Canvas_Guntli : Küchel Architects

»Canvas Bar & Lounge«, »Dolder Grand Hotel«, Zürich

© Reto Guntli / Küchel Architects

»Restaurant & Bar Design Awards 2025«: Nur das Zürcher »Canvas« hat Titel-Chancen

Die Zahlen des globalen »Restaurant & Bar Design Awards« sind beeindruckend: 800 Projekte aus 87 Ländern wollen mit ihrer Gastro-Gestaltung punkten. Aus dem deutschsprachigen Raum hat es die Bar des »Dolder Grand« in die Shortlist geschafft.

von Roland Graf
06. August 2025

Wie ein digitales Bilderbuch traumhafter Lokal-Interieurs lässt sich alljährlich die Shortlist der »Restaurant & Bar Design Awards« durchblättern. Zum 17. Mal hat die Jury die Einreichungen aus aller Welt auf eine Vorauswahl zusammengekürzt. Darunter befinden sich neben Branchenexperten wie Adrien Ganassin (F&B Design and Development bei »Marriott International«), Grace Kelly, (Design-Direktorin der »Hilton Hotels«) oder Kirstin Bailey (Vize-Creative Director der »Edition Hotels«) auch die Spitzenköche Raymond Blanc (»Le Manoir aux Quat’Saisons«, London) und Scott Pickett (»Estelle«, Melbourne).

Starkes Feld aus der D-A-CH-Region

Sie entscheiden, wer aus den Einreichungen in 19 Kategorien in die Endauswahl kommt. Neben regionalen Siegern (z. B. »Best Bar Europe«) kürt die Jury auch die weltbeste Gestaltung von Licht, Oberflächen-Design, Deckengestaltung und sogar die Drucksorten. 2025 bemühte sich eine Reihe neuer Lokale aus dem D-A-CH-Raum um den Einzug ins Finale:

  • »Fogo e Águai« im Alea Resort (Bad Orb, DE) in der Kategorien »Luxus« und »Standalone« (= Speisen- oder Getränkebereich, der nicht zu einer Kette gehört)
  • »Arlberg Club House« (Lech, AT) in der Kategorie »Oberflächengestaltung«
  • »Authentikka Mitte« (Hamburg, DE) in den Kategorien »Standalone« und »Oberflächengestaltung«
  • »The Farrier Bar« in der Imperial Riding School (Wien, AT) in der Kategorie »Hotel«
  • »The Nest« (Frankfurt, DE) in der Kategorie »Nachhaltigkeit«
  • »Brunfels Restaurant« im Brunfels Hotel (Mainz, DE) in den Kategorien »Hotel« und »Luxus«
  • »Kleinod am Ring« (Wien, AT) in der Kategorie »Standalone«
  • »HATO« (Düsseldorf, DE) in der Kategorie »Standalone«
  • »Lou, the Parrot« am Potsdamer Platz (Berlin, DE) in den Kategorien Farbgestaltung und »In another place« (=Gaststätten in Schiffen, Flughäfen, Museen etc.)
  • »Le Dorian« (Genf, CH) in der Kategorie »Standalone«
  • »Papiersaal« in der Sihlcity (Zürich, CH) in der Kategorie »Farbgestaltung«

Traditionell haben es diese Projekte gegen die Materialschlachten der arabischen und asiatischen Gastronomie-Eröffnungen schwer. Da zumal auch 2025 »die kreativsten Orte der Welt und die Menschen und Organisationen, die dahinterstehen« (© Award-Gründer Marco Rebora), ohne »Preisschild« der Architektur präsentiert werden.

Doch die Schweiz stieß auch in die Reihe der finalen 282 Shortlist-Projekte vor:  Die Gestaltung der »Canvas Bar & Lounge« im Züricher Hotel Dolder Grand von Küchel Architects (St. Moritz und Zürich) rettet die deutschsprachige Designer-Ehre. Das Konzept, in dem vom Kaffee bis zu den Cocktails von Matthieu Doucet genossen werden kann, ist in der besonders umkämpften Kategorie Hotel einer von 40 Sieganwärtern. Konkurrenz macht den Zürchern u.a. Alain Ducasses Restaurant im »Hotel Romeo« in Rom, die New Yorker Bar im »Marriott Marquis« oder die neue »Gallery-Bar« im Londoner »The Savoy«. Sowie neun (!) arabische Projekte, darunter zwei der »Sushisamba«-Gruppe (in Abu Dhabi bzw. in Bahrain).

Globales Finale heuer in Dubai

Zu einem starken Aufgebot an Anwärtern aus Mittel- und Osteuropa tragen aber Projekte in Prag, Budapest und Polen bei. Die Neugestaltung des berühmten »Grand Café Europa« am Prager Staré Město, bis 2019 im Besitz von »Julius Meinl«, ist als Beispiel einer Renovierung (»Heritage Building«) nominiert. Zudem ist die Oberflächengestaltung der »Bar Forbina« (Prag) auf der Shortlist. Das »Onyx« in Budapest hat Chancen auf den Sieg bei »Standalone«, wo sich auch »Mezalians« aus dem polnischen Kolobrzeg auf der Shortlist befindet. Ein weiterer Eintrag – diesmal in der Kategorie »Co-Working« – gelang Polen mit dem »LABO« (Wrocław).

Bis dort oder im »Dolder Grand«die Korken knallen können, ist noch Zeit: Die globalen Sieger werden bei der Preisverleihung am 27. Oktober 2025 im »EPIK Dubai« bekannt gegeben.

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