Gegessen wird an einer langen Edelstahltheke mit Blick auf die offene Küche. Das Konzept: Itameshi – die Verbindung japanischer und italienischer Küche. Doch wer im »Lo Fūfu« gängige Fusionkost erwartet, erlebt eine Überraschung. Stattdessen serviert Küchenchef Amodio Iezza eine modern interpretierte italienische Küche, dezent von japanischen Aromen inspiriert. Fünf Jahre lang war er verantwortlich für die Fleischküche des »To the Bone« in Berlin-Mitte. Jetzt setzt er im frisch eröffneten Lokal an der Kantstraße auf rohen Fisch und italienische Leichtigkeit. Eine Speisekarte sucht man vergeblich, stattdessen gibt es ein siebengängiges Omakase-Menü. Besonders spannend: Iezza verarbeitet möglichst alle Teile des Fisches. Schon der Auftakt überzeugt – eine Consommé aus Makrele, aufgegossen aus Gräten und Algen. Danach folgt ein Thunfischtatar mit frisch geriebenem Bottarga und einem wachsweichen Eigelb, das zwei Stunden lang gegart wurde. Am meisten Italien steckt im Hauptgang: handgemachte Tagliolini mit Jakobsmuschelfleisch, begleitet von einer dichten, zitronigen Sauce, viel Trüffel und Petersilienpesto – unser persönliches Highlight. Erstaunlich ist, mit welcher Konsequenz und Ambition Iezza, der sein Handwerk im adriatischen Pescara gelernt hat, täglich ein neues Menü entwirft – stets mit ausgesuchten Produkten und zu einem überraschend fairen Preis. 70 Euro kostet das Omakase-Menü. Die begleitenden Weine stammen vor allem aus Italien, Frankreich und Deutschland, dazu gibt es selbstverständlich auch eine Auswahl an Sake aus Japan. Durch den Abend begleitet Eleonora Sella – charmant, kompetent und immer auf Augenhöhe.