100 Jahre Rioja: Die Vielfalt feiern
Falstaff war bei den Abschlussfeierlichkeiten zu 100 Jahre Rioja in Logroño dabei und hat sich durch die Vielfalt der Region gekostet. Die Region ist so divers wie nie zuvor.
Rioja war 1925 die erste spanische Weinregion, die die begehrte Herkunftsbezeichnung Denominación de Origen erhielt – und dieses 100-jährige Jubiläum hat die Region im vergangenen Jahr weltweit gefeiert. Den krönenden Abschluss der Feierlichkeiten bildete ein grosses Event im Februar in Logroño, der Hauptstadt der Rioja. Herzstück der Veranstaltung waren einmalige Tastings, die sowohl der langen Geschichte als auch der lebendigen Gegenwart dieser nordspanischen Weinregion gewidmet waren.
Frische statt Fülle
Dass Rioja im Wandel ist, lässt sich spätestens seit der Einführung der Kategorien «Viñedos Singulares» und «Vinos de Pueblo» vor gut zehn Jahren nicht mehr übersehen. Statt Fassreife steht seither das Terroir im Mittelpunkt und dieser Ansatz gewinnt stetig an Bedeutung, wie die Verkostungen in Logroño eindrücklich bestätigten. Frische, Eleganz und Herkunft sind die neuen Leitbegriffe, die die klassische Eichenfass-Reife nicht verdrängen, sondern bereichern.
Alles ausser gewöhnlich
Besonders auffällig war die Renaissance der Garnacha: In höheren, kühleren Lagen gedeiht sie heute zu leichtfüssigen, aromatisch präzisen Weinen – ein deutlicher Kontrast zu den schweren Rotweinen vergangener Jahrzehnte. Alte, lange vergessene Rebsorten erleben eine Wiedergeburt, rosafarbene Claretes feiern ihr Comeback, und zahlreiche Weissweine schreiben die legendäre Tradition der Rioja-Blancos neu. Rioja bleibt sich treu und erfindet sich gleichzeitig neu. Das Jubiläum in Logroño war nicht nur ein Rückblick, es war vor allem ein kraftvolles Statement für die Zukunft.