Getränkemarkt 2026: Diese Trends müssen Gastronomen kennen
Zwischen »trockenen« Monaten und »Zebra Striping« verändert sich das Bestellverhalten der Gäste spürbar. Warum alkoholfrei längst kein Nischenprodukt mehr ist – und welche Drink-Kategorien Sie 2026 auf dem Schirm bzw. auf der Cocktail-Karte haben sollten.
von Brigitte Radl
17. Februar 2026
Der »Dry January« ist vorbei – der Trend zum bewussteren Trinken bleibt. Für Gastronomie und Hotellerie zeichnen sich 2026 klare Gewinnerkategorien ab:
Trend 1: Alkoholfrei wird Standard
Low- und No-Alcohol-Produkte entwickeln sich vom Zusatzangebot zum fixen Bestandteil der Karte. Trends wie »Zebra Striping«, bei dem alkoholische und alkoholfreie Getränke bewusst abgewechselt werden, verstärken diese Entwicklung. Alkoholfreie Optionen werden nicht mehr als Ersatz gedacht, sondern als gleichwertige Wahl. Der Getränkegroßhändler »Del Fabro Kolarik« verzeichnet in diesem Segment ein Wachstum von rund 60 Prozent. Besonders dynamisch entwickeln sich alkoholfreie Spirituosen mit einem Plus von rund 40 Prozent. Für Betriebe eröffnen sich damit neue Pairing-Möglichkeiten sowie zusätzliche Umsatzpotenziale jenseits klassischer Softdrinks.

Trend 2: Agavenspirituosen wachsen gegen den Markt
Während der Gesamtmarkt für Spirituosen leicht rückläufig ist, legen einzelne Segmente zu. Aperitivos und Bitter steigerten ihren Absatz bei »Del Fabro Kolarik« um rund 4,5 Prozent, Tequila und Mezcal um 6,8 Prozent. Vor allem Agavenspirituosen gewinnen an Präsenz auf Cocktailkarten. Ihre Bandbreite – von fruchtig und floral bis rauchig und komplex – erweitert das Aromenspektrum hinter der Bar. Wo früher Rum und Gin dominierten, setzen Betriebe zunehmend auf Tequila und Mezcal als Basis für Signature Drinks.
Trend 3: Aperitivo als kalkulierbarer Umsatzbringer
Aperitivos zählen weiterhin zu den umsatzstärksten Kategorien in der Gastronomie. Sie kombinieren moderate Alkoholgehalte mit auffälliger Präsentation und attraktiven Margen. Serviert im Stielglas, funktionieren sie sowohl als After-Work-Getränk als auch als begleitender Drink zum frühen Abendservice. Für Bars und Restaurants liegt der strategische Vorteil in der Variationsbreite: Eigeninterpretationen klassischer Spritz-Varianten und alkoholfreie Kreationen erhöhen die Wiederbestellrate und können die Bonhöhe (durchschnittlicher Umsatz pro Gast) steigern.
Fazit: Langfristige Entwicklungen
Der Getränkemarkt 2026 wird damit weniger von kurzfristigen Hypes geprägt sein als von strukturellen Verschiebungen, die sich Gastronomen zunutze machen können, prognostiziert »Del Fabro Kolarik«: Bewusster Konsum, größere Sortimentsbreite und Kategorien, die sowohl Lifestyle als auch Wirtschaftlichkeit bedienen, sind Faktoren, die Sie auf dem Schirm haben sollten – und langfristig Erfolg bringen können.

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