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© INSTATIQ GmbH / Aleksej Keksel

Premiere im Schwarzwald: Dieser Supermarkt kommt aus dem 3D-Drucker

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Im baden-württembergischen Neubulach entsteht derzeit der weltweit erste Supermarkt, dessen Wände im 3D-Druckverfahren gefertigt werden. Bereits im November soll der Markt eröffnen.

Während sich Supermärkte zunehmend mit digitalen Services und modernen Ladenkonzepten weiterentwickeln, wird im Nordschwarzwald nun sogar das Gebäude selbst neu gedacht. In Neubulach entsteht derzeit der weltweit erste Supermarkt, dessen Wände nahezu vollständig im 3D-Betondruckverfahren gefertigt werden. Läuft alles nach Plan, öffnet die neue Netto-Filiale bereits im November ihre Türen.

Nach dem Abriss des bisherigen Marktes starteten die Bauarbeiten im Frühjahr. Der eigentliche Wandrohbau war nach Angaben der Projektpartner bereits nach rund vier Wochen abgeschlossen – deutlich schneller als bei einem konventionellen Neubau. Mobile Druckroboter trugen dabei Spezialbeton Schicht für Schicht direkt auf der Baustelle auf. Auf einer Grundfläche von rund 1.700 Quadratmetern entstanden mehr als 1.300 Quadratmeter gedruckte Wandfläche, einzelne Wände erreichen eine Höhe von bis zu sieben Metern.

Schneller bauen, Ressourcen sparen

Hinter dem Projekt stehen die Unternehmen Instatiq und Nelcon gemeinsam mit Heidelberg Materials. Verarbeitet wird ein speziell entwickelter 3D-Druckbeton, der erstmals mit dem CO₂-reduzierten evoZero-Zement kombiniert wird. Ziel ist es, nicht nur Bauzeiten zu verkürzen, sondern perspektivisch auch Material effizienter einzusetzen und Emissionen zu reduzieren.

Ganz unumstritten ist der Nachhaltigkeitsansatz allerdings nicht. Der verwendete Zement basiert auf einer Technologie, bei der abgeschiedenes Kohlendioxid dauerhaft unter dem Meeresboden gespeichert werden soll. Umweltorganisationen sehen diese Form der CO₂-Speicherung weiterhin kritisch, auch wenn das norwegische Pilotprojekt als eng überwacht gilt.

Pilotprojekt für den Handel

Für den Lebensmitteleinzelhandel könnte das Verfahren künftig interessant werden. Wer neue Standorte schneller realisieren kann, spart Zeit und möglicherweise auch Kosten – und das in einem Land, in dem im Schnitt auf 100.000 Einwohner:innen mehr als fünf Supermärkte kommen. Die Projektverantwortlichen sehen den Neubau deshalb als wichtigen Praxistest für künftige Filial- und Gewerbebauten. Nach eigenen Angaben laufen bereits Gespräche über weitere Projekte.


Redaktion
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