Je früher, desto lieber: Wahre Eisfans erwarten sehnlichst die Saison.
© canva.com/Faruk Tokluoglu
Eis-Neuheiten 2026: Diese Trends sollten Gastronomen kennen und nutzen
Stanitzel oder Becher? Diese Frage bestimmte das Geschehen an der Eis-Theke. Heute haben Gäste andere Erwartungen ans Gefrorene. So zählt etwa Textur so viel wie der eigentliche Geschmack: PROFI hat die »eisigen« News.
von Roland Graf
12. April 2026
Eine kleine Ironie liegt natürlich darin, dass kaum etwas so heiß erwartet wird wie die Eis-Saison. Das gilt für Gäste ebenso wie die Gastronomen. Denn Eis ist einer der letzten Impuls-Artikel auf Speisekarten: Man hat Lust darauf und bestellt sofort. Zumal auch die Kosten für die wahren Freunde des süßen Gefrorenen nicht zu sehr hinterfragt werden. Denn statt eines Bechers mit Früchten und Saucen können es im Zweifel auch zwei Kugeln von den Lieblingssorten sein. Womit wir bei der Gretchenfrage wären: Welches Eis soll es heuer sein?

Ein Eis wie eine Praline
Ein Trend, der seit Jahren die Eis-Szene prägt, setzt sich auch 2026 fort – »Snackification«. Kleine Portionen werden dabei als Snack genossen, etwa am Nachmittag statt Kuchen zum Kaffee im Hotel oder der Konditorei. Diese neue Art des Eisgenusses abseits üppiger Coupes reagiert auf Inflation ebenso wie auf den Hang zur Selbstoptimierung. »Froneri« hat dazu eine Partnerschaft, die nicht lange die Dramaturgie einer kleinen Belohnung am Gast erklären muss: »Oreo« als global bekannte Keksmarke steht mit dem Namen dafür. Die heuer neu aufgelegten »Oreo Ice Cream Mini Cones« bestehen aus einer knusprigen schwarzen Waffel, die mit Vanille-Eis und Keksstückchen gefüllt ist. Mit nur 25 Milliliter Volumen pro Stück fungieren sie mehr wie eine Praline, können aber auch in größeren Mengen geteilt werden.
Die Kombination mit Süßigkeiten-Marken hat man bei »Froneri« auch für kleine Gäste erweitert. Hier hebt diesen Frühling die Stieleis-Rakete in Kooperation mit »Smarties« ab: Eis mit Vanillegeschmack und Milchschoko-Stücken kommt mit den Schokolinsen und Fettglasur als »Smarties Rocket« in die Tiefkühltruhen.
Rund um die Eis-Kugel
Solche neuen Formen und poppige Farben sorgen für Aufmerksamkeit. Denn beim Eis darf es optisch und sogar geschmacklich gern einmal extravagant werden. »Konsumenten suchen heute nicht nur nach Vanille und Schokolade, sondern nach Mehrwert und Überraschung«, analysiert Jasmin Khashayari die Innovationstreiber. Als Marketing-Managerin von »Pacovis Österreich« verantwortet sie von Niederösterreich aus ein breites Portfolio an Eisprodukten, Toppings, Waffeln, aber auch »Accessoires« wie Becher und Löffel.
Für die Gastronomie bietet dieser Bereich – ungeachtet der Größe des Eisangebots – eine Möglichkeit zur Differenzierung. Logo-Druck (»Personal Print« für Dekorwaffel oder -Waffeltüten) ist eine Option, aber auch personalisierte Löffel sind in Zeiten von Wiederverwendung und Recycling eine werblich starke Option. Doch zurück ins Stanitzel! Beim Geschmack sieht die »Pacovis«-Auskennerin »vegane und pflanzenbasierte Alternativen« weiter auf dem Vormarsch. Generell werde auch mehr auf Zuckerreduktion und den nachvollziehbaren Ursprung der Ingredienzen geachtet. »Internationale und kreative Geschmacksprofile spielen mit unerwarteten Geschmacksexplosionen durch Umami, Schärfe oder Salz«, so Khashayari.

Die deutsche Kau-Liebe
Während Fertigmischungen fast alle Geschmacksrichtungen schnell im Pacojet für die Küche verfügbar machen, ist man bei den eiskalten Profis schon einen Schritt weiter. Wie in der Spitzenküche ist 2026 das Zauberwort »Textur«. Sie lässt sich beim generell zart schmelzenden Trägermaterial allerdings viel leichter erzeugen. Drei Varianten sind dabei angesagt:
- Crunch: knusprige Bestandteile überraschen und reichen von frischen Keksen oder -Kuchenstücken bis zu gerösteten Nüssen (aktuell etwa gern auch gesalzenen!)
- Swirls: Der Marmorierungseffekt der »Strudel« aus zwei Farben und Geschmäckern begeistert optisch, aber auch geschmacklich (z. B. Schoko-Banane, Karamell-Cappuccino oder Marille-Haselnuss)
- Inclusions: Klassisch können das Fruchtstücke sein, aber auch Zusatzmassen (z. B. Himbeerpaste in einem Vanille-Eis, Kirschsirup in Schokolade).
Dazu sollte man auch die Konsumentenforschung kennen, die in den letzten Jahren eine Zunahme bei der Vorliebe für ungewöhnliche Texturen verzeichnet hat. Waren es 2020 noch 43 Prozent, stieg der Anteil der Menschen mit Vorliebe für diese oralen Reize auf über 50 Prozent. Auch die berühmte Einteilung des Kau-Verhaltens nach vier Hauptpräferenzen spielt in das Eis-Fach hinein: Lutscher, Kauer, Knusperer und Drücker, wie sie die Forschung nennt, unterscheiden sich nach Nationen. Deutschland hat mit 47 Prozent einen sehr hohen Anteil an »Kauern« – hier liebt man ausgeprägte und knusprige Texturen!
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