Die Restaurants mit dem besten Gansl im Burgenland
Eine der wesentlichen Adressen der heimischen Kulinarik. Dank des istrischen »Außenpostens« kommt zum Gartengemüse auch Wildfangfisch auf die offene Flamme, die Alain Weissgerber meisterhaft führt.
Provokateur und Promiwirt, vor allem aber herausragender Koch – Max »mehr Biber verkochen« Stiegl lässt niemanden kalt. Im Lokal-Schmuckstück pflegt man weiter »Pannonia trifft nose to tail«. Gut so!
Das Burgenland auf einem Teller liefern die »Starter« aus der Holzofenküche von Jürgen Csencsits. Überraschende Akzente – Ras el Hanout, Pak Choi – zeigen die Kreativität der Ess-Institution im Süden.
Ja, die Mittelmeermöwe brütet am See. Nicht nur als Namensgeber, sondern auch als Symbol für mediterrane Einflüsse dient sie im Spitzenlokal. Wermutmousse oder Forellen-Basilikum-Rolle belegen das.
Ein Wirtshaus wie dieses sollte jeder Ort haben. Krautsuppe, die legendäre Hühnerleber, Zander und der Kastaniengarten sind neben den Burgundern des Hauses nur eine Handvoll Gründe auf einer langen Liste.
Das passt einfach! Die pannonische Erdung von Hannes Tschida sorgt zusammen mit den Weinen für Fröhlichkeit. Die Küche liefert dazu Vergessenes (Kalbsbackerl) und überrascht mit so manchem Schmankerl.
Die Sache mit dem Zweitlokal zu ih- rem hochdekorierten »Taubenkobel« sind Barbara Eselböck und Alain Weissgerber schon 2012 angegangen – in Gestalt der »Greisslerei« nebenan. Nun also ein paar Kilometer vom Stammhaus in Schützen am Gebirge entfernt das Drittlokal – die Lage zwischen zwei Gotteshäusern macht die Namensfindung einfach. »Kirchenwirt« heißt nun jenes Lokal, das ein Vierteljahrhundert als »Rusterhof« bekannt war. Weder am Schild noch auf der Homepage findet sich eine Spur zur Trademark der Betreiber, die somit wohl bewusst Zuschreibungen wie »Nobelwirt« oder Ähnliches vermeiden wollen. Wobei sich angesichts der Qualität der Darbietungen ein nicht ganz ortsübliches Preisniveau nicht vermeiden ließ. In der Küche steht ein alter Bekannter Weissgerbers aus der gemeinsamen »Steirereck«-Ära, zuletzt werkte Karl Heinz Ruttmann in München. Hier stehen Sachen auf der Karte, die sich anderswo kaum jemand antut. Kalbskutteln gedünstet mit Morcheln – aufregend gut, kocht so niemand. Die Tafelspitz-Sulz punktet nicht mit Schönheit, dafür aber mit aromatischer Dichte und geschnippelten Radieschen plus Salat als Frische-Element. Diese sauren Kalbsnierndln gehen überhaupt als idealtypische Zubereitung durch, dazu buttercremiges Erdäpfelpüree. Ein nicht mit Übergröße, sondern mit Bergkäse und Beinschinken edel ausgestattetes Cordon bleu ist auch zu haben. In der Weinkarte spiegelt sich die Naturweinliebe der Eigner, von den alteingesessenen Häusern des Burgenlandes sind auch Klassiker vertreten. Wenn es für die wundersam verwinkelten Stuben zu warm wird, könnte diese Terrasse zur begehrtesten des Bundeslandes werden. Und – gezählte elf Störche schauen beim Essen zu.
Hier bedeutet ein großes Haus auch viel kulinarische Freude über den Tag verteilt. Porridge und »Ruderbrot«, die hohe Cremeschnitte und ein Cocktail, aber auch Geflügelleber und Bauernente – alles da!
Fels in der Brandung der wechselnden Hauptstadt-Gastronomie. Mit hoher Qualität, wechselnden Jahresschwerpunkten und Mut zu unkonventionellen Getränken punktet das Haus unweit der Fußgängerzone. Bravo!
Regionaler Pionier der veganen Küche, aber auch Meister der Rindsuppe und der Wildgerichte. Bei Philipp Szemes geht das alles zusammen. Maxime des Kochs und Whisky-Sammlers bleibt: Schmecken muss es!
Regionales gibt es schon zum Frühstück, mit Lángos-Vielfalt, Kürbis-Pilz-Frühlingsrolle und Uhudler-Fasan setzt sich diese bodenständige Linie fort. Beeindruckend: der historische Luisser Weinkeller.