Buchweizen: Aus altem Korn wird attraktives Superfood
Wie gelingt es, ein Produkt mit angestaubtem Ruf ins Hier und Heute zu holen? »Das steht und fällt mit guten Fotos und einer schönen, zeitgemäßen Anrichteweise der Kreationen«, sagt Catrin Ferrari-Brunnenfeld. Auf Instagram, Facebook und Pinterest ist sie als CookingCatrin bekannt; nun hat sie dem Südkärntner Hadn ein frisches, köstliches Image verpasst, das sich auch auf Social Media gut macht.
Die Zeiten von pampigem Buchweizen-Sterz sind vorbei. Der Hadn, wie die Kärntnerinnen und Kärntner den Buchweizen nennen, hat eine Renaissance erfahren. Porridge, Curry, Galette: Catrin Ferrari-Brunnenfeld hat ihn attraktiv gemacht – durch kreative Rezepte und eine frische, moderne Bildsprache in ihrem Buch »Hadn – Das Buchweizen Kochbuch«. Sie zeigt, dass das Korn nicht nur verschiedene Geschmacksrichtungen kann, sondern auch in mehreren Konsistenzen für Abwechslung am Teller sorgt. Doch der Reihe nach.
Superfood vom Kärtner Feld
Schon zum Start in den Tag bietet sich der Hadn an. Er schmeckt als Granola Bowl, Buchweizen-Pancakes oder Porridge. Ferrari-Brunnenfeld kombiniert ihn mit Aromen wie Vanille und Zimt, streut Nüsse darüber. Ihre Rezepte sind voller Früchte – Äpfel, Erdbeeren, Cranberries. »Die gesundheitlichen Vorteile haben mich überrascht«, sagt die Wahlkärntnerin. Einerseits stecke viel Eiweiß in den Körnern, das besonders wertig sei. Andererseits punkte er mit essenziellen Aminosäuren, den Vitaminen B und E sowie Kalium, Kalzium, Phosphor und Magnesium. Das getrocknete Kraut lasse sich wie Tee zubereiten, seine Wirkstoffe sollen die Durchblutung fördern und Krampfadern lindern.
Im Südkärntner Raum rund um das Jauntal findet der Buchweizen, ein Pseudogetreide aus der Familie der Knöteriche, ideale Anbaubedingungen. Bereits acht bäuerliche Familienbetriebe und vier Wirtshäuser haben sich der alten Nutzpflanze verschrieben, kultivieren oder verkochen sie. Ihren Namen verdankt die Pflanze ihren Körnern, da diese auf den ersten Blick den viel größeren Bucheckern ähneln. Die Buchweizenfrucht ist ein stecknadelkopf-kleines, dreikantiges, spitzes Nüsschen und kann schwarz, dunkelbraun oder silbergrau sein. Und der Geschmack? Herzhaft und kräftig, nussig und ganz leicht bitter. »Durch sein Geschmacksprofil eignet er sich für pikante und süße Speisen gleichermaßen«, betont Catrin Ferrari-Brunnenfeld.
Buchweizen frisch gedacht
Dass sich Hummus auch mit heimischen Zutaten herrlich zubereiten lässt, zeigt sie in ihrem Rezept mit zweierlei vom Brokkoli und Popcorn – ebenfalls aus Buchweizen. Die geschmeidige Paste mixt sie, ganz klassisch, mit Knoblauch, Olivenöl und Sesampaste. Einen Teil der Masse vereint sie mit Roter Bete zu kräftig-purpurrotem Hummus. Wie das Popcorn aus Hadn gelingt? Öl in einem Topf erhitzen, den rohen Buchweizen hineingeben und ohne Deckel aufpoppen lassen. Ebenfalls die klassische Zubereitungsart, nur, dass statt dem Mais der Hadn im Topf herumspringt. Und dann? Salzen, über den Hummus streuen und den Crunch genießen.
Ein bisschen Liebe und Geduld brauche der Buchweizen, gibt Ferrari-Brunnenfeld zu bedenken. »Er ist eine Diva«, sagt sie und weist darauf hin, dass er in den allermeisten Rezepten (vor allem beim Backen) deutlich mehr Flüssigkeit benötigt als etwa Weizen oder anderes Getreide. Ihren knapp 70.000 Followerinnen und Followern auf Instagram wird CookingCatrin nun das alt-ehrwürdige Korn im neuen, attraktiven Kleid schmackhaft machen – wie gewohnt mit Rezepten, die zum Nachkochen einladen und jeder Menge appetitanregenden Fotos.
Entstanden ist Catrin Ferrari-Brunnenfelds Buch »Hadn – Das Buchweizen Kochbuch« in Zusammenarbeit mit der Tourismusregion Klopeiner See – Südkärnten – Lavanttal.
Alles zum Hadn inkl. Rezepte zum Nachkochen: cookingCatrin – Hadn
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