Bordelaiser Trinkspass: Die besten Zweitweine aus dem Bordeaux
Die sogenannten Zweitweine der klassifizierten Gewächse im Bordeaux bieten in guten Jahren neben einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis auch deutlich mehr als nur unkompliziertes Trinkvergnügen. Für viele Weingüter ist der Zweitwein eine wichtige Visitenkarte. Der aktuelle Jahrgang hat hier viel zu bieten.
Der Bordeaux-Jahrgang 2022 kommt nun Schritt für Schritt auf den Markt. Anlässlich der Arrivage-Verkostung der klassifizierten Weine aus Médoc, Sauternes und Pessac-Léogan hatte Falstaff die Möglichkeit, das Gros der Zweitweine erstmals in gefülltem Zustand zu bewerten. Dank eines qualitativ sehr hochwertigen Jahrgangs mit guten Erntemengen präsentieren sich die Zweitweine überdurchschnittlich gut. 30 Zweitweine wurden mit 93 oder mehr Punkten bewertet, acht davon sogar mit 95 bis sensationellen 97 Punkten.
Darunter fallen, durchaus erwartbar, die roten Deuxièmes der Premiers Grands Crus, die allerdings auch preislich jenseits der 200-Euro-Grenze angesiedelt und damit alles andere als ein Schnäppchen sind. Der Alter Ego von Château Palmer in Margaux, mit 96 Punkten ein ganz toller Wein, ist dafür – noch – unter 100 Euro zu haben, die Dame de Montrose mit 95 Punkten kostet um die 50, die Réserve von Pichon-Comtesse um die 60 Euro. Aber auch um 30 Euro und darunter gibt es lohnende Weine zu entdecken wie den saftigen Baron de Brane aus Margaux, einen Loins de Batailley oder den Connetable de Talbot.
Insgesamt ist 2022 ein Jahrgang, bei dem viel für Zweitweine spricht, die im Médoc nicht zuletzt wegen eines höheren Merlot-Anteils stets zugänglich und bereits jung antrinkbar sind. Erfreuliche Ergebnisse brachten neben den mineralischen Rotweinen auch die von Sauvignon Blanc und Semillon geprägten Weißweine aus Pessac-Léognan, hier sind die Zweitweine oft ein echtes Schnäppchen.