Der mit Rauchmalz gebrannte Whiskey von den Orkneys hat Fans in Wien, stellte Martin Markvardsen fest.
© Mila Eder
Mit Björn Frantzén, ohne Wikinger: Das ist neu bei »Highland Park«
Personelle und technische Änderungen, dazu ein neuer Markenauftritt: In nur einem Jahr änderte sich bei der Brennerei in Kirkwall fast alles. »Highland Park« als eine der ältesten schottischen Destillerien will Single Malt so wieder zeitgemäß machen.
von Roland Graf
26. März 2026
Whisky wurde auf den Orkney Inseln schon erzeugt, als es noch keine fixe Brennerei gab. Magnus Eunson ist als Schwarzbrenner schon 1798 aktenkundig geworden (er war der Geistliche der Hauptinsel). Heute befindet sich die Produktionsstätte von »Highland Park« an der Stelle von Eunsons Lager. Als nördlichste Brennerei Schottlands besuchen sie auch Single Malt-Freunde nicht oft. Doch der mit Rauchmalz gebrannte Whiskey hat sein Fangemeinde, die Martin Markvardsen bei seinem Wien-Besuch feststellte.
37 Jahre ist der Markenbotschafter mittlerweile im Whisky-Geschäft, 20 davon bei »Highland Park«. Wie die bekannte Schwestermarke »Macallan« gehört der Single Malt zur »Edrington Group«, die in Stiftungsbesitz ist. Martin Markvardsen bittet aber nicht nur im »Barfly’s« zum ausgebuchten Tasting, er stellt auch die neue Welt von »Highland Park« vor. Die Koks- und Kohlefeuerung der Brennblasen etwa ist Geschichte, dazu übergab der langjährige »whisky maker« Gordon Motion im vergangenen Jahr das Staffelholz an Marc Watson. Vor allem aber lassen die aktuellen Flaschen eines der markantesten Merkmale der Brennerei vermissen: die Wikinger!

Abschied von Freya und Einar
Namen wie Freya, Einar oder Sigurd gehörten seit 2017 ebenso zum Auftritt wie der Verweis auf das nordische Erbe der Inselgruppe. »Die Wikinger wurden aber auch falsch interpretiert«, sagt Markvardsen. »Vor allem im Asien und Amerika schauen die Menschen anders darauf«. Nicht jeder kennt schließlich die Geschichte der Orkneys, vor allem aber »gibt es mehr auf den Inseln als die Wikinger«. Davon möchte man bei der Whisky-Marke nun mehr erzählen. Etwa von der traditionellen Tennen-Mälzerei, die nur mehr fünf schottische Brennereien pflegen. »Wir brauchen die Tradition, aber wollen auch die junge Generation erwischen«, sei die Zeit reif für Neuerungen gewesen.
Als der Däne im Whisky-Business begonnen hat, »standen noch Chesterfield-Sessel, Kamin und Zigarre im Mittelpunkt der Whisky-Werbung«. Eine klarere und modernere Optik brachte im Vorjahr auch ein neues Erscheinungsbild, das auch an der Bar und im Regal leichter wahrnehmbar sein soll. Wobei: »Der Sprung von einem schwarzen auf ein weißes Label war beträchtlich«, gibt auch Markvadsen zu. Beim Flascheninhalt, dem »liquid«, hat der neue »whisky maker« Marc Watson bereits einige experimentellere Akzente gesetzt.
Für Aufsehen in der kulinarischen Welt, die »Highland Park« bislang wenig auf dem Schirm hatte, sorgte etwa der »Between You and I«. Als Partner hatte man mit Björn Frantzén den aktuell erfolgreichsten Koch der Welt gewonnen. Drei Restaurants mit drei Sternen auf drei Kontinenten führt der Schwede und brachte einen 16-jährigen Whisky heraus, der u. a. schwedische Eichenholz-Fässer für seine Reifung nutzt.

Orkney-Whisky in Orkan-Stärke
Eine weitere Zusammenarbeit mit einem weiteren Spitzenkoch soll diesen Dezember folgen, verrät Markvardsen im FALSTAFF-Gespräch. »Die Komfortzone« verlässt man aber auch mit dem »Heather«, der nicht zart, sondern massiv getorftes Malz verwendet. Der in einer Fass-Stärke von 63,6% vol. aufgelegten Whisky läutet eine neue Serie der »Cask-Strength«-Kollektion aus Kirkwall ein. »Sie trägt jetzt immer im Namen, was die Edition ausmacht«. Der aus Heidekraut (engl.: »heather«) bestehende Torf der Orkneys macht den Anfang, dann sollen alle zwei Jahre neue Whiskys für Kenner aufgelegt werden.
Und die neuen Kundenschichten? Bei ihr will man vor allem mit Whisky im Cocktail punkten – »da reden wir aber nicht von einem ›Old Fashioned‹ oder ›Manhattan‹«. In Wien hat er dafür schon einen Anwärter gefunden, beim Tasting in der »DashXDrop«-Bar. »Oh, Mann, wenn den nur bloß alle genießen könnten«, so Markvardsen, »das wäre es!«

