Die Restaurants mit dem besten Gansl im 11. Bezirk in Wien
Das »Stern« in Simmering mag auf den ersten Blick so aussehen wie ein durchschnittliches Wiener Gasthaus. Doch normal ist hier schlicht gar nichts. Es beginnt schon beim Blick in den Kühlschrank beim Entrée, wo bei den Speisen über die Gasse stets ein Feldhasen-Chili vorrätig ist. Die Spur führt zum ebenso jagd- wie weinverrückten Patron Christian Werner. Zweiter Leidenschaft ist eine Weinkarte mit fast 700 Positionen zu verdanken. Falsch – zwei Weinkarten, je eine für Rot und Weiß. Anderswo hält man Prosecco zum Apéro für das Höchste der Gefühle, hier darf es auch mal Roederer Cristal glasweise zu einem räsonablen Tarif sein. Und nach dem Abgang von Peter Zinter ins Donnerskirchner »Gogosch« die nächste Ungewöhnlichkeit: Der neue Mann am Herd heißt Armin Hagenhenrich und stammt aus Münster. Das ungewöhnliche österreichisch-deutsche Lokal »Die Botschaft« in Kopenhagen hat er konzipiert, im kultigen Berliner »Clärchens Ballhaus« kochte er auch. Jetzt sollte es Wien sein: »Stand schon immer auf meiner Liste. Hier kann man noch was bewegen.« Die Speisekarte will er kleiner machen, um präziser zu werden. Das schmeckt dann so. Wenn Patron Werner 200 Fasane beisammen hat, macht Hagenhenrich daraus 15 Liter Consommé, dazu Dotter und Sherry – schlicht genial. Auch neu: »Bio-Kalbszungensalat« dezent asiatisch mariniert mit Frisée. Neuerdings fix im »Tasting-Menü« (6 Gänge zu freundlichen 95 Euro): Hirn gebacken in herrlich französischer Kaisergranat-Bisque. Und kürzlich auf Facebook avisiert: Schweinsfuß »Pierre Koffmann« – ein legendäres Gericht des Franzosen aus seinem ehemaligen Drei-Sterner in London Knightsbridge. Hagenhenrich hat sichtlich noch allerhand vor.
Ein Relikt aus dem alten Wien! Das Simmeringer Weinhaus besteht seit über 80 Jahren und wurde seither optisch kaum verändert. Eine schöne alte Schank, Holzvertäfelung und Kamin tragen ebenso zum Wohlgefühl bei wie die Klassiker aus der Wiener Küche
Gutbürgerlich wird in dem gemütlichen Wirtshaus gekocht. Gebackener Emmentaler steht genauso auf der reichhaltigen Karte wie Weinbergschnecken. Stammgäste lieben auch die hausgemachte Cremeschnitte.