Aus Brot wird Pasta: Start-up haucht altem Brot neues Leben ein
Das dänische Unternehmen »Eat Wasted« verarbeitet altes Gebäck zu Nudeln.
Sie stammt aus Italien und ist seit jeher ein fester Bestandteil in der weltweiten Küche: die Pasta. Ob als Spaghetti, Penne oder Farfalle – das Grundnahrungsmittel ist nicht nur in den unterschiedlichsten Formen vertreten, es lässt sich auch auf kreativste Weise kombinieren. Während die Hartweizengrieß-Variante, sowohl mit als auch ohne Eier, die bekannteste Pasta-Version ist, gibt es immer wieder innovative und auch diskussionswürdige Pasta-Kreationen.
Ein junges Unternehmen aus Dänemark lässt jetzt ebenfalls mit seiner Pasta aufhorchen – diese besteht Großteils aus gerettetem Brot. Das bedeutet, dass die neue Pasta-Kreation nicht nur Maßstäbe gegen die Lebensmittelverschwendung setzt, sondern gleichzeitig auch geschmacklich überzeugen soll. Da beide Jung-Unternehmer aus der Gastro-Branche stammen, besteht also bereits ein gewisses Grundverständnis, worauf es bei den Teigwaren ankommt.
Upcycling als Fokus
Dabei war die Idee Pasta aus Brot herzustellen, nicht der Grundgedanke der beiden Unternehmer. Wie Jorge Aguilar im Gespräch mit einem österreichischen Medium erzählt, war er fest entschlossen sich Tortillas zu widmen. Durch den Wunsch gerettetes Brot wiederzuverwenden, lernte er in späterer Folge seinen Geschäftspartner Leif Friedmann kennen. Gemeinsam widmen sie sich seit rund 2 Jahren der Rettung und Wiederverwendung von überschüssigem Brot – und das mit Erfolg wie es scheint, denn auch wenn die Pasta anfangs vielleicht skurril wirkt, ruft sie doch ein Bewusstsein für Lebensmittel und deren Wert ins Gedächtnis.
Wie wird aus Brot nun Pasta? Zunächst wird überschüssiges Brot gesammelt, getrocknet und anschließend zu Mehl verarbeitet, erläutern Evalotta Spangenberg und Meret Batke, Leiter des Projekt- und Community-Management des Start-ups. Obwohl sich grundsätzlich jedes Gebäck dazu eignet zur Pasta verarbeitet zu werden, wird von Seiten des Unternehmens eher ein Bogen um süße Backwaren oder jene mit Körnern gemacht. Derzeit beziehen die Unternehmer das Brot für die Nudeln von einer Industriebäckerei, die unter anderem Aufbackbrötchen herstellt und am Ende des Tages genug Brötchenüberschuss hat. In Folge wiederum landet das Brot aber nicht im Müll, sondern wird zur Pasta.
Große Pläne
Für die Herstellung der Nudeln werden derzeit rund 25 Prozent des Mehls, welches im Altbrot enthalten ist, verwendet. Den Unternehmern zufolge, wird bereits versucht diesen Anteil konstant zu erhöhen, ohne die Geschmacksqualität der Pasta zu verändern. Während »Eat Wasted« im Moment bis zu 100 Kilo wöchentlich produziert, soll in Zukunft auch dieser Anteil weiter ausgebaut werden. Darüber hinaus ist auch ein Onlineshop, mit dessen Hilfe die Pasta mehr Bekanntheit erlangen und für eine breitere Masse zugänglich gemacht werden soll, in Arbeit. Bisher wurde die Pasta bei Pop-Ups und anderen kulinarischen Events in Kopenhagen verkocht und angeboten – bleibt abzuwarten, wann die Brot-Nudeln auch in Österreich erhältlich sind.
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