Premiere in Brasilien: Beide Drei-Sterner sind in São Paulo beheimatet.
© canva.com/wsfurlan
Zwei mal drei Sterne für Lateinamerika: »Evvai« und »Tuju« schreiben Geschichte
Erstmals wurden Restaurants in Lateinamerika – konkret beide in São Paulo – mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet. Ein Signal für die wachsende Relevanz der Region in der globalen Spitzengastronomie.
von Brigitte Radl
22. April 2026
Die Gastronomieszene in Brasilien hat einen historischen Schritt gemacht: Mit »Evvai« und »Tuju« wurden erstmals zwei Restaurants in Lateinamerika mit der Höchstbewertung von drei Sternen ausgezeichnet. Beide Betriebe sind in São Paulo beheimatet .
Die Prämierung der beiden Häuser gilt als Signal für die Entwicklung der gesamten Branche in Lateinamerika. Während europäische und asiatische Märkte lange als Taktgeber galten, rücken nun auch andere Regionen stärker in den Fokus.
Die Konzepte im »Evvai« und »Tuji«
Ein Blick auf die beiden ausgezeichneten Betriebe zeigt, warum sie aktuell international für Aufmerksamkeit sorgen: Im »Evvai« steht Küchenchef Luiz Filipe Souza für eine Küche, die brasilianische und italienische Einflüsse verbindet. Sein Degustationsmenü »Oriundi« – was »aus dem Osten« bedeutet – interpretiert kulturelle Wurzeln neu und kombiniert regionale Produkte mit kreativen Techniken – von Meeresfrüchten bis zu modernen Neuinterpretationen klassischer Gerichte.
Im »Tuju« setzt Ivan Ralston auf ein stark saisonal geprägtes Konzept. Die Küche orientiert sich an den unterschiedlichen Klimazonen Brasiliens und arbeitet mit lokalen Zutaten, die je nach Jahreszeit variieren. Das mehrstöckige Restaurantkonzept mit offener Küche unterstreicht den Erlebnischarakter und macht den gesamten Besuch zur Inszenierung rund um Produkt, Handwerk und Herkunft.
Neue kulinarische Zentren
Für die Branche zeigt sich damit eine klare Entwicklung: Regionale Identität, hochwertige Produkte und eigenständige Konzepte gewinnen auch international weiter an Bedeutung – und eröffnen neue kulinarische Zentren.
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