Sandwich: Alles, was man braucht, sind Baguette (vom Ängelibeck), Chimichurri und Chorizo. Die argentinische, nicht die scharfe spanische, versteht sich von selbst. Apropos Fleisch: Viele der argentinischen Community in Bern kommen hier vorbei, um speziell geschnittene Fleisch zu kaufen. «Das geschieht auch abends um 23 Uhr, gegessen wird erst gegen Mitternacht», lacht Acosta. Und als hätte er das organisiert, tritt tatsächlich ein Kunde ein, bestellt eine Flasche Wein und Grillgut über die Gasse. Buen provecho!

Ô Bar de Vinos
Herzogstrasse 12, 3014 Bern
bardevinos.ch


Claudia Salzmann
Autorin
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