»Liefere mir Weinempfehlungen zu den Halbpensions-Menüs« – und das APRO Kassensystem von Mitinhaber Michael Weberschläger macht's.
© APRO
KI macht’s persönlicher: Smarte Systeme als Gamechanger in der Gastro
Wie KI Hotels entlastet und welche Basics Betriebe dafür brauchen, erklärt APRO-Mitinhaber Michael Weberschläger im Interview. Er sagt: KI ist gekommen, um zu bleiben.
von redaktion
02. Januar 2026
PROFI Welche Aufgaben und Prozesse in Hotels lassen sich heute dank KI-Lösungen deutlich einfacher oder schneller erledigen? Haben Sie dafür ein konkretes Beispiel?
Michael Weberschläger Das hängt stark von den eingesetzten Systemen ab. Unser Kassensystem liefert zum Beispiel Gastronomie-Umsatzdaten, die per Spracheingabe abgefragt und direkt interpretiert werden können – quasi eine Art »Consultant«, den man mit Kennzahlen füttert und der daraufhin Vorschläge generiert. Ein konkretes Beispiel: »Liefere mir Weinempfehlungen zu den Halbpensions-Menüs in der kommenden Woche inklusive alkoholfreier Varianten.« Da sowohl die Gerichte als auch die Getränke inkl. Lagerstand und EK-Preise im System gespeichert sind, können schon heute sehr akkurate Vorschläge gemacht werden.
Inwiefern können digitale Systeme mit Künstlicher Intelligenz dazu beitragen, den Service für die Gäste persönlicher, bequemer oder überraschender zu machen?
Der Service am Gast wird noch persönlicher und hochwertiger, weil künftig KI-Tools beziehungsweise KI-Agenten die administrative Arbeitslast beim Personal reduzieren. So bleibt mehr Zeit für die persönliche Interaktion mit den Gästen.
Viele Hotels suchen händeringend nach Personal. Wie kann KI in Ihren Lösungen dazu beitragen, das Team zu entlasten und den Betrieb rund laufen zu lassen?
Unser System entwickelt sich dahin, administrative Tätigkeiten auf ein Minimum zu reduzieren. Ein Nutzer kann zum Beispiel per Spracheingabe einen Kassenartikel erstellen und die KI erledigt dies einschließlich aller nachfolgenden Tasks. Ein Beispiel: »Erstelle mir den Artikel ›Spinatknödel‹ zum Preis von 12,90 €.« Die Antwort der KI wäre dann: »Ich habe den Artikel ›Spinatknödel‹ angelegt und der Sparte ›Vegetarische Hauptspeisen‹ zugewiesen. Soll ich die Allergene ergänzen und den Artikel auf der aktuellen Kassenmaske platzieren?«
Angenommen, ein Hotel möchte erstmals Künstliche Intelligenz einsetzen: Was sind Ihrer Erfahrung nach die wichtigsten Voraussetzungen und Stolpersteine?
Die Basis für einen sinnvollen KI-Einsatz ist ein hoher Grad an Digitalisierung. Je digitaler und automatisierter die Prozesse im Betrieb ablaufen, desto einfacher lassen sich KI-Lösungen integrieren. Besonders bei Kennzahlenanalysen und deren Auswertung ist es ideal, wenn alle genutzten Systeme (PMS, POS, Channel-Manager usw.) brauchbare Daten liefern – und das können durchaus 20 bis 40 interoperable Systeme sein. Liefert ein System keine brauchbaren Daten, kann die KI sie logischerweise nicht im Gesamtkontext interpretieren. Das Interpretieren von Kennzahlen und die Generierung von Vorschlägen sind aus meiner Sicht ideale Usecases, weil jeder Hotelier und Gastronom die Ergebnisse validieren und entscheiden kann, ob er die KI-Vorschläge umsetzt. Schwieriger wird es, wenn KI operativ in den Betrieb eingreift – etwa, wenn KI-Agenten sich einloggen und Aufgaben übernehmen, wie Gästeplatzierungen im Reservierungssystem oder Bestellungen im Warenwirtschaftssystem.
