Nicht immer grün: Dieser violette Basilikum schmeckt nach Lakritz
Basilikum kann mehr als Pesto und Caprese. Rund 70 Sorten gibt es weltweit – darunter eine besonders auffällige Variante mit dunkelvioletten Blättern. Der Dark Opal überrascht nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich.
Wer Basilikum hört, hat meist sofort die klassische grüne Pflanze vor Augen: große Blätter, mediterraner Duft und der typische Geschmack von Pesto Genovese. Doch das beliebte Küchenkraut ist deutlich vielfältiger. Basilikum gibt es in rund 70 verschiedenen Varianten. Die Sorten unterscheiden sich nicht nur in der Farbe, sondern auch in Blattstruktur und Aroma.
Eine der ungewöhnlichsten Varianten ist wohl Lila Basilikum, auch violetter oder roter Basilikum genannt. Mit seinen tief gefärbten Blättern wirkt er fast wie eine Zierpflanze – tatsächlich gehört es aber genauso in die Küche wie sein grüner Verwandter. Geschmacklich bringt es deutlich mehr Würze mit: Neben der typischen Basilikum-Note finden sich je nach Sorte Anklänge von Anis, Nelken, Pfeffer und sogar Lakritz.
So entsteht das Violett
Die auffällige Farbe verdankt das Purpurbasilikum den sogenannten Anthocyanen. Dabei handelt es sich um natürliche Pflanzenfarbstoffe, die auch Heidelbeeren, schwarzen Trauben oder Rotkohl ihre intensive Färbung verleihen. Beim violetten Basilikum überlagern diese Pigmente den grünen Blattfarbstoff Chlorophyll und sorgen für die charakteristische dunkle Farbe.
Purpurbasilikum ist keine eigene Pflanzenart, sondern eine Gruppe verschiedener Sorten der Art »Ocimum basilicum«. Zu den bekanntesten zählen etwa Dark Opal, Red Rubin, Purple Ruffles und Osmin Purple. Während manche Varianten eher süßlich schmecken, erinnern andere stärker an Gewürze oder Nelken.
Von Zitrone bis Zimt
Der klassische Genoveser Basilikum ist zwar der bekannteste Vertreter, aber längst nicht der einzige. Thai-Basilikum etwa besitzt eine ausgeprägte Anisnote und ist fester Bestandteil vieler südostasiatischer Gerichte. Zitronenbasilikum bringt frische Citrus-Aromen mit und passt gut zu Fisch, Desserts oder sommerlichen Getränken. Zimtbasilikum wiederum überrascht mit warmen Gewürznoten.
Vorsicht in der Küche
Bei der Verarbeitung verlangt die violette Variante etwas mehr Fingerspitzengefühl. Die empfindlichen Farbpigmente reagieren auf Hitze: Beim Kochen verliert Purpurbasilikum seine leuchtende Farbe und kann sich grau-braun verfärben. Auch intensives Pürieren setzt den Blättern zu.
Am besten kommt das Aroma deshalb frisch zur Geltung. Fein gezupft passt Purpurbasilikum zu Tomaten, Burrata, gegrilltem Gemüse, Fisch oder sommerlichen Salaten. Besonders spannend ist die Kombination mit Früchten wie Pfirsich oder Erdbeeren, deren Süße die würzigen Noten des Basilikums ergänzt.
Auch in der Bar findet das Kraut immer häufiger Verwendung. Durch die Zugabe von Säure, etwa Zitronensaft, können sich die Anthocyane verändern und für spannende Farbspiele sorgen. Deshalb eignet sich Purpurbasilikum auch für kreative Cocktails.