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Kartoffel-Überfluss in Belgien: Kinder verschenken 120 Tonnen Ernte

Kartoffel
Gemüse
Belgien

Wenn die Ernte die Lager sprengt, entstehen kreative Lösungen: Auf dem Torenhof in Westflandern haben drei Geschwister beschlossen, überschüssige Kartoffeln einfach zu verschenken – und machen daraus ein Osterferienprojekt mit Herz.

Die Kartoffeln stapeln sich zu einem richtigen Berg: 120 Tonnen warten derzeit auf dem Torenhof in der belgischen Provinz Westflandern darauf, abgeholt zu werden. Die Ursache ist eine ungewöhnlich üppige Ernte, die die belgischen Lagerhallen regelrecht sprengt. Insgesamt wurden in Belgien fast fünf Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet – so viel wie noch nie. Große Mengen davon finden aktuell keinen Abnehmer in der Industrie.

Statt die überschüssigen Knollen verrotten zu lassen, hat die Familie auf dem Torenhof zu einer ungewöhnlichen Lösung gegriffen: Sie verschenkt die Ernte an die Öffentlichkeit. Die Aktion läuft noch bis zum 18. April, und jeder kann mit Eimern, Taschen oder Körben vorbeikommen.

Die Initiative kommt von der jüngeren Generation des Hofes: Noor (15), Lotte (13) und Tom (8) haben das Projekt selbst organisiert. Sie erstellen Flyer, koordinieren die Ausgabe und heißen Besucher:innen willkommen. Schon am ersten Tag fanden rund 20 Interessierte den Weg auf den Hof. »Jeder ist herzlich eingeladen, sich kostenlos welche mitzunehmen«, so die Geschwister gegenüber dem belgischen Nachrichtenportal VRT NWS.

Nicht ganz uneigennützig

Auch ein kleiner Eigenanreiz steckt hinter der Aktion: Mit freiwilligen Spenden möchten die Schwestern ihrem Bruder Tom ein neues Mountainbike ermöglichen. Ein Teil der Besucher:innen zeigt sich großzügig, andere nehmen mehrere Dutzend Kilogramm mit – manche sogar über 100 Kilogramm. Was nicht abgeholt wird, soll untergepflügt oder zu Biogasanlagen gebracht werden, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.

Neben dem sozialen Engagement haben die Kinder auch praktische Tipps im Blick: Kartoffeln halten sich am besten bei 4 bis 8 Grad, dunkel, trocken und luftig gelagert – ideal sind Keller oder Vorratsräume. Plastikverpackungen und die Nähe zu Obst, etwa Äpfeln, beschleunigen dagegen Fäulnis.


Redaktion
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