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Cola, Sahne, Sirup: Darum sollten sie »Dirty Soda« probieren

Getränke
Trend
USA

Vergessen Sie Cold Brew oder Matcha – zumindest wenn es nach TikTok geht. Der neueste Schrei aus den USA bricht alle Regeln der klassischen Getränkekunde. Dirty Sodas sind klebrig, cremig und vor allem völlig unvernünftig.

Eigentlich hätte man annehmen können, das Zeitalter der extremen Zuckerbomben sei zugunsten von Functional Drinks und Ingwer-Shots längst beendet worden. Doch wer derzeit über den Atlantik blickt oder durch die sozialen Netzwerke scrollt, stellt fest: Das Gegenteil ist der Fall.

Unter dem Namen »Dirty Soda« rollt eine Welle auf uns zu, die alle Regeln der klassischen Getränkekunde bricht und dabei so erfolgreich ist, dass selbst die großen Lebensmittelkonzerne hellhörig werden. Das Rezept klingt im ersten Moment fast mutwillig. Man nehme eine eiskalte Cola oder ein anderes Softgetränk seiner Wahl und veredele es mit einem großzügigen Schuss Kaffeesahne, verschiedenen Fruchtsirupen und frischer Limette. Was dabei entsteht, ist ein Hybrid aus Limonade und Dessert, der optisch eher an einen Eiskaffee erinnert, geschmacklich aber eine ganz eigene Welt eröffnet.

Das Geschäft mit einer Marktlücke

Die Geschichte hinter diesem Trend ist dabei fast so spannend wie das Getränk selbst. Seinen Ursprung hat der Hype im US-Bundesstaat Utah. In der dort stark verwurzelten mormonischen Kultur sind Alkohol und heiße Koffeingetränke wie Kaffee oder Tee streng tabu. Das schuf eine Marktlücke, die findige Unternehmer mit sogenannten Soda-Shops füllten.

Diese Läden wurden zu den sozialen Ankern der Community, zu einer Art alkoholfreien Bar, in der man sich auf eine »Dirty Soda« trifft. Was jahrelang ein lokales Phänomen in den Bergen Utahs blieb, wurde durch TikTok und prominente Fans wie Olivia Rodrigo plötzlich zum globalen Lifestyle-Phänomen. Inzwischen ist daraus ein millionenschweres Business geworden, bei dem Ketten wie »Swig« eine Filiale nach der nächsten eröffnen.

Kulinarischer Sündenfall?

Doch was macht den Reiz aus, außer dem offensichtlichen Zuckerschock? Wer sich an den ersten Schluck wagt, bemerkt schnell eine faszinierende Dynamik im Glas. Es ist die moderne Interpretation des klassischen »Float«, also der Limo mit einer Kugel Eis, aber feiner abgestimmt. Die Sahne mildert die scharfe Kohlensäure ab und verleiht dem Drink eine samtige Textur, während die Säure der Limette gegen die schwere Süße des Sirups arbeitet.

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Besonders die Kombination aus Cola, Kokosnuss und Limette hat sich als Standard etabliert, der überraschend rund funktioniert. Es ist ein Spiel mit Texturen und Aromen, das wenig mit feiner Kulinarik zu tun hat, aber ein tief sitzendes Bedürfnis nach Nostalgie und Belohnung bedient.

Dass die Industrie diesen Trend längst ernst nimmt, zeigt sich in den Supermarktregalen. In den USA gibt es bereits fertige Mischungen, die man nur noch in die Limonade kippen muss, um den typischen »Dirty«-Effekt zu erzielen. Von Orange-Creme-Aromen bis hin zu komplexen Fruchtmischungen ist alles dabei.

Man kann das Ganze natürlich als kulinarischen Sündenfall abtun, doch das würde zu kurz greifen. Die Dirty Soda ist das ultimative »Guilty Pleasure« in einer Welt, die sonst oft von Verzicht und Optimierung geprägt ist. Ob es das Getränk auch auf die europäischen Getränkekarten schafft, bleibt abzuwarten, aber für den Moment ist es das wohl ehrlichste und unvernünftigste Genussversprechen aus dem Internet.


Redaktion
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