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Sushi am Stiel: Zwischen Convenience und Lollifizierung

Trend
Sushi
Supermarkt

Sushi-Rolle mit Saucenstiel, Fleischbällchen zum Schlecken: wo endet hier die Innovation – und ab wann greift der alte Leitsatz: »Mit Essen spielt man nicht«?

Es beginnt, wie so viele aktuelle Foodtrends, mit einem kurzen Video. In diesem Fall: Eine Sushirolle, verpackt in einer Röhre, die Stück für Stück nach oben gedrückt  wird– sauber geschichtet, vor allem aber eins: auffällig in der Darstellung. Die sogenannten Sushi-Push-Pops haben sich binnen kurzer Zeit von einem Social-Media-Phänomen zu einem Produkt entwickelt, das inzwischen sowohl in Lokalen in Wien, Salzburg, Berlin und Frankfurt als auch im Einzelhandel angekommen ist. Ab dem 16. April bietet Lidl nämlich den gehypten Snack unter seiner Eigenmarke als Aktionsware an.

Das Prinzip ist simpel: Eine längliche Sushirolle wird in einer Art Zylinder angeboten und kann per Druckmechanismus verzehrt werden, ganz ohne Besteck. Geschmacklich orientieren sich die Varianten an bekannten Klassikern wie California Rolls mit Lachs oder vegetarischen Füllungen. Dass solche Ideen zunehmend den Weg in Supermärkte finden, ist kein Zufall. Soziale Medien fungieren längst als Testfeld für neue Produkte. Was dort Aufmerksamkeit generiert, hat gute Chancen, auch im stationären Handel zu funktionieren. Für viele Anbieter sind virale Trends daher nicht nur Inspiration, sondern auch wirtschaftlich relevant.

Schmeckt das noch?

Ähnliche Mechanismen zeigen sich auch bei anderen aktuellen Produktentwicklungen. So haben IKEA und die Marke Chupa Chups einen veganen Lollipop entwickelt, der geschmacklich an die bekannten schwedischen Fleischbällchen angelehnt ist. »Am 1. April haben wir die Menschen eingeladen, sich einen Fleischbällchen Lollipop vorzustellen. Und wir konnten einfach nicht widerstehen, die Idee einen Schritt weiterzudenken, vor allem nach der begeisterten Reaktion«, sagt Javier Quiñones, Commercial Manager bei Ingka Group.

Ursprünglich als humorvolle Idee entstanden, wird das Produkt in limitierter Stückzahl produziert und im Rahmen von Aktionen in Ikea-Häusern weltweit verteilt. In Österreich wird dies am 13. Juni der Fall sein. Auch hier steht weniger der klassische Verzehranlass im Vordergrund als vielmehr die Aufmerksamkeit, die ein solches Produkt erzeugt. Andererseits rückt die Frage nach dem Verhältnis von Form und Inhalt stärker in den Fokus.

Innovation vs. Tradition

Wenn die Präsentation eine immer größere Rolle spielt, verändert sich auch die Wahrnehmung von Lebensmitteln. Aspekte wie Handwerk, Herkunft oder traditionelle Zubereitung treten dabei teilweise in den Hintergrund – zumindest im Kontext solcher Trendprodukte. Dabei muss Innovation nicht zwangsläufig im Widerspruch zu Tradition stehen. Viele Entwicklungen entstehen genau an dieser Schnittstelle: Sie greifen Bekanntes auf und übersetzen es in neue Kontexte.

Entscheidend ist, ob daraus ein Mehrwert entsteht – sei es geschmacklich, praktisch oder nachhaltig. Ob also der Hype der Sushi-Push-Pops so schnell wieder verpufft, wie er gekommen ist, bleibt abzuwarten. Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, wie ausgeprägt seine Experimentierfreude ist.

Wo man die Sushi-Push-Pops finden kann

YAOYAO
Europastraße 1
5020 Salzburg, Österreich
T: +49 69 2562 1234
yaoyao.at

KONBINI
Landstraßer Hauptstraße 13
1030 Wien, Österreich
konbini.at 

TAKAHUMI SUSHI
An der Hauptwache 7
60313 Frankfurt am Main
T: +49 69 13014384

POPUPSUSHI BERLIN
Oranienburger Str. 84
10178 Berlin
T: +49 179 4315647


Redaktion
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