Andreas Senn und Ana Roš © Hannes Krainz

Andreas Senn und Ana Roš © Hannes Krainz

Spitzenköchin Ana Roš: »Warum Restaurantführer mehr Glaubwürdigkeit brauchen«

Eine lebhafte Diskussion beim Tag der Gastronomen der »Wirtschaftskammer Kärnten« enthüllt die Bedeutung von Restaurantführern. Ana Roš und andere Experten teilen ihre kontroversen Ansichten über die Rolle von Guides.

von Alexandra Gorsche
28. März 2024

Beim »Tag der Gastronomen« der »Wirtschaftskammer Kärnten« (WKK) in Velden kam es zu einer lebhaften Diskussion über die Rolle von Restaurantführern. Hochkarätige Persönlichkeiten wie 3-Sterne-Köchin Ana Roš (»Hisa Franko«, Slowenien), 2-Sterne-Koch Andreas Senn (»Senns Restaurant«, Salzburg), Falstaff-PROFI-Chefredakteurin Alexandra Gorsche, Gault&Millau-Chief-Inspector Jürgen Schmücking und Gastronom und Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der WKK Stefan Sternad diskutierten über die Frage »Was bringen Sterne, Hauben und Gabeln?«.

Guides haben immense Verantwortung

Die Podiumsdiskussion, die von »Kalk & Kegel«-Herausgeber Michael Pöcheim-Pech als Moderator geführt wurde, handelte mehrere Schwerpunkte ab, unter anderem die allgemeine Bedeutung von Restaurantführern. Andreas Senn betonte den positiven Einfluss von Guides auf die gesamte Branche, während Ana Roš die internationale Anziehungskraft von Michelin-Sternen für ihr Restaurant in Slowenien hervorhob.

Doch die Diskussion wurde erst richtig kontrovers, als Ana Roš die Sensibilität der Restaurantführer hervorhob und auf einen Fall verwies, bei dem ein Guide ein veraltetes Gericht beschrieb. Die Diskussion betonte auch die entscheidende Rolle der Genauigkeit und Sorgfalt bei der Erstellung von Restaurantführern. Roš und andere Teilnehmer machten deutlich, dass Guides eine immense Verantwortung tragen, korrekte und aktuelle Informationen zu liefern.

Einblicke in den Bewertungsprozess

Das Erscheinen falscher Informationen kann nicht nur den Ruf eines Restaurants schädigen, sondern auch die Entscheidungen von Gästen beeinflussen. Daher ist es unerlässlich, dass Guides sorgfältig prüfen und sicherstellen, dass alle Informationen, die sie veröffentlichen, akkurat sind und dem aktuellen Stand entsprechen. Dies erfordert eine gründliche Recherche und eine enge Zusammenarbeit mit den betreffenden Restaurants, um sicherzustellen, dass die dargestellten Details korrekt sind und den Erwartungen der Leser entsprechen.

Michael Pöcheim-Pech, Jürgen Schmücking, Alexandra Gorsche, Andreas Senn, Ana Roš und Stefan Sternad © Hannes Krainz
Michael Pöcheim-Pech, Jürgen Schmücking, Alexandra Gorsche, Andreas Senn, Ana Roš und Stefan Sternad © Hannes Krainz

Jürgen Schmücking von Gault&Millau gewährte Einblicke in den Bewertungsprozess. Eine weitere Facette der Diskussion war die Rolle von Social Media und ihr potenzieller Einfluss auf die Relevanz traditioneller Restaurantführer. Alexandra Gorsche führte aus, dass Restaurantguides nicht verdrängt werden würden, sondern Social Media eine Ergänzung für Restaurants sein kann.

Die Rolle der Sozialen Medien

Social-Media-Plattformen wie Instagram und Yelp nehmen eine zunehmend wichtige Rolle bei der Entscheidungsfindung von Gästen ein, allerdings nehmen etablierte Guides, die durch ihre strenge Auswahlkriterien und unabhängigen Bewertungen eine hohe Glaubwürdigkeit genießen, eine andere Bedeutung ein. Dennoch wurde festgestellt, dass Social Media eine starke Reichweite und unmittelbare Zugänglichkeit bieten kann, was insbesondere für kleinere, unabhängige Restaurants von Vorteil ist. Trotzdem sind Restaurantführer nach wie vor für viele Gäste eine verlässliche Quelle, um hochwertige gastronomische Erlebnisse zu finden, da sie eine umfassende Bewertung und Expertenmeinungen bieten, die über bloße Bilder und kurze Bewertungen hinausgehen.

Ein weiteres Thema war die Preisgestaltung in der Gastronomie. Die Runde war sich einig, dass Qualität Geld kostet und dass Preise entsprechend angepasst werden sollten. Ana Roš erhöhte beispielsweise den Preis ihres Menüs nach dem Erhalt des dritten Sterns, während Andreas Senn sein Menü kürzte, um die Preise stabil zu halten. Stefan Sternad, betonte die Marktwahrheit bei der Preisgestaltung.

Die Rückkehr des Guide Michelin nach Österreich wurde nicht nur als Gewinn für die lokale Gastronomie angesehen, sondern auch als Chance, die kulinarische Vielfalt der Region international zu präsentieren.

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