Oben ohne? Das kann am Comer See teuer werden
Varenna am Comer See reagiert auf das Verhalten zahlreicher Tourist:innen mit strengeren Verhaltensregeln. Wer künftig in Badekleidung oder mit freiem Oberkörper durch den Ort läuft, muss mit einem Bußgeld rechnen.
Zwischen historischen Gassen, kleinen Cafés und dem glitzernden Wasser des Comer Sees gelten künftig strengere Regeln für Besucher:innen. Wer dagegen verstößt, muss mit hohen Bußgeldern rechnen. Die Gemeinde möchte damit auf die zunehmenden Belastungen durch den Massentourismus reagieren.
Das idyllische Dorf am Ostufer des Sees hat nur rund 650 Einwohner:innen, zieht jedoch jedes Jahr eine große Zahl an Reisenden aus aller Welt an. Die wachsende Beliebtheit bringt auch Herausforderungen mit sich: volle Gassen, Lärm und Konflikte zwischen Gästen und Einheimischen.
Topless? No!
Der kleine Ort stellt daher strengere Regeln auf: Wer künftig in Varenna mit freiem Oberkörper, Bikini oder Badehose durch den Ortskern spaziert, muss mit einem Bußgeld zwischen 50 und 200 Euro rechnen.
Die neue Regelung gilt nicht für Strände, Badestege oder Bootsfahrten auf dem See. Innerhalb des historischen Zentrums, beim Einkaufen, in Restaurants oder beim Besuch von Kirchen wird hingegen künftig Wert auf eine angemessene Kleidung gelegt. Viele Bewohner:innen und lokale Geschäftsleute begrüßen die Maßnahme: Badekleidung gehöre ans Wasser, nicht in die engen Gassen des Ortes.
Weitere Maßnahmen
Die Kleiderordnung ist Teil eines umfassenderen Maßnahmenpakets. Künftig dürfen geführte Gruppen maximal 25 Personen umfassen, außerdem sind Lautsprecher und Megafone bei Stadtführungen untersagt. Damit will die Gemeinde die Besucherströme besser steuern und die schmalen Straßen entlasten.
Varenna ist nicht der einzige italienische Ferienort, der stärker gegen die Auswirkungen des Übertourismus vorgeht. Auch andere beliebte Destinationen wie Capri, Sorrent und Portofino haben in den vergangenen Jahren Regeln eingeführt, um das Verhalten von Besucher:innen im öffentlichen Raum zu lenken.