Das «Volkshaus Basel» wurde erst kürzlich renoviert. Dazu passt, dass frische Kräfte da sind: Nebst der Direktorin Manuela Voser hat auch der «Brasserie»-Küchenchef Kevin Kirchmaier neu angefangen. Das Lokal ist bei unserem Besuch fast ausgebucht, elegant gekleidete Gruppen und extrovertierte Expats sorgen für eine multilinguale Geräuschkulisse. Sofort fällt das Auge auf die Decke des Raums, dort hängen mundgeblasene Deckenlampen. Auf dem Menü stehen Klassiker wie Schweinekotelett mit Bratkartoffeln, Wiener Kalbsschnitzel oder Coq au Vin. Letzteres wird mit süssem Süsskartoffelstock an Rotwein-Bratenjus und Röstgemüse serviert. Das Pouletfleisch wurde nicht wie üblich im Sud mitgekocht, aber ist unfassbar saftig. Küchenchef Kirchmaier hat auch die vegetarische Küche drauf: Hausgemachte Tortelloni mit einer sündigen Büffel-Parmesan-Sauce. Der Sommertrüffel bedeckt die Pasta, unten im Teller liegen – etwas unsaisonal – Spargeln. Der Gedanke ist schnell vergessen, alles passt wunderbar zusammen. Der Abend startet aber selbstverständlich mit Vorspeisen: gebratene Champignons mit knackigen Gartenerbsen, versteckt unter einer Mimolette-Espuma. Und wie es sich für eine Brasserie gehört, werden hier auch dicke Austern geschlürft. Sie werden mit einer zu säuerlich geratenen Vinaigrette und Zitrone serviert. Der Service sorgt dafür, dass auch die Gläser schön gefüllt sind: Dem unschlagbar günstigen Moët & Chandon kann man nicht widerstehen. Die Weinkarte listet aber auch Tessiner Viognier, französische Rosés und grosse Italiener wie Ornellaia.