Mattia Muggittu
© Cantina Muggittu
von Alexander Schöpf
25. Oktober 2023
Wenn David gegen Goliath siegt – oder wie im konkreten Fall der Ochse gegen den Bullen – dann ist das in der Regel eine Meldung wert. David ist in dieser Geschichte ein sardischer Weinbauer namens Mattia Muggittu bzw. sein Weingut »Cantina Muggittu« und Goliath der österreichische Energydrink-Hersteller Red Bull. Auf den Weinflaschen der »Cantina Muggittu« ist ein Logo mit zwei nebeneinanderstehenden Ochsen und einem roten Pflug zu sehen. Das war dem von Didi Mateschitz gegründeten Unternehmen ein Dorn im Auge, da es dem eigenen Logo zu ähnlich sehe.

Der 23-jährige Weinbauer sah das natürlich anders, wie er im Februar zu Protokoll gab, als die Klage Red Bulls öffentlich wurde: »Wir haben keineswegs Red Bulls Logo nachgeahmt. Unsere Weinetikette ist eine Hommage an die Weinbautraditionen von Mamoiada in der Provinz Nuor. Darauf sieht man keine Stiere, sondern Ochsen, die ein Symbol für unseren Weinbau sind. Wir pflügen nämlich noch mit Ochsen.«
Tradition besiegt Arroganz
Jetzt hat eine Kommission des italienischen Industrieministeriums Matthia Muggittu Recht gegeben und den Einspruch des Salzburger Unternehmens gegen die Eintragung des Logos beim italienischen Patentamt abgeschmettert. »Ich freue mich über diese Entscheidung, die uns recht gegeben hat: Das Logo ist Ausdruck unserer Geschichte, wie wir von Anfang an behauptet hatten«, so der junge Winzer gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur ANSA. Er nutzte dabei auch die Gelegenheit, um sich bei den zahlreichen österreichischen Bürger:innen zu bedanken, die ihn in seinem Kampf unterstützt hätten. Er sei jetzt, nach seinem Sieg, mit Glückwünschbotschaften überschwemmt worden.
»Diese Entscheidung ist ein Sieg für Mattia und ganz Sardinien und nicht nur das. Sie ist ein durchschlagender Sieg der tausendjährigen Traditionen Sardiniens gegen die Arroganz der Wirtschaftsmacht«, zeigt sich auch Mauro Intagliata, Anwalt von Muggittu, zufrieden.
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