Wer schon einmal hinter einem Café-Tresen stand, weiß: Es gibt sie – diese eine Bestellung, die man irgendwann nicht mehr sehen kann. Für Katharina Brun, Co-Founderin von »Gota Coffee« auf der Mariahilfer Straße in Wien, ist das eindeutig »Kaffee mit so vielen Extras, dass man die Bohne kaum noch erkennt«. Für sie kein Drama – Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Dennoch ist ihr eines wichtig: Das Produkt Kaffee sollte stets im Mittelpunkt stehen.
Ganz anders sieht das Alina Kirchner, Latte-Art-Staatsmeisterin und Inhaberin von »Biest Coffee« in Vorarlberg. Mit einer Bestellung kann sie nämlich gar nichts anfangen: dem Espresso Macchiato. »Er ist weder das eine noch das andere – kein richtiger Espresso, aber auch kein Cappuccino. Durch den Milchschaum verliert der Espresso seinen puren Geschmack, wird verfälscht, und am Ende bleibt ein Getränk, das irgendwo zwischen den Welten hängt«, erklärt sie im Gespräch mit Falstaff.
Cappuccino extra heiß – bitte nicht
Auch wenn man bei der eigenen Kaffeebestellung hofft, kein leises Augenrollen auszulösen, lässt sich das nicht immer vermeiden – besonders dann, wenn der Favorit ein extra heißer Cappuccino ist. Nicht wegen der Komplexität der Bestellung, sondern weil hohe Temperaturen den Geschmack stärker beeinflussen, als viele vermuten: Wird Milch über 65 Grad erhitzt, verändern sich ihre Eiweißstrukturen, der Schaum verliert an Feinheit und die natürliche Süße nimmt ab. Das Ergebnis ist ein deutlich verändertes Geschmackserlebnis.
Und gibt es aber auch Bestellungen, die Baristas ein Lächeln ins Gesicht zaubern? Hier sind sich beide Baristas einig: Ein sauber zubereiteter Espresso, ein gut extrahierter Filterkaffee oder ein besonderer Specialty Coffee zählen zu den Favoriten. Besonders freuen sie sich neben der Zubereitungsart auch über persönlichen Austausch – und über Gäste, die offen für ihre Empfehlungen sind.