Johannes Kattus und Maximilian Nimmervoll am Herz der Sekt-Erzeugung.
© Hannes Winkler/goodlife crew
Die Perle von Wien: »Kattus« steht für prickelnde Zukunft und klare Herkunft
Wiens letzte Sektkellerei! Die Ideen sprudeln bei »Kattus« auch drei Jahre nach dem Generationswechsel. Dabei geht es Johannes Kattus und Maximilian Nimmervoll um die Herkunft Wien und ein breites Service für die Gastronomie. Lässig im Leinenhemd plaudert das Duo mit PROFI-Chefredakteur Roland Graf über die Marktsituation und Ausbaupläne.
Advertorial
16. Oktober 2025
Der frische Wind in Döbling ist spürbar, sobald Johannes Kattus und Maximilian Nimmervoll den ersten Sekt eingeschenkt haben. Der Spumante im Glas symbolisiert die neue Linie, die mit dem fünften Kattus und seinem Schwager in der Kellerei Einzug gehalten hat: Der Schaumwein ist Teil des »upGrapes« beim ehemaligen Hoflieferanten. Und das richtet sich explizit an die Gastronomie. Mit eigenen Abfüllungen, alkoholfreien Optionen und einer transparenten Herkunftsphilosophie.
Profi: Kattus ist das letzte in Wien produzierende Sekthaus. Warum hält man an dieser – sicher nicht einfachen – Lage im verbauten Gebiet fest?
Maximilian Nimmervoll: Johannes’ Ur-Urgroßvater hat das Glück oder die Weitsicht gehabt, das Firmengebäude in einer der heute nobelsten Gegenden Österreichs zu errichten. Wir machen diesen Standort sicher nicht zu Wohnungen oder einer Immobilienentwicklung! Wir haben gesagt: Das ist so einzigartig, das behalten wir. Denn wo kannst du mitten in einer Weltstadt direkt zur Produktion eines Schaumweins in einer der schönsten Gegenden fahren? Wir haben ja auch Mitarbeiter, die teilweise über 30 Jahre bei uns sind. Und diese Expertise ist schon etwas anderes, als eine Firma auf der »grünen Wiese« zu bauen. Dieses Erbe, Wissen und diese Tradition zu haben, aber auch neue Produkte zu entwickeln und den Leuten die Geschichte zu erklären, das ist die perfekte Kombination. Es steht auf jeder Flasche »Veredelt in Wien« und wo die Trauben herkommen.
Johannes Kattus: Wir sind auf die Herkunft unserer Trauben und Grundweine stolz. Wir sagen auch transparent: »Die Trauben kommen aus Niederösterreich«.
Diese transparente Herkunft ist bei Schaumwein, speziell im billigeren Segment, ja eher unüblich?
M. n. Bei Sekt, aber auch Prosecco, interessiert die Österreicher eher wenig, wo das Produkt herkommt. Mit Ausnahme von Winzersekt, wo man annimmt, dass auch die Trauben aus der Region stammen, weiß man kaum, was drinnen ist. Unser upGrape-Motto steht für die Veredelung einzigartiger Grundweine zu hochqualitativen Schaumweinen. Wir veredeln bei jedem unserer Produkte den Grundwein der passenden Region und weisen die Herkunft transparent auf einer Landkarte am Etikett aus. Dabei sind wir in einer einzigartigen Position. Denn weder sind wir kleine Winzer, noch riesige Markenartikler. Die einen sagen ungern, wo sie versekten, und wollen gar nicht so genau sagen, was in die Flasche kommt. Daher glauben wir auch, dass es für Gastronomen spannend ist, zu erzählen, wo die Trauben herkommen und wo produziert wird. Also anstatt nur zu sagen »Hier, ein Glas Sekt«, ein »Glas Welschriesling aus der Region, veredelt in Wien« anzubieten. Dazu erklären wir auch, wozu er passt: Die Food Pairing-Vorschläge stehen am Etikett.
Gutes Stichwort! Kattus ist stark in der Lohnversektung engagiert – bieten Sie auch Gastro-Exklusivfüllungen an?
J. K. Wir nennen das intern »Haus-Marke«. Da gibt es Kooperationen mit »Hilton«, aber auch mit »DoN«, der das in allen ÖBB-Speisewägen vertreibt. Ob die Kunden uns anführen oder nicht, ist aber immer deren Entscheidung.

