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Am Ufer der Mosel. An der Moselschleife bei Trittenheim reifen Rieslinge, die Weltruf genießen.

Am Ufer der Mosel. An der Moselschleife bei Trittenheim reifen Rieslinge, die Weltruf genießen.
© Shutterstock

Mosel: Wein-Mäander des Glücks

Wein
Mosel
Rheinland-Pfalz
Deutschland

Man könnte meinen, dass ein großer Weinliebhaber am Werk war, als das Moseltal seine Form bekam: Denn die Schleifen, für die der Fluss berühmt ist, schaffen Amphitheater von Steilhängen noch und noch. Und deren Klima behagt dem Rebstock ausgesprochen gut.

Wer an Mosel, Saar und Ruwer unterwegs ist, wird sich – vor allem in den zahlreichen Winzerdörfern – in einem sehr eigenen Kosmos wiederfinden. Man blickt nach oben in halsbrecherisch steile, rebenbewachsene Hänge aus Schiefergestein, man steigt nach unten in Keller, welche die Mosel alle paar Jahre persönlich besuchen kommt, wenn sie wieder einmal über ihr Ufer tritt.

Nicht zuletzt aber kann man auch Kulturgüter kennenlernen wie den »Reparaturwein«. Selbiger kommt nach einer längeren Weinprobe auf den Tisch – nach einer Probe, die sich qualitativ von Schritt zu Schritt gesteigert hat, vielleicht sogar – eine Spezialität der Mosel – immer reifere Jahrgänge ins Glas gebracht hat. Am Ende einer solchen Weinklimax gilt es, den Gaumen zu »reparieren«, um ihn auf Normalnull und zu bescheideneren Ansprüchen zurückzuführen.

Zu diesem Zweck holt der Veranstalter der Verkostung (m/w/d) meist einen jungen, säurereichen Gutsriesling oder einen knackigen Kabinett aus dem Keller. Repariert wird in großen Schlücken – und auch dafür haben die Moselwinzer eine eigene Redeweise: Man »trinkt sich nüchtern«. Da ein Kabinett beispielsweise meist nur etwa acht Volumenprozent Alkohol besitzt, ist ein gewisser Verdünnungseffekt auch nicht zu bestreiten. Das Auto sollte man nach einer solchen Ausnüchterungskur aber trotzdem besser stehen lassen.

Fünf gute Gründe für die Moselregion

  1. Riesling: Wer Riesling liebt, für den bilden Mosel, Saar und Ruwer das gelobte Land: Hier gibt es den König der Weißweine in allen Spielarten, von gehaltvollem trockenem GG über federleichten Kabinett bis hin zu edelsüßen Delikatessen.
  2. Heroischer Weinbau: Die Bewirtschaftung der Steillagen ist ein beinhartes Geschäft. Zwar lassen sich manche Arbeiten mit dem Hubschrauber erledigen, aber das meiste ist doch schweißtreibende Handarbeit. Und schwindelfrei müssen die Weinbergsarbeiter sein!
  3. Zeugnisse der Römerzeit: Um das Jahr 300 wurde ein Viertel des römischen Reichs von Trier aus verwaltet. Die Überreste der einstigen Bauten sind Weltkulturerbe der UNESCO – und in Triers Stadtbild auf Schritt und Tritt präsent.
  4. Kulinarik: Noch vor zehn Jahren war die Mosel als Schnitzelparadies verschrieen. Das hat sich gewandelt: Heute findet man empfehlenswerte Gasthäuser und Sternelokale in großer Zahl. Sie alle eint der Lokalpatriotismus bei der Weinauswahl.
  5. Dynamische Winzer: Die SaarwInzer bilden eine verschworene Gemeinschaft, die Ruwer pflegt ihren Ruf als Geheimtipp, und an der Mosel sind zu Zeit viele experimentierfreudige Jungwinzer aktiv, sogar Rotwein probieren sie aus.

Tag 1: Von Kanzem nach Wiltingen und Ockfen

Tag 2: Ein Stadtbummel in Trier

Tag 3: Von Mertesdorf über Leiwen nach Piesport

Tag 4: Von Piesport nach Bernkastel und Erden

© Katjana Lacatena / carolineseidler.com

Erschienen in
Weinreisen Deutschland 1/2025

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