Welche Entwicklungen rund um KI werden Ihrer Einschätzung nach die Branche in den nächsten Jahren am meisten verändern? Worauf können sich Hotels einstellen?
Beinahe im Wochentakt entstehen neue KI-Modelle, die immer mehr Möglichkeiten bieten. Um als Softwareunternehmen diese schnell bereitstellen zu können, haben wir unsere KI-Funktionen möglichst flexibel gestaltet, damit wir Funktionen und Modelle im Hintergrund rasch austauschen können. Wie in jeder Branche kann sich auch die Hotellerie darauf einstellen, dass KI »gekommen ist, um zu bleiben«. KI-Agenten (Agentic-AI) werden dabei sicherlich eine Schlüsselrolle spielen. Die wichtigste Vorarbeit dafür: Abläufe digitalisieren und die eingesetzten Systeme wie auch deren Schnittstellen so »KI-freundlich« wie möglich gestalten.
Lesenswert
Der »Young Talents Day« bietet eine Rallye durch zehn Wiener Top-Hotels, fünf Challenges pro Route und ein Abend mit Sternekoch Silvio Nickol.
© Daniel Taladrid
60 Lehrlinge beim »Young Talents Day«: Die Wiener Top-Hotels investieren in Nachwuchs
Der »Young Talents Day« von »tophotels.wien« bringt 60 Lehrlinge zusammen und zeigt, wie die Wiener Spitzenhotellerie aktiv in ihren Nachwuchs investiert.
Vegetarische Gäste freuen sich: Die Ravioli bieten eine hochwertige Alternative zur aufwendigen Eigenproduktion.
© Hilcona
Schweizer Manufakturpasta gibt es jetzt auch für die Österreichische Profiküche
Die Gran Ravioli der Schweizer Manufaktur »LA PASTERIA« kommen mit einem Füllungsanteil von 60 Prozent und sind tiefgekühlt lieferbar. Die Premium-Pastalinie von Hilcona Foodservice ist jetzt erstmals auch in Österreich erhältlich.
Einer von fünf neuen Mitgliedsbetrieben: Die »Weinstube im Nikolaihof Wachau« ist jetzt Teil der »Wirtshauskultur Niederösterreich«.
© Nicolaihof
Die »Wirtshauskultur Niederösterreich« wächst weiter: 5 neue Mitgliedsbetriebe stellen sich vor
Rund 200 Betriebe aus ganz Niederösterreich verbindet ein gemeinsames Bekenntnis zu regionalen Produkten, handwerklicher Qualität und gelebter Gastlichkeit. Die »Wirtshauskultur Niederösterreich« wächst weiter und begrüßt kürzlich fünf neue Häuser.
Genuss funktioniert: 16.593 Euro Reinerlös für Krebspatienten in finanzieller Not.
© Rene Strasser
Beim »Fest der Sinne« wird klar: Genuss und der gute Zweck passen zusammen
Auf Schloss Kornberg versammelten sich rund 200 Gäste, 18 Spitzenköche und 18 Winzer, um gemeinsam eine kulinarische Bühne für die Österreichische Krebshilfe zu schaffen – mit Erfolg.
Ein geprüfter Brot-Sommelier im Team stärkt den Betrieb als Experte für Brotkarte, Gästeberatung und Qualitätskommunikation.
© LMAk
Brot-Expertise als Wettbewerbsvorteil: Jetzt zum »Brot-Sommelier« ausbilden lassen
Bereits zum dritten Mal bietet die Lebensmittelakademie des österreichischen Gewerbes in Kooperation mit der Bundesakademie Weinheim die Ausbildung zum »Geprüften Brot-Sommelier« an – Anmeldeschluss ist der 10. August 2026.
Sechs Finalisten, eine Blackbox-Challenge und eine fünfköpfige Jury: So läuft das Finale von »Next Generation« bei der Messe »Alles für den GAST« ab.
