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Symbolbild © Shutterstock

Das denken Baristas über Ihre Kaffeebestellung

Kaffee
Kaffeehaus
Nachgefragt

Welche Kaffeebestellung sorgt hinter dem Tresen für Augenrollen? Welche zaubert Baristas ein Lächeln ins Gesicht und stimmt es, dass man Cappuccino nur am Vormittag trinkt? Falstaff hat nachgefragt.

Wer schon einmal hinter einem Café-Tresen stand, weiß: Es gibt sie – diese eine Bestellung, die man irgendwann nicht mehr sehen kann. Für Katharina Brun, Co-Founderin von »Gota Coffee« auf der Mariahilfer Straße in Wien, ist das eindeutig »Kaffee mit so vielen Extras, dass man die Bohne kaum noch erkennt«. Für sie kein Drama – Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Dennoch ist ihr eines wichtig: Das Produkt Kaffee sollte stets im Mittelpunkt stehen.

Ganz anders sieht das Alina Kirchner, Latte-Art-Staatsmeisterin und Inhaberin von »Biest Coffee« in Vorarlberg. Mit einer Bestellung kann sie nämlich gar nichts anfangen: dem Espresso Macchiato. »Er ist weder das eine noch das andere – kein richtiger Espresso, aber auch kein Cappuccino. Durch den Milchschaum verliert der Espresso seinen puren Geschmack, wird verfälscht, und am Ende bleibt ein Getränk, das irgendwo zwischen den Welten hängt«, erklärt sie im Gespräch mit Falstaff.

Cappuccino extra heiß – bitte nicht

Auch wenn man bei der eigenen Kaffeebestellung hofft, kein leises Augenrollen auszulösen, lässt sich das nicht immer vermeiden – besonders dann, wenn der Favorit ein extra heißer Cappuccino ist. Nicht wegen der Komplexität der Bestellung, sondern weil hohe Temperaturen den Geschmack stärker beeinflussen, als viele vermuten: Wird Milch über 65 Grad erhitzt, verändern sich ihre Eiweißstrukturen, der Schaum verliert an Feinheit und die natürliche Süße nimmt ab. Das Ergebnis ist ein deutlich verändertes Geschmackserlebnis.

Und gibt es aber auch Bestellungen, die Baristas ein Lächeln ins Gesicht zaubern? Hier sind sich beide Baristas einig: Ein sauber zubereiteter Espresso, ein gut extrahierter Filterkaffee oder ein besonderer Specialty Coffee zählen zu den Favoriten. Besonders freuen sie sich neben der Zubereitungsart auch über persönlichen Austausch – und über Gäste, die offen für ihre Empfehlungen sind.

Matcha gegen Kaffee?

Und wie steht es um Matcha – werden Kaffee und Matcha ewig in Konkurrenz zueinander stehen oder können sie irgendwann koexistieren? Für Katharina Brun gibt es hier kein Konkurrenzdenken. In ihren Augen haben sowohl Kaffee als auch der Grüntee ihre Berechtigung – zwei unterschiedliche Genusswelten, die aber problemlos nebeneinander bestehen können.

Ähnlich entspannt geht man bei »Gota Coffee« auch mit traditionellen Kaffeeregeln um. So wird etwa das italienische Credo »Cappuccino nur am Vormittag« nicht dogmatisch gesehen. Für das Team zählen vor allem Genuss und Qualität – und ein perfekt zubereiteter Cappuccino kann zu jeder Tageszeit ein echtes Highlight sein.


Tamara Kalny
Tamara Kalny
Autorin
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