»So wie es Standard ist, dass beim Menü eine vegetarische Variante dabei sein muss, wird auch nach alkoholfreien Schaumwein verlangt.«
Johannes Kattus, 5. Generation im Wiener Sekthaus
M. n. Solche Co-Branding-Abfüllungen machen wir einige. Wichtig ist, dass das alles Betriebe sind, die für uns Leuchtturm-Charakter haben. Wir gehen dabei mit den Gastronomen gemeinsam ins Design hinein, damit das auch deren Produkt wird. Dann funktioniert das wie ein Flagship-Store für unsere Schaumweine. Denn diese »Leuchttürme« sind oft auch auch Inspirationen für andere Gastronomen. Wir haben noch einige Betriebe auf unserer langen Liste, mit denen wir Hausmarken oder Co-Brandings machen wollen. Wir sind jedenfalls immer stolz, wenn wir das produzieren dürfen, egal ob Frizzante, Prosecco oder Sekt. Das Schöne ist, dass wir aus jeder Rebsorte der Welt einen tollen Schaumwein machen können.
Wie sieht es generell mit dem Absatz in der Gastro aus?
M. n. Mit dem »Kattus Cuvée No. 1« nach der Méthode Traditionelle sind wir in sehr vielen Lokalen gut distribuiert, wo es darum geht, ein gutes Glas Sekt zu konsumieren. Wir haben auch kein Ego-Problem damit, dass wir derzeit nicht die »Sommelier’s Choice Super-Einzelflasche« sind. Da werden wir uns hin entwickeln, aber wir sind gerne das extrem hochwertige Produkt für den täglichen Einsatz am Gast.
J. K. Was auch extrem gut in der Gastronomie ankommt, ist der Bio-Sekt »Organic«. Ein Beispiel wäre »Luftburg – Kolarik im Prater«, die komplett auf Bioprodukte umgestellt haben. Denn oft geht das nicht so weit, dass auch der Sekt ein Thema wäre. Aber mittlerweile merken wir, dass das für viele ein Thema ist.
Die Wiener Herkunft müsste ja auch Touristen stark ansprechen?
M. n. Ganz sicher! Das ist auch der Grund, warum wir Wien so stark betonen. Man sieht ja auch an den Tourismuszahlen, dass Wien einfach sexy ist. Wir haben dazu noch ein Gebäude, dass auch nach altem Wien aussieht. Da glaubt man sofort, dass schon der Kaiser unseren Sekt vor 167 Jahren toll gefunden hat!
J. K. Das spricht aber auch neue Gastrokunden an. Wir haben z. B. mit »Plachutta« eine Exklusivabfüllung erstellt, die Ende des Sommers in allen Lokalen mit einer Edition »by Kattus« in Co-Branding startet. Da waren wir sicher nicht die günstigste Option, aber ein Wiener Produkt in einem Ur-Wiener Betrieb anzubieten, da stimmt halt auch die Storyline.
M. n. Wir wollen uns viel mehr auch mit den Wiener Produzenten zusammenschließen wie »Manner«, »Staud’s« oder »Ottakringer«.
J. K. Im Idealfall gibt es sogar eine kombinierte Tour, bei der man mehrere Produzenten besucht. Zumal sich das auch anbietet, da sich viele der eingesessenen Wiener Firmen entlang des 16. Bezirks befinden.
Beim Hereingehen habe ich gesehen, es wird umgebaut. Was entsteht da?
M. n. Der Tourismus ist etwas, das wir bisher noch gar nicht adressiert haben. Aus diesem Grund machen wir beim Eingang einen Ab-Hof-Shop. Er wird im Stil ein wenig die Rüttelpulte des Sekts zitieren. Die Idee dabei ist, dass man jeden Tag bei Kattus stehen bleiben kann und sich seinen Schaumwein zu Ab Hof-Preisen mitnehmen kann. Und natürlich sollen auch die Touristen nach der Kellerführung im Shop vorbeischauen. Die Idee aber ist, dass wir dort auch die Produkte der anderen Wiener Marken verkaufen wollen. Denn warum soll man nicht zum Sekt eine »Staud’s«-Marmelade kaufen?«
J. K. Wir wollen auch die Kellerführungen intensivieren, die man bereits im Online-Shop buchen kann. Da kommen jede Woche Anfragen und Buchungen. Wir haben da auch Dinge wie die Sektgläser von Kaiser Franz Josef, der jeden Sonntag seinen Kattus-Sekt getrunken hat, oder auch Gläser, aus denen der Papst getrunken hat. Interessant dabei ist aber, dass die meisten Gäste bei den Führungen Wiener sind. Da gibt es auch viel Wissensdrang, sich einmal anzusehen, wie Sekt eigentlich entsteht. Wie Bubbles in eine Glasflasche kommen – das ist den Leuten gar nicht mehr bewusst. Manche glauben vielleicht auch, dass Mineralwasser mitsamt der Kohlensäure aus dem Boden kommt.