© Falstaff PROFI
Der große PROFI-Wettbewerb ist zurück: Bühne frei für die »Next Generation«!
Bereits in der Vergangenheit sorgte der Wettbewerb für Gastro-Karrieren. Komplett überarbeitet sucht nun die »Next Generation« gemeinsam mit »Lohberger« die Besten unter den jungen Talenten!
Meist gelesen
Hohe Ansprüche: Sauerteig, lange Teigführungen, handwerkliche Optik. Auch bei Großbäckern zählen wichtige Qualitätsmerkmale.
© Sonja Priller
Die Kraft der Kruste: Brot wird in der Gastronomie zum Qualitätsversprechen
Der Brot-Gang macht Image! Vom Frühstückskorb bis zum Signature-Burger ist gutes Gebäck wichtiger denn je. Wie Bäcker und Gastronomen gemeinsam an Qualität und Geschmack arbeiten.
Praxisnahe Impulse für mehr Effizienz, bessere Abläufe und starke Hotelbetriebe.
© Foto beigestellt
Leading Hospitality Circle am »LOXONE« Campus
Wie können Hotels ihre Teams entlasten, Prozesse vereinfachen und gleichzeitig mehr Raum für persönliche Gastfreundschaft schaffen? Genau darum geht es beim Leading Hospitality Circle am 9. September 2026 am »LOXONE« Campus in Kollerschlag.
Positives Signal für die Zukunft: 74 Prozent der befragten Hotel-Lehrlinge möchten grundsätzlich in der Branche bleiben.
© shutterstock.com/Drazen Zigic
»Wenn es nur überall so wäre«: Hohe Arbeitszufriedenheit bei Hotel-Lehrlingen
Neue Studie der ÖHV zeigt: Hotel-Lehrlinge sind zufriedener als der durchschnittliche Angestellte in Österreich. Trotzdem gibt es auch klaren Handlungsbedarf.
In der »Freundschaft« Berlin hält man die besten Plätze für Stammgäste frei.
© Ingo Pertramer
Katzentisch oder »the perfect table«: Welche Gäste bekommen im Lokal welchen Platz?
Wer sitzt in der »Auslage«? Wer bekommt den Platz bei der Klotür? Das Gastro-Credo »Alle Gäste sind gleich« scheitert schlicht an begrenzten Plätzen: PROFI fragte nach, wie gefragte Lokale es mit der Tischvergabe halten.
Das sind die Vertreter der zehn Mitgliedsbetriebe der neuen Hotel-Allianz »Superior Hotels Mühlviertel«.
© TVB Muehlviertel
Neue Hotel-Kooperation in Österreich: »Superior Hotels Mühlviertel« vereinen ihre Kräfte
Zehn Vier-Sterne- und Vier-Sterne-Superior-Hotels schließen sich zur neuen Allianz zusammen. Das Ziel ist dabei, die Region gemeinsam zu vermarkten, neue Märkte zu erschließen und die Interessen der Mühlviertler Hotellerie geschlossen zu vertreten.
Allein in Deutschland hat sich die Zahl der Sternerestaurants von 201 im Jahr 2000 auf 328 im Jahr 2025 erhöht – doch bringen mehr Auszeichnungen zwingend mehr Erfolg?
© Malte Mueller/Getty Images
Sternchen oder Superstar? PROFI macht den Check: Das nutzen Auszeichnungen wirklich
Bewertungen gehören zur Gastronomie wie die Hitze zur Küche. Entsprechend viel Arbeits- und Lebenskraft verschlingen der Kampf um Auszeichnungen. Doch zahlt er sich auch in barer Münze aus? Sind am Ende die Bewertungen selbst überbewertet?
Der Newsletter für echte Profis
Be inside and take your chance! Regelmäßige Karriere-Updates aus Gastronomie und Hotellerie, kostenlos in Ihr Postfach!