Lesenswert
»Hoshizaki«-Eis gilt aufgrund seiner Qualität bei Bartender als Goldstandard.
© Benjamin Brette
5 PROFI-Tipps für perfekt gekühlte Drinks, die Sie sofort umsetzen können
Eiswürfel ist nicht gleich Eiswürfel und gekühlte Gläser sind ein Muss! Wie Top-Bartender Gerti Tsai in der »Tür 7« bei der Kühlung arbeitet, was Sie jedenfalls vermeiden sollten und wie Sie stabiles Prickeln hinbekommen, lesen Sie hier.
Eisqualität: Welches Gefrorene im Glas landet, ist entscheidend.
© Tim Keweritsch Photography
Perfekt gekühlte Drinks: Mit diesen Profi-Produkten punkten Sie am Gast
Lange Servicewege interessieren sie nicht, in der Terrassensaison erwarten Gäste eiskalte Getränke! Diese Herausforderung für Gastronomen lässt sich mit idealen Geräten und unseren PROFI-Tricks dennoch stemmen.
Eine Flasche. Unendliche Möglichkeiten. Genau das, was Bar und Küche heute brauchen.
© Foto beigestellt
Produkt der Woche: »SESES DRINKS« Fruchtreduktionen
Advertorial
Aus der Gastro. Für die Gastro. »SESES DRINKS« erschafft mit ihren Fruchtreduktionen eine neue Getränkekategorie mit echtem Mehrwert.
Cheers von den »Salvatore«-Brüdern – mit ihrem eigenen Bourbon.
© Marcin Michalski/Weisshaus
Austro-Premiere für »Vampire Diaries«-Duo: Diesmal aber mit ihrem Whiskey
Immer noch hat die TV-Serie »Vampire Diaries« eine große Fangemeinde. Was als Hobby der Protagonisten am Fernsehschirm begann, ist nun real: Ian Somerhalder und Paul Wesley machen ihren eigenen Whiskey.
Gut gekühlt: Wie bei der Premiere genießt man den »Bier Spritz« idealer Weise eiskalt.
© Roland Graf
Ottakringers »Bier Spritz« macht Italiens Aperitivo Konkurrenz
Mit Bier verpasst die Wiener Brauerei »Ottakringer« dem klassischen »Spritz« ein Update. Kräftiger als ein klassischer Radler und mit mehr Biergeschmack entsteht so eine Getränkekategorie, die es bisher in Österreich nicht gab.
Es gibt sehr gute Irish Whiskey – in unterschiedlichen Preiskategorien.
© canva.com, beigestellt
Falstaff-Tasting 2025: Das sind die besten Irish Whiskey für Ihren Betrieb
Best of Irish Whiskey von der Falstaff PROFI-Redaktion: Wir haben für Sie verkostet – und eine breite Auswahl an irischen Whiskeys für Ihre Bar zusammengestellt. Das sind unsere neun Favoriten.
Meist gelesen
Experimentiert mit aromatisierten Hydrolaten als Pairings: »Jockl« Kaiser, Chefkoch in »Meyers Keller«.
© Cara-Irina Wagner/Fotohaus Hirsch
Das Meer glasweise: Alkoholfreies macht »Jockl« Kaiser zu jedem Gang selbst
Nachbarschaft führte zur neuen Getränke-Begleitung. Joachim Kaiser nutzt dafür in »Meyers Keller« das Wissen einer verschwiegenen Branche: Aromahersteller »Destilla« kreiert Neuheiten zu den Menüs.
Was unter Whisky-Sammlern lange als Nachteil galt, punktet heute bei Gästen unter 30 Jahren – Sanftheit und Zugänglichkeit.
© Foto beigestellt
Grünes Licht für Whiskey
Advertorial
Wie machen das die Iren? Während weltweit der Spirituosen-Umsatz einbricht, gewinnt der irische Whiskey neue Freunde. Deutschland spielt dabei eine Schlüsselrolle, von der man sich als Bar einiges abschauen kann.
Perfekte Vorbereitung auf die Terrassensaison: der »APERITIVO SPRING 2026«.
© Liquid Market
Jetzt mitspielen und gewinnen! 10 Tickets für den »Aperitivo Spring 2026«
Machen Sie jetzt mit bei unserem exklusiven Gewinnspiel und sichern Sie sich Ihr Ticket für das 4. Mindful Drinking Festival am 24. und 25. März im Wiener Volksgarten. Außerdem für Sie: Fachbesucher-Tickets exklusiv um -50 %. Schnell sein lohnt sich!
Getränkemarkt 2026: Diese Trends müssen Gastronomen kennen
Zwischen »trockenen« Monaten und »Zebra Striping« verändert sich das Bestellverhalten der Gäste spürbar. Warum alkoholfrei längst kein Nischenprodukt mehr ist – und welche Drink-Kategorien Sie 2026 auf dem Schirm bzw. auf der Cocktail-Karte haben sollten.
© Jan Tiam Dorfer / Falstaff
Klassischer Negroni zum Valentinstags-Dinner
Advertorial
Dieser klassische Negroni rundet das Valentinstagsmenü mit klarer Struktur und feiner Bitterkeit ab. Ein eleganter Cocktail für den Ausklang des Dinners – ausgewogen, charaktervoll und mit frischer Orangenzeste serviert.
Autorin Kristiane Westray räumt mit Whisky-Mythen auf.
© Bloomsbury Verlag
Buch-Tipp: »Savour – A guide to tasting and exploring whiskies of the world«
Whisky neu gedacht: Kristiane Westray räumt mit elitären Regeln auf und lädt dazu ein, das eigene Geschmacksempfinden in den Mittelpunkt zu stellen – ohne Berührungsängste und Fachsimpelei.
Der Newsletter für echte Profis
Be inside and take your chance! Regelmäßige Karriere-Updates aus Gastronomie und Hotellerie, kostenlos in Ihr Postfach!