»Unsere upGrape-Philosophie steht für die Veredelung einzigartiger Grundweine, zu noch einzigartigeren Schaumweinen in Wien – mit Fokus auf höchste Qualität und Transparenz des Ursprungs.«
Maximilian Nimmervoll, gf. Gesellschafter, Johann Kattus GmbH
Bei Wein geht man davon aus, dass die junge Generation weniger konsumiert. Wie sieht das beim Sekt aus?
M. n. Ja, den Trend zu weniger Alkohol, den gibt es. Aber das hat nicht mal was mit Generationen zu tun, sondern damit, dass heute alle genauer schauen, was sie ihrem Körper zuführen. Ich glaube, dass es dabei eher um das Downgraden von Alkohol geht, nicht darum, von einem auf den anderen Tag gar nichts mehr zu trinken. Also man sagt eher: »Ich trinke jetzt weniger Vodka, Gin und harte Sachen.« Während ein nettes Getränk mit Freunden am Feierabend sicher bleiben wird. Oder auch in Form des »Day Drinking«, wo am Ende niemand betrunken ist. Man sieht das ja auch am Schaumwein-Absatz, der stabil oder leicht wachsend ist. Aber die hochprozentigen Kategorien gehen definitiv zurück. Unsere Antwort auf diesen Trend ist der neue »Spumino 0,0%«, der erste alkoholfreie Schaumwein aus dem Hause Kattus.
Das heißt, der Trend zu »Spritz« und leichten Aperitivi kommt dem Schaumwein-Haus Kattus zu Gute?
M. n. Wenn er richtig gemacht ist – also nicht mit Wein und Soda – dann ja. Denn egal ob »Aperol Spritz«, »Veneziano« oder wie sie alle heißen: Wenn man davon irgendwo in Österreich ein Glas genießt, ist die Chance sehr groß, dass da Kattus im Spiel ist. Daher glaube ich, dass die Kategorie gut aufgestellt ist, weil sie niedrigen Alkoholgehalt hat.
Seht ihr auch in der Gastronomie einen Trend zu alkoholfreien Schaumwein?
J. K. Wir sehen definitiv speziell in der Gastronomie, dass die Nachfrage danach steigt. Gerade auch bei Veranstaltungen, wo das direkt bei der Buchung abgefragt wird. So wie es Standard ist, dass beim Menü eine vegetarische Variante dabei sein muss, wird auch nach alkoholfreiem Schaumwein verlangt.
M. n. Ich glaube, dass es in spätestens fünf Jahren genau so üblich sein wird, vor einer Einladung oder einem Business Event anzukreuzen »Ich möchte Alkohol/keinen Alkohol«, wie es jetzt bereits bei Fleisch oder vegetarisch abgefragt wird. Wir haben daher auch versucht, ein alkoholfreies Produkt anzubieten, das exakt gleich aussieht wie der Sekt, damit diese soziale Isolierung wegfällt – wie bei einem Orangensaft im Glas. Optisch wirkt es wie ein zwei Jahre gereifter Schaumwein, in der Nase soll er an Muskateller erinnern. Wir entalkoholisieren auch nicht, sondern starten wie beim Sekt mit einem Grundwein vom Winzer, beim Spumino mit einem Traubensaft, der noch keinen Alkohol hat. Damit sind auch echte 0,0 % gewährleistet und nicht die gesetzlich auch möglichen bis zu 0,5 %. Der Produkt-Auftritt ist die Erklärung: »0,0 %«. Unser Spumino wäre auch im Export im arabischen Raum mit tatsächlichen 0,0 % ein Hit.

Sie haben den Export angesprochen: Wie sieht es da aus?
