Cheers von den »Salvatore«-Brüdern – mit ihrem eigenen Bourbon.
© Marcin Michalski/Weisshaus
Austro-Premiere für »Vampire Diaries«-Duo: Diesmal aber mit ihrem Whiskey
Immer noch hat die TV-Serie »Vampire Diaries« eine große Fangemeinde. Was als Hobby der Protagonisten am Fernsehschirm begann, ist nun real: Ian Somerhalder und Paul Wesley machen ihren eigenen Whiskey.
von Roland Graf
28. April 2026
Zwei Dinge verbanden die Brüder Damon und Stefan Salvatore bei allen Unterschieden: Die Liebe zur jungen Elena Gilbert und ihr Faible für Bourbon. Nun imitiert das Leben die (Film)Kunst. Denn mit »Brother’s Bond« setzen sie dort fort, wo ihre Serie 2017 endete – als Whiskey-Enthusiasten. Allerdings füllen sie ihre Flaschen mittlerweile selbst. Zwar als Markeneigner ohne eigene Brennerei, doch mit einer Leidenschaft, die über klassische »Celebrity«-Spirituosen hinausgeht.
Präsentiert in der »Dunlin«
Nach Österreich bringt diese US-Neuheit der Tiroler Händler »Weisshaus«, der sich die drei Qualitäten exklusiv sicherte. Eigentümer Andreas Osler selbst war so begeistert von den ersten Verkostungen, dass er »Brother’s Bond« listete. Die Premiere feierte der Neuzugang im Portfolio in der Innsbrucker Bar »Dunlin«. Zusätzlich zum Bar-Team um Kostas Karvounis und David Barbist standen an diesem speziellen Abend zwei deutsche Gäste am Brett. Sven Riebel aus dem Frankfurter »Tiny Cup«, einer der besten Gastgeber des Nachbarlands, und das wandelnde Spirituosen-Lexikon Gabriel Daun aus der »Gekko Group«.
Sie zeigten, was mit den US-Neuzugängen, aber auch den Tequilas von »Weisshaus« gemixt werden kann. Doch zuvor stellte Mark Henderson die Marke der beiden Darsteller der Tiroler Bar-Community vor. Detailreich wurden die aromatisch klar von einander abgesetzten Abfüllungen vorgestellt (und natürlich verkostet). Dass die Whiskey-Liebe kein reines Hobby von Ian Somerhalder und Paul Wesley darstellt, wird im Verlauf des Nachmittags schnell klar.

Gereifte Spezial-»mash bills«
Denn zum einen sind die Zusammensetzungen der in Lawrenceburg gebrannten Destillate minutiös zusammengesetzt. Zum anderen aber kann das Duo warten – sieben Jahre ist der älteste ihrer Whiskeys alt. Und da wird es auch für klassische Bourbon-Fans interessant.
Das Portfolio leitet ein »Straight Bourbon« ein, der also mit einem Minimumalter von vier Jahren in die Flaschen kommt. Schon im Duft zeigt sich die an Frühstücksflocken erinnernde Art. Technisch bestätigt Mark Henderson den 13%-igen Weizen-Anteil, der zu der hochgrädigen Mais-Maische (65 %) hinzukommt. Den Rest machen Rye und ungemälzte Gerste aus. »Den kann man gerne auch pur trinken«, ist die Idee bei diesem Einsteiger der »Brothers«. Die Mischung der Getreide findet sich auch in der »mash bill« des klassischen Whiskeys für die Bar wieder: Durch 77 % Roggen, 16 % Mais und Weizen und Gerste als Dreingabe ergibt sich auch der Name eines »American Blended Rye«. Das ist klassisches »Manhattan«-Material, vom ersten »Stinkerl« des Roggenwhiskeys im Glas an!

Sieben Jahre im Zoll-Lager
Flaggschiff ist aber zweifellos der »Bottled in Bond«. Dieser Bourbon nach dem alten Gesetz aus 1897 hat mit 49 % Roggen-Anteil, davon 10 % gemälztem, ein dunkles Geschmacksprofil. Vor allem aber reift er deutlich länger, als der »Bottled-in-Bond-Act« das vorschreibt: Sieben statt nur vier Jahre verbrachte er im staatlichen Zoll-Lager von Indiana. Cremig, nussig und irgendwo zwischen »Choco Pops« und Nusstorte reiht sich dieser außergewöhnliche Whiskey ein. Und er könnte glatt zum nächsten Erfolg von Somerhalder und Wesley werden. »Vampire Diaries« brachte es einst immerhin auch auf acht Staffeln.
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