Zwischen Butler-Service und Bella Italia: Mit der »MSC Meraviglia« durchs Mittelmeer
Fünf Tage von Barcelona nach Neapel – und ein Schiff mit zwei Charakteren: pulsierendes Bordleben unten, stille Rückzugswelt am Bug.
Manche Reisen leben vom Ziel. Andere entfalten sich unterwegs, Tag für Tag, Hafen für Hafen. Eine Kreuzfahrt an Bord der »MSC Meraviglia« gehört zur zweiten Sorte.
Fünf Tage liegt die Route vor uns: von Barcelona über Tunis und Palermo bis nach Neapel. Dazwischen: offenes Wasser, wechselndes Licht, Zeit.
Die »MSC Meraviglia« wurde einst von »Sophia Loren« getauft, und etwas von diesem Glamour hat sich gehalten. Unter der LED-Decke der Promenade fällt Licht in wechselnden Farben auf Lounges und Wandelgänge, an den Außendecks öffnet sich der Blick aufs Meer. Anders als jedes Hotel an Land verändert sich hier draußen die Kulisse jede Nacht neu.
Kulinarik als Teil der Reise
Nach einem Tag zwischen den schattigen Gassen von Tunis oder den barocken Fassaden Palermos wartet an Bord ein anderer Rhythmus. Im »Teppanyaki«-Restaurant zischt es auf der heißen Platte, während die Zutaten vor den Augen der Gäste geschnitten und gebraten werden. Im »Ocean Cay Seafood Restaurant« dominieren Fisch und Meeresfrüchte die Karte, während im Steakhouse »Butcher's Cut« »Black Angus« und »Ozaki Wagyu« auf dem Teller liegen.
Laut »MSC Cruises« stammen die Zutaten, wo immer möglich, von Erzeugern entlang der jeweiligen Route – rund 70 Prozent der Lebensmittel sollen so lokal bezogen werden. An Bord gebackene Pizza und frisch hergestellter Mozzarella erinnern an die italienischen Wurzeln der Reederei, gleich ob man gerade vor Sizilien oder vor der tunesischen Küste liegt.
Der Bereich am Bug
Der Butler reicht »Darjeeling«, noch dampfend, dazu Scones und filigrane Patisserie auf Etagèren. Durch die bodentiefen Fenster der Panorama Lounge zieht die sizilianische Küste vorbei, in Grau- und Ockertönen, kaum mehr als ein Schatten am Horizont. Es ist still hier oben. Auffällig still – für ein Schiff mit Platz für mehr als 5.600 Gäste.
Dieser Kontrast prägt den »MSC Yacht Club«: Während auf den unteren, öffentlichen Decks das übliche Bordleben pulsiert, liegt der Bereich am Bug wie eine eigene, kleinere Welt für sich. 103 Suiten, ein privates Sonnendeck, ein eigenes Restaurant, die Panorama Lounge über der Brücke, dazu persönlicher Butler- und Concierge-Service – ein Schiff im Schiff, das eher an ein kleines Hotel erinnert als an einen Ozeanriesen. Gäste können jederzeit zwischen beiden Welten wechseln, zwischen Trubel und Rückzug.
Zwischen den Häfen
Wenn das Schiff nachts weiterzieht, bleibt Zeit für Ruhe. Im balinesisch inspirierten »MSC Aurea Spa« warten Saunen, Dampfbäder und eine Eisgrotte, dazu diverse Anwendungen. Wer sich lieber bewegt, findet »Technogym«-Geräte im Fitnessbereich oder dreht auf dem Outdoor-Walking-Track seine Runden, den Blick auf das offene Wasser gerichtet.
Ausblick
Laut »MSC Cruises« soll das Yacht-Club-Konzept künftig auf weitere Schiffe der Flotte ausgeweitet werden. Auf der »MSC World Asia«, die Ende 2026 in Dienst gehen soll, ist der bislang größte Yacht Club der Reederei geplant. Parallel dazu wird die private Insel »Ocean Cay MSC Marine Reserve« um eine zweite Destination ergänzt: »Sandy Cay« auf den Bahamas.
Zwischen den Häfen, in den Stunden auf offener See, offenbart sich, was diese Reise eigentlich ausmacht – nicht die Distanz zwischen den Städten, sondern die Distanz zwischen zwei Decks, zwischen zwei Arten, dasselbe Meer zu erleben.
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