M. n. Das Thema wurde bisher ein wenig stiefmütterlich behandelt, aber aktuell touren Johannes und ich von einer Messe zur anderen und erzählen die Geschichte von Kattus und Wien. Export klingt immer cool, aber hat auch große Herausforderungen wie Logistik und Zoll. Also nur um des Export willens machen wir es nicht. Unser Fokus liegt klar auf Wien, Salzburg, den Ski-Gebieten und im Sommer den See-Regionen.
J. K. Auch auf der ProWein haben wir positives Feedback bekommen. Aber trotzdem hat im Export niemand auf uns gewartet. Wir fokussieren uns auf profitables Wachstum in profitablen Märkten. So wird es uns dank eines starken Partners ab Herbst in allen Business Class Lounges in den Schweizer Flughäfen als exklusiven Schaumwein geben.
Wie sieht es aktuell mit den erzielbaren Preisen aus?
M. n. Das Spannende von Seiten der Gastronomie ist ja, dass Sekt unverhältnismäßig teurer bepreist wird als Wein. Ich war diese Woche in einem Wirtshaus, wo der Einstieg beim Wein bei 36 Euro lag und unser »Kattus Cuvée No. 1« hat in der Karte 53 Euro gekostet. Daher ist unser Schaumwein für den Gastronomen ein hoch profitables Produkt. Aber beim Sekt ist das auch beim Konsument eigenartig: Er will Schaumwein im Einzelhandel möglichst günstig kaufen. Das Produkt dient aber oft dazu, einen besonderen Anlass zu feiern; Sekt nimmt man ja gerne für Hochzeiten, Geburtstage, Taufen etc. Die Chance, dass man für einen ganz normalen Abend einen teureren Wein bestellt, ist daher ungleich höher als zum hochwertigeren Sekt im Supermarkt
zu greifen. Auch daher ist Transparenz und Wissensvermittlung so wichtig für uns.
Sie haben die Übernahme der Geschäftsführung und den Marken-Relaunch hinter sich. Ging alles auf in den Jahren seither?
J. K. Ein paar Sachen bei der Transformation haben wir sicher unterschätzt. Es gibt immer welche, die begeistert aufspringen und andere, die abwarten. Aber von Seiten der Gastronomie haben wir sehr positives Feedback bekommen.
M. n. Ich glaube, man spürt bei uns eine neue Handschrift, Leidenschaft und einen jugendlichen Drang zur Veränderung. Wenn man nicht hinter seinen Produkten steht, dann wird das sehr schwierig. Wir lieben unsere Schaumweine und sind von unserer upGrape Philosophie 100 % überzeugt. Das soll man bei jeder Flasche merken und schmecken.
J. K. Das Haus soll aber nicht nur weitergeführt werden, damit es das Unternehmen weiter gibt. Sondern wir wollen auch für etwas stehen.
M. n. Ich habe zu Johannes immer gesagt: Wir haben da eine ungeschliffene Perle, und die gilt es nur wieder zu polieren. Und heute wachsen wir auch deutlich gegen den Markttrend – und das ist eine schöne Bestätigung für unsere Arbeit!
Prickelnd aus Tradition: Wiens Sekthaus »Kattus«
Mit der Übersiedlung der Schlumberger-Kellerei ins Burgenland ist »Johann Kattus« das letzte Sekthaus in Wien. 1857 gründete Johann Kattus seine Delikatessen-Handlung, die schnell für ihre eigene Kaviarproduktion berühmt wurde. 1890 nahm man die Sekterzeugung auf, die bereits 1898 zur Ernennung als k.u.k. Hoflieferant führte. Innovationen wie der erste Frizzante in Österreich (1992) machten das Haus zum Partner der Gastronomie. Johannes Kattus V. und Maximilian Nimmervoll führen seit 2022 das Traditionsunternehmen mit rund 50 Mitarbeitern. Produziert werden rd. zwei Millionen Flaschen Schaum- und Perlwein; 1,2 Mio. werden im Auftrag von Winzern (»Lohnversektung«) gefüllt. Neben der Erzeugung von Frizzante, Prosecco und Sekt ist man auch im Getränkevertrieb tätig – diese Aktivitäten bündelte man mit JOHANN 1857 – einer weiteren Hommage an Gründer Johann Kattus.
Mehr Infos
Weitere Informationen finden Sie unter kattus.at
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