Weinreise Franken: Iphofen – die Geheimnisse fränkischen Weinbaus
Malerische Gassen, charaktervolle Silvaner und ein Blick hinter die Kulissen einer traditionsreichen Weinstadt.
Die Reise beginnt in Iphofen, einem fränkischen Kleinod am Fuße des Schwanbergs. Der Ort entzückt mit seiner historischen Bausubstanz. Knapp 20 Weingüter prägen zudem das Stadtbild. Eines der renommiertesten ist das Familiengut Hans Wirsching. Im Stammhaus in der Altstadt lädt eine modern gestaltete Vinothek zum Verkosten ein – der ideale Start, um in die Region einzutauchen.
»Frankenwein wird von drei Bodenarten geprägt, die im Erdzeitalter des Trias entstanden sind«, erklärt Andrea Wirsching bei einem Tasting. »Buntsandstein bei Bürgstadt, Muschelkalk rund um Würzburg und hier bei uns im Steigerwald bestimmt der Gipskeuper den Geschmack der Weine.« Letzterer verleiht dem Silvaner besonderen Schmelz, Kraft und eine ganz einzigartige Kräuterwürze. Spürbar wird das vor allem in den Weinen aus der nach Süden ausgerichteten Spitzenlage Julius-Echter-Berg.
9,2 PtSpitzentropfen mit Tiefe und Geschichte
Wer tiefer in die Geheimnisse der Steigerwälder Weine eintauchen möchte und sich dabei auch noch bewegen will, kann zur sogenannten Grotte wandern – einem Felsvorsprung, auf dem sich der besondere Keuperboden begutachten lässt. Hier wird sichtbar, dass es sich um Pflanzenreste handelt, die einst die Lagunen des Urmeeres besiedelten. Neben Silvaner entwickelt auch die Scheurebe hier besonders intensive, würzige Aromen. Iphöfer Weine sind und bleiben Spitzentropfen mit Tiefe, Würze und unverwechselbarem Profil.
Komplett wird der Genuss in einem der vielen guten Restaurants der Stadt. In Gasthäusern wie dem »Zehntkeller« oder der »Iphöfer Kammer« trifft man auf regionale und saisonale Spezialitäten. Der Steigerwald ist wildreich, sodass Reh und Wildschwein ebenso auf den Speisekarten stehen wie frischer Karpfen oder Forelle. Hinzu kommt das stolze Metzgerhandwerk in Franken mit seinen Spezialitäten – allen voran die groben Bratwürste. Ob im »Zehntkeller« oder im Restaurant »Kammer«, hier kann man erleben, wie gut Silvaner zum Essen passt. »Silvaner ist der Alleskönner in der Küche«, schwärmt auch Andrea Wirsching. »Zurückhaltend in der Nase, mit dezenter Würze bringt er – wie Kräutersalz – die Aromen der Speisen so richtig zum Leuchten.«
Ein weiterer Tipp ist das »Kleine Hotel« mit dem »Restaurant Achtele«. In privater Atmosphäre wird für maximal zehn Gäste ein Menü gekocht. Dazu gibt es fünf Achtele der Lieblingsweine des Wirtspaares Michaela und Michael Walter. Einen Stopp sollte man auch am Knauf-Museum einlegen. Auf den Gipskeuper-Böden hat der weltweit agierende Baustoffhersteller Knauf seine Heimat. Die Familie ist der Region bis heute eng verbunden und hat der Stadt mit dem Museum ein architektonisches Highlight samt Ausstellung geschenkt.