Das schicke neue Restaurant ist modern eingerichtet, mit viel Holz. In der offenen Küche im Hintergrund arbeiten die Köche ruhig, schneiden Fisch, Fleisch und Gemüse und formen Sushi. Das «Seam» – der Name wird auf Englisch ausgesprochen, heisst also «Naht» – ist das erste Restaurant in der Schweiz, das japanische Kappo-Küche anbietet, zu Deutsch «schneiden und kochen». Hier wird alles vor dem Gast zubereitet. Die Gerichte selbst sind vielseitig, vom Wagyu-Katsu-Sando – einem Sandwich mit Wagyu-Schnitzel – über Sashimi, Sushi und leichte Sommergerichte bis zur Nudelsuppe gibt es alles. Die Gerichte sind in der Regel klein, empfohlen werden drei bis vier pro Person – also probieren wir uns auch einmal quer durch die Karte. Wir starten mit knusprig-saftigem Wagyu in Panko-Kruste zwischen zwei Scheiben Milchbrot-Toast. Es schmeckt köstlich, genauso wie das frittierte Sushi mit Blauflossenthunfisch-Tatar. Ein Highlight in einer Abfolge von rund zehn ausnahmslos guten Gerichten war für uns das Tages-Sashimi, das mit besonderen Texturen überraschte. Es gab geflämmte Jakobsmuschel, Red Snapper, der durch die Reifung zwischen zwei Kombu-Blättern über Nacht Biss gewann und mit Yuzu aromatisiert wurde, und Tranchen vom Blauflossenthunfisch-bauch, der wunderbar marmoriert war. Dazu gab es Algen, in Sojasauce gekocht, und frischer Wasabi. Ebenfalls begeisterte uns der Reis aus einem japanischen Donabe-Kupfertopf. Besonders die vegetarische Variante mit Eierschwämmli und Tofu-Haut schmeckte uns sehr gut. Der Service war aufmerksam und erklärte die Gerichte sehr gut. Für Fans der gehobenen japanischen Küche ist ein Besuch im «Seam» ein Must!