Falstaff Restaurantguide 2025: Die besten Wiener Beisl
Beisl, aber in hip: Mit Fingerspitzengefühl und Verve entstaubt Julian Lechner Wirtshauslieblinge wie Backfleisch und Innereien, während Simon Schubert dazu immer genau die richtige Flasche parat hat.
Seit Jahrzehnten wird im urigen Gasthausambiente der authentischen Wirtshausküche gehuldigt. Beste Grundprodukte bilden die Basis, geliebte Klassiker von Krautfleckerl bis Beuschel das Ergebnis.
Unter der Ägide von Martin Pichlmaier und dank verfeinerter Gerichte von Roman Artner erlebt der Herkner eine echte Blütezeit. Traumhafter, begrünter Innengarten. Tipp: Vier- oder Fünf-Gänge-Menüs. Tolle Weine!
110 Jahre Tradition können nur wenige Gasthäuser vermelden. Familie Pruscha führt ihr gemütliches und uriges Lokal mit sehr persönlicher Note. Tolle Weinauswahl! Tipp: Nur Bares ist hier Wahres.
Fixstern am Wiener Wirtshaushimmel: Küche wie damals, mit großer Innereienvielfalt und fast immer Wild am Pass. Echte Rarität: steirische »Jakobsmuscheln« (Stierhoden), gebacken, mit Chili-Mayo.
Der Meixner ist auch nach der geglückten Neuübernahme durch Janette und Alexander Civic geblieben, was er schon immer war: eine Gastwirtschaft für Alle und alle Fälle. Top: die Kutteln und die Weinauswahl.
Gelebte Wirtshauskultur mit Wiener Seele: exzellente Küche, lässige Beisl-Stimmung und eine Gastgeberin mit Schmäh. Hier zählt Herzlichkeit – bei Schnitzel und Bier fühlt sich alles einfach richtig an.
Derart öffentlichkeitswirksam per Hilferufen in Medien und Social Media-Posts werden selten Nachfolger für ein Gasthaus gesucht. Die Wirte des »Stafler« boten im Juwel mit prächtiger Schank Marke »Bretschneider« Südtiroler Küche. Die letztlich doch gefundenen neuen Betreiber fanden »Zum Bretschneider« als Namen geradezu aufgelegt. Jürgen Sattler und Klaus Silberbauer kennt man als Patron und Restaurantleiter von der chicen »Sattlerei« in Wien zwei, die 2024 nach wirtschaftlichen Turbulenzen verschied. Hier im tiefsten Meidling wollen die zwei mit günstigem Mittagstisch die Locals bei der Stange halten. Aber sich zugleich in die kleine feine Liste jener Beisln eintragen, die den Wiener Rezeptkanon pflegen und dazu das weinaffine Publikum ansprechen. Zu ersterem: auf der mit Wortwitz geschriebenen Karte finden sich etwa ein »Bretschneider Brettl« mit zartschmelzendem Speck und Hauswürstel, Kalbszungensulz, Altwiener Backfleisch »klassisch vom Siedefleisch« oder ein »Andauer Beuschl“«, bei dem eine Art Beipacktext avisiert, es handle sich um »ein Familienrezept nur mit Herz & Zunge in sämiger Einbrenn« – also nicht Wiener Bauart. Eine Empfehlung, aber ganz anders als gewohnt. Die auffällige Fleischqualität erklärt sich durch Höllerschmid als Generallieferanten. Nur dem sehr kompakten Somlauer Nockerl täte eine Überarbeitung gut. Das Gebräu stammt aus Weitra, Zwettl, Augustiner Edelstoff gibt’s auch noch. Und dann – die Weinkarte. Vier Seiten toll selektionierte Österreicher und ebenso viele mit Deutschen, Burgundern, Bordeaux und Champagne – allesamt mit Vorstadtkalkulation. Wien hat ein neues altes gutes Wirtshaus.
Urige Gasträume, schattiger Gastgarten. Michael Kantor und Team führen die Gastwirtschaft mit Sinn für Tradition und sanfte Innovation. Spezialitäten: Backhendl, Kalbsleber, Fischsuppe. Tolle Weinauswahl.
Grüne Lamperien, intime Holzlogen – sieht aus, als wäre es schon immer da. Dabei wurde das Gasthaus erst 2011 neu eröffnet. Wiener Schnitzel, Kalbsleber, Kaiserschmarrn – alle Klassiker sind da.
Seit jeher trifft man sich im Wiener Beisl-Urgestein zum Plaudern, Philosophieren und Schmausen: Das Schnitzel ist legendär. Dass es Trumer vom Fass gibt, macht das Heimgehen noch ein bissl schwerer.
Gehört auch zum Figlmüller-Imperium, ist aber nicht ganz so überlaufen wie die zwei Schweinsschnitzel-Filialen ums Eck. Hier bekommt man alternativ das Original vom Kalb und allerlei andere Klassiker.