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Funkelnder Unterschied

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Diamanten faszinieren durch ihre Brillanz, Härte und ihren symbolischen Wert. Doch die moderne Technologie hat eine Alternative geschaffen: im Labor gezüchtete, synthetische Diamanten. Wir wagen den Vergleich.

Diamanten gelten seit Jahrhunderten als Symbol für Luxus, Reinheit und Beständigkeit. Die Schmuckstücke, die sie zieren, wurden oft zu ganz besonderen Anlässen und in emotionalen Momenten verschenkt. Damit verbunden sind Erinnerungen und das Gefühl etwas Wertvolles zu besitzen, das die Ewigkeit überdauert. Selten, wertbeständig und zeitlos schön. "Wie bei jedem Naturprodukt birgt jedes Exemplar eine Einzigartigkeit in sich", beschreibt es Philipp Pelz, Geschäftsführer von Wempe Wien.

Beständigkeit
Jeder natürliche Diamant ist ein einzigartiges Produkt der Natur – mit individuellen Einschlüssen und Farbnuancen.

© Shutterstock, Inge Prader, beigestellt

Doch nun taucht vermehrt funkelnde Konkurrenz aus dem Labor auf, längst stammen nicht mehr alle glitzernden Edelsteine aus Minen tief unter der Erde. Chemisch und physikalisch sind sie identisch mit ihren ­natürlichen Vorbildern. Doch wo liegt der Unterschied? Natürliche Diamanten entstehen im Erdmantel in Tiefen zwischen 250 und 800 Kilometern, wo sich durch Druck und hohe Temperaturen die wertvollen Kristalle aus Kohlenstoff bilden können. Dieser Prozess kann Millionen von Jahren dauern.

Synthetische Diamanten hingegen werden im Labor gezüchtet. Zur Herstellung gibt es zwei Methoden: die HPHT (Hochdruck- Hochtemperatur-Methode, die die Bedin­gungen imitiert, wie sie in der Erdkruste herrschen und die CVD (chemische Gasphasenabscheidungs-Methode), eine Kohlenstoffgas-Atmosphäre nutzt, in der sich der Diamant Schicht für Schicht bildet. Mit diesen Methoden können synthetische Diamanten mit einer äußerst hohen Reinheit, klaren Farbnuancen und jeder beliebigen Größe geschaffen werden, was sie besonders attraktiv für die Schmuckindustrie macht.

Echt oder aus dem Labor?
Mit bloßem Auge kann man den Unterschied zwischen ­natürlichen und synthetischen Diamanten nicht erkennen.

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Optisch kein Unterschied

Konnte man früher den Unterschied zwischen natürlichen und synthetischen Diamanten an der Lichtbrechung feststellen, so lässt sich heute mit bloßem Auge nichts erkennen.

"Dafür braucht man spezielles technisches Equipment. Wir bei Heldwein verwenden beispielsweise ein von der GIA entwickeltes Schnelltestgerät, das anzeigt, ob es sich um einen echten Diamanten handelt", erklärt Sebastian Schroeter, Geschäftsführer von Heldwein. "Wenn das Gerät keinen ­eindeutigen Nachweis liefert, wird der Stein anschließend in ein spezialisiertes Labor geschickt. Dort kann mit präzisen Analysemethoden festgestellt werden, ob der ­Diamant natürlichen Ursprungs ist oder ­synthetisch hergestellt wurde."

Wenn man ein mit echter Emotion aufgeladenes Stück möchte, dann kommt nur der natürliche Diamant in Frage.

Felix Köck

Für Felix Köck, Geschäftsführer und Inhaber bei Von Köck liegt der Unterschied in einem Detail, das man ebenfalls nicht sehen kann: in der fehlenden Emotion bei laborgezüchteten Diamanten, die Massenware sind.

"Es kommt ganz darauf an, was man haben möchte. Wenn es nur ein Diamant sein soll, der groß aussieht und preisgünstig ist, dann kann man zu einem synthetischen Stein ­greifen. Am Ende des Tages entstehen im Labor jeden Tag Millionen Karat. Alles von Maschinen gemacht, ohne Emotion, im Schnellverfahren. Wenn man aber ein mit echter Emotion aufgeladenes Stück möchte und Werterhalt durch die natürliche Limi­tierung, dann kommt nur der natürliche ­Diamant in Frage."

