Alles, was Sie schon immer über Tee wissen wollten
Kein Getränk ist so wohltuend, so vielfältig – und so missverstanden. Denn nicht alles, was als Tee verkauft wird, ist auch wirklich einer. Wir erklären, was echter Tee ist, wie die verschiedenen Sorten hergestellt werden und wie viel Koffein in Ihrer Tasse steckt.
Kaum ein Getränk ist so tief in Kulturen verwurzelt wie Tee. Ob als Aufguss-Zeremonie in Japan, als kräftiger Assam im britischen Teeglas oder als Darjeeling zum Sonntagsbrunch – Tee begleitet die Menschheit seit Jahrhunderten. Doch was ist eigentlich «echter» Tee, und wie unterscheiden sich die vielen Sorten, die in unseren Tassen landen?
Echter vs. fake Tee
Nicht jeder Aufguss ist automatisch Tee. Streng genommen dürfen nur Aufgüsse aus den Blättern der Teepflanze Camellia sinensis diese Bezeichnung tragen. Früchte- und Kräutertees, so beliebt sie auch sind, gehören in die Kategorie Aufgussgetränke aus getrockneten Pflanzen, Blüten und Früchten. Auch Rooibos stammt nicht von der Teepflanze, sondern vom südafrikanischen Rotbusch. Earl Grey hingegen ist ein aromatisierter Tee, Darjeeling ein Herkunftstee aus Indien und Ceylon ebenfalls ein Herkunftstee aus Sri Lanka.
Die Teepflanze Camellia sinensis selbst wächst vor allem in China, Japan, Sri Lanka, Taiwan, Indonesien und Indien – Regionen, in denen sie sich besonders wohlfühlt. Hochwertiger Tee ist entsprechend kostbar. Seine Ergiebigkeit relativiert jedoch den Preis: Gute Blätter lassen sich bis zu zehn Mal aufgiessen.
Eine Pflanze, viele Sorten
Alle klassischen Tees – also Weiss-, Grün-, Schwarz-, Oolong- und Pu-Erh-Tee – stammen von derselben Pflanze. Die Unterschiede entstehen allein durch die Verarbeitung, insbesondere durch den Grad der Oxidation. Dabei reagieren Enzyme in den Teeblättern mit Sauerstoff, was Farbe und Aroma verändert.
- Weisser Tee: kaum oxidiert, mild und elegant, kaum bitter, auch bei längerer Ziehzeit
- Grüner Tee: nicht oxidiert, frisch und grasig im Geschmack, reich an wertvollen Inhaltstoffen wie Polyphenole (antioxidativ), L-Theanin (beruhigende und konzentrationsfördernde Aminosäure), Vitamin C, E und B, Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen oder Fluor
- Oolong: halb oxidiert, aromatisch und vielseitig
- Schwarztee: vollständig oxidiert, kräftig und würzig, Basis für beliebte Tee-Mischungen wie Earl Grey
- Pu Erh: fermentierter Tee aus China, gereift über Jahre, erdig
- Matcha: fein gemahlener Grüntee aus Japan, grasig, süsslich, Umami
- Hojicha: gerösteter Grüntee, Basis meist Bancha oder Sencha, nussiges, karamellartiges Aroma
Energie aus der Tasse
Alle echten Tees enthalten Koffein, wenn auch in unterschiedlicher Konzentration. Spitzenreiter ist Matcha mit rund 64 mg pro 2 g Pulver. Schwarzer Tee bringt es auf etwa 40 mg pro Tasse, gefolgt von Oolong (30 mg), Grüntee (20 mg) und Weiss-Tee (15 mg). Zum Vergleich: Eine Tasse Filterkaffee enthält rund 100 mg, ein Espresso etwa 50 bis 70 mg.
Tee bietet für jeden Geschmack das Richtige. Ob als morgendlicher Energiespender, entspannende Auszeit oder heilsames Hausmittel: Eine Tasse Tee ist immer eine gute Idee.