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© Christina Horn

Longines-CEO Patrick Aoun im Gespräch

Interview
Design
Uhr

Als offizieller Partner der FIS zieht Longines bereits zu Jahresbeginn die Blicke auf sich. Ein erfolgreiches Rennen erhofft sich die Marke aber auch für das herausfordernde Geschäftsjahr 2026, wie CEO Patrick Aoun im Gespräch mit Falstaff LIVING verrät.

Tollkühn stürzen sich die Skifahrer:innen die Streif auf dem Hahnenkamm hinab, rasen vorbei an jubelnden Fans, über Mausefalle und Hausbergkante. Immer wieder fällt dabei ein Wort ins Auge: Longines. Die Präsenz der Uhrenmarke an der Piste verwundert wenig, ist sie doch seit 2006 offizieller Partner und Zeitnehmer des Internationalen Skiverbands FIS. Longines stellt aber nicht nur die nötige Technologie für die Rennen zur Verfügung – die Luxusmarke ist auch an den Handgelenken ihrer Testimonials, darunter Ski-Ikone Marco Odermatt, in Kitzbühel vertreten. So markiert der Weltcup auch Longines’ Startschuss für das neue Jahr – mit neuen Modellen und neuem CEO.

Taktangebend
Longines ist beim FIS-Weltcup allgegenwärtig – als offizieller Zeitnehmer und über Testimonials wie Ski-Star Marco Odermatt.

© Francis Bompard/Agence Zoom

Die bewegte Welt der Uhren

»Immer elegant, immer leistungsstark«, fasst CEO Patrick Aoun die Identität der 1832 im schweizerischen Saint-Imier gegründeten Marke beim Interview mit Falstaff LIVING in eigene Worte. Der gebürtige Libanese gibt seit Juni 2025 den Takt bei Longines an und folgt damit auf Matthias Breschan. Ein unbeschriebenes (Ziffern-)Blatt ist Aoun keineswegs: Nachdem er 2005 bei Rado aktiv war, wechselte er 2007 zu Longines in den Nahen Osten und Asien, zunächst als Regional Brand Manager, später als Management Delegate der Swatch Group India. »Die Rolle als CEO ist spannend. Plötzlich ist man der Kapitän des Schiffes – und muss als Führungskraft Vision, Mission und Weg klar definieren«, erzählt der CEO. Sein Ziel ist es, die Brand, etabliert im gehobenen Mittelpreissegment, weiter zu festigen: »Ich will unsere Position als Marktführer stärken, die Beziehungen zu den Partnern weiter vertiefen und die Marktanteile über eine klare, definierte Produkt- und Distributionsstrategie ausbauen.«

Trotz der spürbaren Marktkorrektur in der Uhrenindustrie zeigt sich Aoun optimistisch: »Es ist nicht das erste Mal, dass wir durch schwierige Phasen gehen. Wir haben gelernt, resilient zu sein – und zu überwinden.« Herausforderungen sieht er als Chance, Kreativität und Innovation zu fördern. Und ist mit dieser Haltung nicht allein: Laut der Deloitte-Umfrage zur Schweizer Uhrenindustrie 2025 planen 61 Prozent der Marken, neue Produkteinführungen zu priorisieren.

Eroberungszug
Zum FIS Weltcup präsentiert Longines zwei neue »Conquest«-Modelle, darunter den Chronographen mit blauem Zifferblatt im Sonnenschliff.
longines.com

© Longines

Auftakt für »Conquest«

So läutet Longines das Jahr 2026 pünktlich zum FIS Alpinen Ski-Weltcup mit dem Launch zweier neuer »Conquest«-Modelle ein. Die Kollektion hat sich seit der Einführung anno 1954 beständig entwickelt; die markante Designhandschrift aber ist noch dieselbe. »Bei uns wird ›Elegance in Motion‹ gelebt: Es geht um Fortschritt, darum, relevant zu bleiben. Wir wollen uns entwickeln – und zugleich unserer DNA treu bleiben«, sagt Aoun. Beide Neuheiten, kreiert vom hausinternen Designteam, zeigen sich daher in der schlanken, zeitgemäßen, sportlich orientierten Optik, die 2023 für die neue »Conquest«-Generation ausgerollt wurde. Das Dreizeigermodell mit 34 mm Durchmesser etwa zieht mit blauem Sonnenschliff-Zifferblatt und 14 Top-Wesselton-Diamanten, die die Stunden markieren, die Blicke auf sich. Der mit 42 mm etwas größere Chronograph wartet mit matt silbernem Zifferblatt, kleiner Sekunde und blauen Zählern auf. Beide Modelle wurden in polierte, satinierte Edelstahlgehäuse gehüllt – ausgelegt auf lange Nutzung.

Diese ist für Longines besonders bedeutungsvoll, wie der CEO auf die Frage nach dem Thema Nachhaltigkeit erklärt: »Longines gibt es seit fast 200 Jahren – und wir haben noch immer Uhren, die funktionieren. Jennifer Lawrence etwa trug auf dem roten Teppich eine Damenuhr aus dem Jahr 1916.« Er verweist außerdem auf konzernweite Nachhaltigkeitsarbeit in der Swatch Group rund um Herkunft, CO2-Ausstoß und Materialfragen, etwa zu umweltfreundlichen oder recycelten Stoffen wie Carbonium.

Wie Testimonial Marco Odermatt startet also auch Longines mit Eleganz und Tempo ins Jahr 2026. Wie sich die »Abfahrt« des Traditionshauses gestalten wird, auch angesichts der aktuellen Marktlage, zeigt sich allerdings nicht in Hundertselsekunden, sondern erst im Verlauf der kommenden Monate.

Erschienen in
Falstaff LIVING Nr. 1/2026

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Christina Horn
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