Tatsächlich nachhaltig?

Ein Argument, das für die synthetischen Diamanten sprechen soll, ist die Nachhaltigkeit, hier hakt Sebastian Schroeter ein, denn es ist nicht alles nachhaltig, was glänzt: "Synthetische Diamanten werden künstlich erzeugt, und der Herstellungsprozess ist mit einem enorm hohen Energieverbrauch verbunden. Diese Energie stammt in den meisten Fällen nicht aus erneuerbaren Quellen, wodurch der ökologische Fußabdruck entsprechend groß ist.

Auch wenn synthetische Diamanten oft als umweltfreundliche Alternative dargestellt werden, sehe ich darin eher eine Form von Greenwashing – das Bild der Nachhaltigkeit stimmt hier aus meiner Sicht nicht mit der Realität überein."

Bei synthetischen Diamanten stimmt das Bild der Nachhaltigkeit aus meiner Sicht nicht mit der Realität überein.

Sebastian Schroeter

Darüber hinaus können natürliche Diamanten anhand bekannter und seit Jahrzehnten verwendeter Kriterien objektiv bewertet werden und so auch den ethischen Maßstäben der Käufer:innen gerecht werden. "Bei ­seriösen Anbietern werden Verfahren wie der Kimberly Prozess angewandt, die sicherstellen, dass die Herkunft jedes Diamanten lückenlos zurückverfolgt werden kann. So können faire Bezahlung und ordentliche ­Arbeitsbedingungen am Herkunftsort ­garantiert werden. Alles zusammen zahlt in den Werterhalt der Preziosen ein", erklärt dazu Philipp Pelz.

Preisfrage und Wertverlust

Natürliche Diamanten stehen für echte Wertbeständigkeit wie auch Sebastian Schroeter erklärt: "Hinter ihnen steckt eine gewachsene Wertschöpfungskette, die vielen Menschen entlang des gesamten Herstellungsprozesses Arbeit und Perspektiven bietet. Sie sind Teil einer traditionsreichen Schmuckindustrie, die auf Handwerkskunst, Erfahrung und Qualität basiert." Natürlich wirkt sich das auch auf den Preis aus, denn man kauft hohe Qualität und Beständigkeit – oft für Generationen.

Synthetische Diamanten können definitiv keinen relevanten Werterhalt bieten.

Philipp Pelz

Doch tatsächlich ist der Preis das stärkste Kaufargument. Synthetische Diamanten werden zu sehr günstigen Preisen angeboten, was einige Kunden sehr freut. Doch diese Freude währt nicht lange, wie Philipp Pelz erklärt: "Sehr rasch musste man feststellen, dass synthetische Diamanten definitiv keinen relevanten Werterhalt bieten können. Es ist sogar mit großem Wertverlust zu rechnen. Da synthetische Steine in fast beliebigen Mengen produziert werden können, wird es hier auch nie zu einer Preisstabilisierung kommen." Das heißt, beim Wiederverkauf zählt nur der Materialwert des verarbeiteten Goldes, die Diamanten schlagen mit keinem Wert zu Buche.

"Das ist eine Folge des Überangebots", so Felix Köck. Da die Produktionskosten stark gesunken sind und immer mehr Hersteller auf den Markt drängen, fallen die Preise. "Stellen Sie sich vor, sie haben einen synthetischen Diamanten vor fünf Jahren gekauft. Da hat der Einkaräter in guten Qualitäten noch 5.000 Euro gekostet."

Labor-Diamanten sind also das Richtige, wenn man etwas für einen kurzen glamourösen Auftritt sucht, einem aktuellen Modetrend folgen will oder einfach keine größeren Summen in die Schmuckstücke investieren will. Unter den richtigen Voraussetzungen sind synthetische Diamanten zwar eine gute Alternative, aber den Wert ihrer natürlichen Kollegen werden sie nicht erreichen.

Felix Köck
Gemologe und Inhaber Juwelier von Köck.
vonkoeck.com

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Sebastian Schroeter
Geschäftsführer beim Tradionsjuwelier Heldwein.
heldwein.at

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Philipp Pelz
Geschäftsführer von Wempe Wien.
Wempe.com

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Herta Scheidinger
Autor
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