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Thomas Seifried ist geprägt von New Yorks Sternekoch Eric Ripert (»Le Bernadin«). Seine Spezialität: Alles aus dem Meer!

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Von der Grand Cayman ins »Mandarin«: Thomas Seifried kehrt heim

Wien fiebert dem Opening des ersten »Mandarin Oriental« Österreichs – neu terminisiert für Herbst 2025 – entgegen. Für die Küche der drei Restaurants gelang der Gruppe aus Hongkong ein Coup: Thomas Seifried wird Executive Chef.

von Roland Graf
23. Juli 2025

Perfektionismus prägt die Baustelle in der Wiener Riemergasse 7. Während das Geschirr für die Hotel-Eröffnung bereits im Frühjahr ausgewählt wurde, arbeitet man bei der Adaptierung des ehemaligen Handelsgerichts den Sommer durch. Statt dem berüchtigten Gang zum Konkursgericht soll es »in die Riemergasse gehen« – in wenigen Wochen ein Synonym für eine außergewöhnliche Hotel-Erfahrung: 138 luxuriös gestaltete Zimmer und Suiten werden dann Wiens Bettenangebot in der Oberliga erhöhen.

Die kulinarische Leitung hat mit Thomas Seifried ein Österreicher über. International kennt man den neuen Executive Chef des »Mandarin Oriental« als besten Koch der Karibik. Im Restaurant »Blue by Eric Ripert« auf Grand Cayman hat sich Seifried diesen Ruf erarbeitet. Das Konzept in Wien wird also auch von seinem langjährigen Mentor Eric Ripert, Chef des weltbekannten Seafood-Restaurants »Le Bernardin« in New York, geprägt sein.

Mit drei Restaurants – hier erste Renderings – eröffnet das erste Mandarin Oriental in Österreich im Herbst 2025. © Mandarin Oriental

Ein Festspiel-Ort für Meerestiere

Drei Fischer, die exklusiv für das Haus arbeiten wie »Ritz-Carlton« auf den Caymans, wird es zwar nicht geben. Doch auch in der Riemergasse wird bei der »Celebration of the Sea« genannten Küchenlinie die Produktqualität an erster Stelle stehen: »Wir möchten ein Angebot schaffen, das kulinarisch herausragend ist und das jeweilige Gericht in seiner besten Form zeigt, nämlich offen und einladend zugleich. Genuss soll kein exklusives Erlebnis für wenige sein, sondern eine Freude, die verbindet«, beschreibt Seifried seine Herangehensweise.

In der Karibik wurden Meeresfrüchte und Fische etwa unter der Rubrik »barely touched« (=kaum berührt) auf der Karte angeboten. »Eric Ripert hat mich gelehrt, dass wahre Küche nicht laut sein muss. Sie braucht keine Effekte oder große Oberflächlichkeiten, sondern Tiefe und Ehrlichkeit«. Gemäß dieser Philosophie soll man den Geschmack der Weltmeere im »Le Sept«, Spitzenrestaurant des Hotels in Wien, in Perfektion genießen. Fleischgerichte und eine hochwertige vegetarische Küche runden dieses Angebot ab.

Espressi vom Untertisch-System

Dazu kommt die von Seifried verantwortete Brasserie »Atelier 7«, die ebenfalls mit der Hausnummer im Namen spielt. Der Ort für Frühstück, Geschäftsessen oder gesellige Dinner wird ebenfalls einen Fokus auf Zutaten aus dem Meer haben. Vor allem in punkto Mehlspeisen soll auch im Café des »Mandarin Oriental« Seifrieds Handschrift spürbar sein.

Hier hat man eines der ersten Wiener Unter-Tisch-Kaffeesysteme von »Modbar« (eine »La Marzocco«-Entwicklung) eingerichtet. Für den Gast wirken die Platz-sparenden und eleganten Elemente wie Zapfhähne. Ergänzt wird die kulinarische Seite des neuen Luxushotels von der »Atelier 7 Izakaya Bar«, die auf die Entstehung des Gebäudes (1908) Bezug nimmt und Elemente des Jugendstils sowie des Japonismus integriert. Barflys sollen sich auf die Asia-Trendspirituosen Sake und Shochu sowie rare japanische Whiskys freuen.

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Rückkehr zu den Koch-Anfängen

Dass der gebürtige Wolfsberger mit seiner Familie nun nach Wien zurückkehrt, stellt einen privaten Neubeginn dar. Die Stadt und ihre Ringstraßenhotels kennt der 41-Jährige aber bestens. Unter Jaqueline Pfeiffer war er im »Le Ciel« im Grand Hotel ebenso tätig wie im Vorgänger des heutigen »Amauris«, dem damaligen »The Ring«. Über das »Sand« im Ritz Carlton in Sanya (China) ging es dann auf die Caymans. Für seine Rückkehr hat er sich aber ein Motto von Operndirektor Gustav Mahler gewählt: »Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers«.

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