Dauer, Kosten, Änderungen für Gäste: So geht's weiter mit dem Café Central
Das Café Central in Wien schließt ab sofort für eine umfassende Generalsanierung. Was heißt das für die Gäste – und was wird danach anders sein?
Das »Café Central« in der Wiener Herrengasse hat am 16. März 2026 für umfassende Sanierungsarbeiten geschlossen. Die Wiedereröffnung ist für Herbst 2026 geplant. Der Fokus liegt auf der Technik: Heizung, Klimaanlage, Lüftung, Sanitär, Elektrik und Brandschutz werden rundum erneuert. Die Küchen und Produktionsräume werden erweitert, Lagerflächen durch eine Verbindung zum Palais Hardegg vergrößert. Alles unter strenger Einhaltung des Denkmalschutzes.
Für Stammgäste und Tourist:innen wird das in den nächsten Monaten eine große Umstrukturierung bedeuten: Keine Warteschlange mehr vor der Tür, keine Melange in der Säulenhalle. Wer trotzdem noch die Patisserie des Kaffeehauses genießen möchte, kann das wenige Schritte weiter im Pop-up »Café Decentral« im Palais Harrach auf der Freyung tun. Dort gibt es die Patisserie-Produkte des Central und einen schönen Schanigarten. Mit der Dependance möchte man die Zeit bis zur Wiedereröffnung überbrücken.
Wenig Veränderung für die Gäste
Nach dem Umbau soll das Flair möglichst erhalten bleiben. Nur eben »besser« – eine gute Sanierung sollen die Gäste nämlich möglichst wenig bemerken. Thonet-Stühle werden überholt, Stoffe von »Backhausen« originalgetreu erneuert, historische Luster restauriert. »Eine gute Sanierung erkennt man daran, dass man sie nicht erkennt«, sagt Architekt Peter Klein im Rahmen einer Pressekonferenz am Tag der Schließung.
Nicht nur das Personal, auch die Gäste sollen durch den Umbau und modernster Technik profitieren: 80 Prozent mehr Frischluft in der Küche, 20 Prozent weniger Lärm, mit Fernkälte möchte man 50 Prozent CO₂ einsparen. Dem Team des Cafés ist es ein Anliegen, dass die historische Patina der Säulenhalle erhalten bleibt – dahinter soll nach dem Umbau aber alles auf dem neuesten Stand der Technik sein.
Das »Café Central« gibt es seit dem Jahr 1876 im Palais Ferstel in der Herrengasse in Wien. Es war ein beliebter Treffpunkt für Jahrhundertwende-Literaten wie Peter Altenberg, Sigmund Freud, Arthur Schnitzler, Stefan Zweig und Hugo von Hofmannsthal. Selbst Leo Trotzki – damals Bronstein – spielte hier Schach und las Zeitungen. Während des zweiten Weltkriegs wurde das Haus 1943 zerstört und konnte 1975 wiedereröffnet werden. 1986 wurde es umfassend renoviert. Das Wiener Kaffeehaus ist für seine Säulenhalle mit Thonet-Stühlen und Lüstern international bekannt. Es bilden sich regelmäßig lange Schlangen an Tourist:innen, die darauf warten, das Café besuchen zu können.
1010 Wien
Österreich