Ordnung mit Designanspruch: Neue Ästhetik beim Kabelmanagement
In sorgfältig gestalteten Wohnräumen wirkt klassische Kabeltechnik oft wie ein Fremdkörper. Als Alternative zum Weißplastik haben wir daher nach Lösungen gesucht, die nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch durchdacht sind.
Kabelmanagement gilt in den meisten Haushalten als notwendiges Übel. Doch parallel zum Trend hin zum Home-Office und damit zu wohnlicheren Arbeitsbereichen wächst der Anspruch, technische Elemente harmonischer zu integrieren. Eine schnelle Onlinesuche nach "Kabelmanagement" oder "Steckerleisten" ergibt eine lange Liste weißer oder schwarzer Kunststoffteile, die man allesamt lieber hinter der Kommode verstecken würde.
Dass das auch anders geht, zeigen eine Reihe an Interior Design Brands, die mit bewusst gewählten Formen und Materialien Alltagsgegenstände gestalten, die auf das jeweilige Umfeld reagieren. Manche Lösungen verschwinden nahezu unsichtbar, andere setzen auf haptische Qualitäten oder klare Geometrien, um Technik als Gestaltungselement im Raum wirken zu lassen.
Ein Ansatz spielt mit skulpturalen Silhouetten: Runde oder kantige Körper, die Stromanschluss für mehrere Geräte bieten, nehmen den typischen „Technik-Look“ und übersetzen ihn in reduziertes Wohndesign. Besonders in offenen Wohnbereichen sorgt das für Ruhe, weil der Blick nicht mehr an glänzenden Kunststoffoberflächen hängen bleibt.
Die Power-Base der dänischen Marke Pedestal kann durch eine Plug-In Lampe und einen Power Adapter ergänzt werden.
de.pedestal.com
Cuboid+ von Kord bietet besonders viel bei einer sehr kleiner Größe: drei Steckdosen und 2 USB-C-Anschlüsse.
kord.se/en-eu
Parallel dazu etabliert sich ein Trend zu textilen Lösungen. Umhüllte Kabel bringen visuelle Freundlichkeit in den Raum. Sie wirken eher wie Accessoires als technische Komponenten und eignen sich vor allem für Bereiche, in denen eine wohnliche Atmosphäre im Vordergrund steht – etwa im Schlafzimmer oder rund um gemütliche Leseecken.
Die Brand NUD hat nicht nur schöne Lampen sondern auch stilvolle Kabel in vielen Farben.
nudcollection.com
Transluzentes Acrylglas trifft auf ein textilummanteltes 5-Meter-Kabel. Kabeltrommel neu gedacht, designt und produziert in Österreich.
ohinteriordesign.net
Eine weitere Designoption sind strukturierte Boxen, die den oft unvermeidbaren Kabelsalat schlicht verschwinden lassen. Klare Linien, gedeckte Farben und reduzierte Oberflächen sorgen dafür, dass solche Behälter als kleine Ordnungsmöbel wahrgenommen werden. Besonders an Arbeitsplätzen oder in Wohnräumen entsteht so ein ruhiges Gesamtbild, selbst wenn mehrere Geräte gleichzeitig geladen werden.
Deckel drauf, Chaos weg. Die stilvolle Charge Box von Konstantin Slawinski kann an der Wand befestigt werden.
farobjects.de
Das putzige Cable-House von Pedestal lässt Steckdosenleisten und Zubehörteile verschwinden.
de.pedestal.com
© Pedestal
Und dann gibt es Lösungen, die Kabel bewusst sichtbar inszenieren – als farbliche Akzente oder grafische Linien. Gerade in modernen, offen gestalteten Räumen kann dieser Ansatz überraschend stimmig sein. Die Brand Iko Iko setzt das mit schimmernden Organza-Hüllen um. Am Ende verbindet all diese Ansätze eine gemeinsame Idee: Kabelmanagement soll nicht länger versteckt werden, sondern Teil der Raumgestaltung sein. Mit neuen Materialien, Formen und Strategien gelingt es, Funktion und Gestaltung zusammenzuführen – und einen Bereich aufzuwerten, der bisher kaum Beachtung fand.
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